Insolventer Drittligist Aachen steht ohne Stadion da

Alemannia Aachen hat beim DFB einen Lizenzantrag eingereicht - allerdings ohne Angabe einer Spielstätte. Denn nach der verweigerten Zusage der Gläubiger des Stadions am Tivoli hat auch Jülich dem Traditionsclub eine Absage erteilt. Man wolle sich nicht "vor den Karren spannen lassen".

Drittligist Aachen: Keine gesicherte Spielstätte
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Drittligist Aachen: Keine gesicherte Spielstätte


Hamburg - Drittligist Alemannia Aachen wird seine Heimspiele in der kommenden Saison nicht in Jülich austragen können und hat deshalb vorerst kein Stadion. Wie die Alemannia am Freitag mitteilte, hat der Club fristgerecht einen Lizenzantrag an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschickt, dabei "jedoch noch keine konkrete Spielstätte angeben können", da der Sportausschuss der Stadt Jülich keine Genehmigung zur Nutzung des Karl-Knipprath-Stadions erteilt habe.

Da zudem die Hauptgläubiger des Stadions in Aachen keine Zusage für die Nutzung der Spielstätte am Tivoli gegeben hatten, gibt es derzeit keinen Austragungsort, der als gesichert gilt. Wie die "Aachener Zeitung" berichtet, werteten Vertreter aller Fraktionen im Jülicher Sportausschuss den Vorstoß der Alemannia, ihre Heimspiele in Jülich auszutragen, nicht als seriöses Ansinnen, sondern als bewusstes Druckmittel gegen die Stadt Aachen. Man wolle sich jedoch nicht "vor den Karren spannen" lassen, sagte Jülichs zuständige Dezernentin.

Am Dienstag hatte die Alemannia mitgeteilt, im Falle des Abstiegs in die Regionalliga wegen der hohen Miete am Tivoli künftig in Jülich antreten zu wollen. Laut Geschäftsführer Michael Mönig fordern die Gläubiger von der insolventen Stadion GmbH eine jährliche Miete von 1,7 Millionen Euro. Er selbst habe bei einem Treffen 600.000 Euro angeboten. Das für etwa 50 Millionen Euro gebaute neue Stadion wurde 2009 eröffnet.

psk/dpa/sid



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lollopa1 01.03.2013
1. Quo vadis Alemannia?
schlimmer kann es nicht kommen, aber es ist hausgemacht! Die Alemannia hat es in ihrer ganzen Geschichte nie geschafft mal seriöse Leute an die Spitze zu bringen und dort zu halten. Eigentlich schade für den Verein und die Fans, eigentlich! Aber s.o.
edgarzander 01.03.2013
2. Champions-League
Für 50 Mio. € saniert? Haben die damals schon mit Einnahmen aus der Champions-League kalkuliert?
schmic79 01.03.2013
3. Hilfe!
Also, da muss doch sofort der Staat (=Steuerzahler) helfen! So ein Fußballclub ist doch was ganz ganz wichtiges - fast "systemrelevant". Da muss es doch einen "Rettungsschirm" geben? Oder die Stadt oder der Kreis Aachen muessen einspringen ... die profitieren doch auch vom Fußball. Ist doch ein Magnet vor Ort, zieht doch bestimmt viel Kaufkraft an. Vielleicht mal in anderen Städten nachfragen - zum Beispiel in Kaiserslautern. Da hat das Land doch auch 28,2 Mio EUR nachgeschossen, weil es sich der - damals sogar Erstligist! - 1. FCK nicht leisten konnte.... Hat sich doch voll gelohnt - Kaiserslautern ist heute "der Nabel der Welt". Da hat sich die creme de la creme der Wirtschaft angesiedelt. Da explodieren die Mieten stärker als in Berlin und München. Weil jeder halt dort wohnen will. Wegen dem tollen Stadion und dem tollen Fußball. ;-)
Tschirio 01.03.2013
4. Genial
erst wird die ganze Fußballsoße mit GEZ Gelder gepuscht, dann mit Steuergeldern gestützt und anschließend darf der Steuerzahler nochmal ran, weil die Spielstätten nicht weitergemietet werden. Ab wann verdienen eigentlich die Sportverantwortlichen weniger oder die anderen Investoren...
stammtischschreck 01.03.2013
5. Immer auswärts?
Hallo, weiß jemand, ob eine Mannschaft zugelassen würde, die sich bereit erklärt, alle Spiele auswärts zu spielen? Solange das nicht jeder macht.. .:-) !
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