Traditionsclub in der Krise Aachen wendet Insolvenz vorerst ab

Alemannia Aachen hat in höchster Not die Insolvenz verhindert. Der Verein machte allerdings keine Angaben dazu, von wem die dringend benötigte Finanzspritze kam. Stattdessen gab der Traditionsclub die Trennung von Geschäftsführer Frithjof Kraemer bekannt.

Aachen-Präsident Heyen: "Stehen vor einem Scherbenhaufen."
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Aachen-Präsident Heyen: "Stehen vor einem Scherbenhaufen."


Hamburg - Fußball-Drittligist Alemannia Aachen hat die drohende Insolvenz vorerst abgewendet. Möglich wurde dies durch einen Geldgeber "aus den eigenen Reihen", wie der Verein bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mitteilen ließ. Einem Bericht der "Aachener Nachrichten" zufolge musste die Alemannia kurzfristig etwa zwei Millionen Euro aufbringen, um die Insolvenz zu verhindern.

Wie erwartet, verkündete der Traditionsclub zeitgleich die Trennung von Geschäftsführer Frithjof Kraemer, der zunächst durch Sportdirektor Uwe Scherr ersetzt wird. "Es war seit einiger Zeit bereits klar, dass an dieser Entscheidung kein Weg mehr vorbeiging. Die Entscheidung ist Bestandteil der Sanierung und gehört zum aktuellen Vorhaben, für eine lückenlose Aufklärung zu sorgen", sagte Aufsichtsratchef Meino Heyen. Das Personal ist bei Alemannia Aachen allerdings derzeit eines der kleineren Probleme.

"Wir stehen vor einem Scherbenhaufen. Geld fehlt an allen Ecken und Enden", so Heyen weiter. In Kürze will der Drittligist ein neues Wirtschaftskonzept erstellen, das dem Club aus der finanziellen Krise helfen soll. "Die neue Saison begann mit finanziellen Verlusten, so dass wir da stehen, wo wir heute stehen, nämlich kurz vor der Insolvenz", machte Heyen aber kein Geheimnis um die schwierige Situation des Traditionsclubs.

Man sei zu der Überzeugung gekommen, dass Alemannia Aachen eine Insolvenz nicht vertrage, "möglicherweise würde man sich davon nicht erholen", sagte Heyen und gab gleichzeitig als "primäres Ziel" aus, das verlorene Vertrauen von Partnern und Gläubigern zurückzugewinnen.

Aachen war in der Saison 2006/2007 aus der Bundesliga und in der Saison 2011/2012 auch aus der zweiten Liga abgestiegen. Aktuell steht der Club in der dritten Liga auf Rang 14.

fls/dpa/sid



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