Insolventer Regionalligist Alemannia Aachen von der Auflösung bedroht

Kommt das Ende des Traditionsclubs Alemannia Aachen? Laut Medienberichten könnte der Mutterverein TSV Alemannia zu einer Millionenklage verurteilt werden und wäre dann ebenfalls insolvent. Ein Neuanfang als Regionalligist wäre nicht mehr möglich.
Traditionsclub Aachen: Am Scheideweg

Traditionsclub Aachen: Am Scheideweg

Foto: DPA

Hamburg - Dem früheren Fußball-Bundesligisten Alemannia Aachen droht womöglich das endgültige Aus. Wie die "Aachener Nachrichten" berichten, könnte der Mutterverein TSV Alemannia Aachen 1900 e.V. am Dienstag vor dem Landgericht zur Zahlung von mehr als einer Million Euro an den Rechtehändler Michael Kölmel verurteilt werden. In diesem Fall wäre auch der Mutterverein insolvent und stünde vor der Auflösung, die Alemannia könnte nicht wie geplant in der Regionalliga antreten.

In einer Pressemitteilung warnte eine Gruppe um den früheren Club-Präsidenten Horst Heinrichs: "Offensichtlich erwägt das Präsidium in den nächsten Tagen sogar die Auflösung des Vereins. Gleichzeitig verdichten sich die Anzeichen, dass parallel ein anderer Verein gegründet werden soll. Deswegen haben wir unserem Rechtsanwalt Klageauftrag zur sofortigen Einberufung der säumigen Jahreshauptversammlung erteilt", hieß es.

Alemannias Vizepräsident Helmut Kutsch wies die Vorwürfe zurück. Laut "Aachener Nachrichten" rechnet er weder mit einer Urteilsverkündung schon am Dienstag, noch gebe es bereits Auflösungspläne für den Verein. Mit Kölmel werde noch verhandelt: "Ich weiß nicht, was passiert und äußere mich auch nicht dazu. Alles andere ist viel zu brisant und reine Spekulation", sagte Kutsch.

Aachen hatte im vergangenen November Insolvenz angemeldet und war als Tabellenletzter der 3. Liga abgestiegen. Investor Kölmel hatte 1998 in den damaligen maroden Regionalligisten investiert und versucht seit Jahren, die geflossenen Gelder einzuklagen.

psk/sid
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