WM-Qualifikation Weißrusslands Staatschef pöbelt gegen Nationalmannschaft

Er gilt als "Europas letzter Diktator" - und ist offensichtlich nicht einverstanden mit dem Auftritt der weißrussischen Nationalmannschaft: Staatschef Alexander Lukaschenko bezeichnete die jüngste 0:4-Pleite gegen Spanien als "unerhörte Schande". Dabei hätten die Behörden extra für ein volles Stadion gesorgt.

Weißrusslands Präsident Lukaschenko: "Extra für volles Stadion gesorgt"
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Weißrusslands Präsident Lukaschenko: "Extra für volles Stadion gesorgt"


Hamburg - Dass eine Niederlage gegen die spanische Fußball-Nationalmannschaft keine Blamage ist, würden wohl alle Trainer auf der Welt unterschreiben. Immerhin ist das Team von Nationaltrainer Vincente des Bosque amtierender Welt- und Europameister. Auch 0:4 kann man gegen das Starensemble unterliegen, das hat jüngst Italien erlebt - im Finale der Fußball-Europameisterschaft.

Der autoritäre weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko sieht das jedoch anders. Nach der 0:4-Niederlage der früheren Sowjetrepublik im WM-Qualifikationsspiel gegen Spanien in Minsk hat er die Nationalmannschaft seines Landes scharf kritisiert. Die Leistung des Teams um den früheren Bundesligaprofi Alexander Hleb sei eine "unerhörte Schande" gewesen, sagte Lukaschenko.

Lukaschenko gilt als "Europas letzter Diktator". Seit nunmehr 18 Jahren regiert der Despot in Weißrussland mit harter Hand. Ende September gewann er die Parlamentswahlen. Dabei präsentierte er sich bereits als Sieger, noch bevor die Wahllokale geschlossen und die Stimmen ausgezählt waren.

Nun sorgte er mit der Pöbelei gegen die Nationalmannschaft für Aufsehen. "Die Behörden haben extra für ein volles Stadion gesorgt, und dann machen sich unsere Spieler vor Angst in die Hose", schimpfte Lukaschenko. Ein Beispiel solle sich das Team an Gruppengegner Georgien nehmen, die hätten zwar auch gegen Spanien verloren, doch immerhin "bis zur letzten Minute gekämpft".

bka/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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miscellany 16.10.2012
1. Ballspiele
Die Mayas hatten ein probates Mittel ihre Ballspieler zu "motivieren". Möglich, dass dem Herrn Diktator noch was ähnliches einfällt.
meinmein 16.10.2012
2.
In Diktaturen ist es immer riskant, Nationalspieler zu sein: Nordkoreas WM-Team: Bei Niederlagen droht Arbeitslager - Fußball - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/nordkoreas-wm-team-bei-niederlagen-droht-arbeitslager-1997808.html)
haltetdendieb 16.10.2012
3. Wo er Recht hat, hat Luka Recht
Man darf gegen Spanien verlieren, aber man darf sich nicht so wehrlos abschlachten lassen. Luka ist ein echter Fan und hängt sein Herzblut an die Nationalelf. Er hat doch Recht: Da sorgt man für ein volles Stadion und was passiert? Statt wie Patate Borissov Bayer zu zerlegen hockt die BelarusNati wie die Schlange vorm Kaninchen, bewegungsunfähig. Nicht eine Chance in 90 Minuten, so vergrault man die Fans und auch den Diktator! Hoffentlich drehen die Weußrussen wenigstens in Spanien ein bisschen auf, sonst wird Luka noch böser.
generaldisaster 16.10.2012
4. Vorquali
Normalerweise sollten die ehmaligen UdSSR-Staaten sowie die Ex-Jugos eine gesonderte Qualifikation ausspielen. Nur der Beste sollte dann an der Richtigen teilnehmen. Das würde auch die Zahl der -unnötigen- Länderspiele eindämmen.
haltetdendieb 17.10.2012
5. Genau und England bekommt noch Exeter, Devonshire und Lake District dazu
Zitat von generaldisasterNormalerweise sollten die ehmaligen UdSSR-Staaten sowie die Ex-Jugos eine gesonderte Qualifikation ausspielen. Nur der Beste sollte dann an der Richtigen teilnehmen. Das würde auch die Zahl der -unnötigen- Länderspiele eindämmen.
Dann gucken Sie lieber erst mal nach England: Schottland, Wales, Nordirland und England.....Ich sehe nicht, dass Ex-Jugos eine QWualif spielen sollen, wenn Großbritannien so auftritt. Das gibt keinen Sinn. P.S.: Und bald noch Spanien und Katalonien, dann spielen die den Weltmeister die nächsten zwanzig Jahre unter sich aus.
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