Allianz-Arena Promis in der Enge

Damit in München der Abstand zwischen Arm und Reich nicht mehr so groß ist, wird die Allianz-Arena umgebaut. Die VIPs sollen dichter zusammenrücken, die Stimmung im Stadion dafür besser werden.

München - Wenn am 5. August die Fußball-Bundesliga beginnt, hat man in München vor allem vor einem Angst: den Fans. Die, so fürchtet man, könnten wieder von ihren Sitzen aufstehen, den Mittelfinger heben und brüllen: "Ihr seid nur zum Fressen hier! Scheiß VIPs, scheiß VIPs!"

Die Bayern-Anhänger haben das schon mal gemacht. Da spielte ihr Club gegen die Deutsche Nationalelf, es war das Eröffnungsspiel in der neu erbauten Allianz-Arena, doch im Stadion hörte man: "Ihr macht unseren Sport kaputt! Scheiß VIPs, scheiß VIPs." Der Unmut der Schlachtenbummler richtete sich gegen die Prominenten in den Logen: dort, im Businessbereich, gehe jede Stimmung verloren. Zu groß sei der VIP-Block, zu grau, zu leer - so die Kritik.

Die Verantwortlichen der beiden Münchner Vereine FC Bayern und 1860 haben nun auf den Groll der Fans reagiert. Die Allianz-Arena wird nur wenige Wochen nach der Eröffnung umgebaut; dies berichtete die Münchner "tz". Die Lücke zwischen den VIP-Plätzen soll verschwinden, der Sponsoren-Bereich verkleinert werden. Die Prominenten müssen dann enger zusammenrücken. Zweierreihen mit Gängen dazwischen wird es nicht mehr geben.

100.000 Euro kostet der Stadion-Gesellschaft der Umbau; er schafft 700 neue Sitzplätze auf der Haupttribüne und wird bis zum Saisonbeginn abgeschlossen sein. Ob er den Klassenunterschied in der Arena verringert, wie es die Betreiber hoffen, ist ungewiss.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.