Alte Feindschaft Lemke rechnet mit Hoeneß ab

Sie waren besonders in den achtziger Jahren wie Feuer und Wasser: Die Manager Willi Lemke und Uli Hoeneß ließen keine Gelegenheit aus, die Rivalität ihrer Vereine Werder Bremen und Bayern München außerhalb der Stadien verbal fortzuführen. In einem neuen Buch lässt Lemke die Intimfeindschaft wieder aufflammen.


 Willi Lemke: "Immer volles Rohr Gegenwind von mir"
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Willi Lemke: "Immer volles Rohr Gegenwind von mir"

Hamburg - "Uli Hoeneß glaubt, mit Geld und Macht Leute niederbügeln zu können. Es gibt viele Beispiele dafür, wie er Menschen durch ganz gezielte, harte Attacken mundtot gemacht hat", sagt der Bremer Bildungssenator Lemke in einem neuen Werder-Buch (Arnd Zeigler: "Das W auf dem Trikot - 40 Jahre Werder Bremen in der Bundesliga", Edition Themen, 24,90 Euro). Lemke war 18 Jahre Manager der Grün-Weißen und sitzt heute in deren Aufsichtsrat.

"Ich würde ... niemals so ein hinterlistiges Ding machen wie die Sache mit den Kirch-Geldern, als er die ganze Bundesliga um 21 Millionen Euro erleichtert hat und dann kleinlaut drei Millionen davon als Brosamen abgibt. Oder wie er sich auf St. Pauli als Retter feiern lässt - das ist alles scheinheilig", kritisiert Lemke seinen ewigen Rivalen.

Seit der Saison 1985/86, als Werder-Angreifer Rudi Völler nach einem Foul des Bayern-Liberos Klaus Augenthaler fünf Monate verletzt pausieren musste und die Bremer am letzten Spieltag Platz eins und damit die Meisterschaft an die Münchener verloren, ist Lemke äußerst schlecht auf Hoeneß zu sprechen. Dieser hatte das harte Foul Augenthalers damals lakonisch kommentiert: "Wer so dynamisch in einen Zweikampf geht wie Völler, muss damit rechnen, dass er sich verletzt."

Dass sich die beiden Streithähne bis heute nicht versöhnt haben, erklärt Lemke so: "Ich habe ihm niemals ... klein beigegeben. Wenn er sich als 'Erfinder des Fußballs' aufgespielt hat ... dann hat er von mir immer volles Rohr Gegenwind gekriegt, und das ist er nicht gewöhnt", so Lemke, "das tut ihm weh, und deshalb hat er so eine Abneigung gegen mich. Ich kann Ihnen übrigens versichern: Meine Abneigung gegen ihn ist vielleicht nicht ganz so öffentlich wie seine, aber ebenso emotional."



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