Sperren nach Relegationsskandal Hertha-Profis legen Einspruch ein

Jetzt müssen die Einzelrichter entscheiden: Die vier angeklagten Hertha-Profis haben Einspruch gegen die vom DFB-Kontrollausschuss geforderten Sperren eingelegt. Düsseldorfs Andreas Lambertz hingegen akzeptiert seine Zwei-Spiele-Sperre.

Hertha-Torwart Kraft: DFB-Strafmaß nicht akzeptiert
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Hertha-Torwart Kraft: DFB-Strafmaß nicht akzeptiert


Hamburg - Die vier angeklagten Spieler des sportlichen Bundesliga-Absteigers Hertha BSC haben Einspruch gegen die Strafanträge des DFB-Kontrollausschusses eingelegt. Damit werden die Anträge nun dem Einzelrichter des Schiedsgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgelegt. Dieser will spätestens Anfang kommender Woche über das Strafmaß der Profis wegen der Tumulte beim Relegations-Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) entscheiden.

Am härtesten könnte es Lewan Kobiaschwili treffen. Das Gremium beantragte gegen den Georgier wegen einer Tätlichkeit an Referee Wolfgang Stark eine Rekordsperre von einem Jahr. "Lewan Kobiaschwili schwört Stein und Bein, dass er nicht geschlagen hat", sagte Herthas Präsident Werner Gegenbauer. Der Vorwurf gegen Kobiaschwili wiegt schwer: Der Defensivspieler soll Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels tätlich angegriffen haben.

"Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen", hatte Stark bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gesagt. Der Unparteiische hat noch in der Kabine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Starks Version können seine Schiedsrichterassistenten bestätigen. Wie Kobiaschwili mit Hilfe der Hertha-Verantwortlichen seine Unschuld beweisen will, ist noch unklar. Allerdings droht ihm, auch wenn nur ein Schubsen nachgewiesen wird, schon eine beträchtliche Sperre.

Lambertz akzeptiert Zwei-Spiele-Sperre

Zudem will der Kontrollausschuss Christian Lell für sechs Partien aus dem Verkehr ziehen, Torhüter Thomas Kraft (fünf Spiele) und Kapitän André Mijatovic (vier Partien) drohen ebenfalls lange Sperren. Lell soll seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Ebenfalls wegen Schiedsrichterbeleidigung nach Spielende angeklagt sind Kraft und Mijatovic. Kobiaschwili, Kraft und Mijatovic werden von Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt vertreten. Lell will sich mit einem persönlichen Rechtsbeistand gegen den Antrag zur Wehr setzen.

Andreas Lambertz hingegen hat seine Strafe akzeptiert, das Urteil ist damit rechtskräftig. Der DFB-Kontrollausschuss hatte am Mittwoch eine Zwei-Spiele-Sperre für Düsseldorfs Kapitän gefordert. Der Mittelfeldspieler hatte nach der Partie auf dem Rasen ein bengalisches Feuer in der Hand gehalten. Neben der Sperre muss der 27-Jährige auch eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro zahlen.

"Auch wenn ich die Fackel nur wenige Sekunden in der Hand gehalten habe und anschließend auf dem Boden abgelegt habe, bitte ich mein Verhalten zu entschuldigen. Ich versichere, dass dies ein einmaliger Vorgang bleiben wird", sagte Lambertz.

leh/dpa/sid



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
ricocoracao 31.05.2012
1. optional
Finde ein Jahr für Lewan Kobiaschwili zu lange. Es war natürlich eine heftige Aktion und gefährlich dazu, aber ihm sollte man ein Gespräch mit dem Schiedsrichter einräumen um das unter 4 Augen zu klären und um Entschuldigung zu bitten. Man könnte ihm dann 2-3Monate aufbrummen, aber kein Jahr. Ich bin kein Fan von Herta, meiner Meinung nach ist die schlimmste Strafe für den Verein dieser Preetz und seine Lobby. Man wird ihn einfach nicht los. Vielleicht weiss er ja pikante Internas und man hat Angst , dass er redselig wird wenn er freigestellt würde.. wer weiss.
zeromancer 31.05.2012
2. Hertha wird immer unsympathischer
Düsseldorfs Lambertz hat genug Anstand, seine Sperre hinzunehmen und einzuräumen, dass er einen Fehler gemacht hat. Die Hertha Spieler geht dieser Anstand und diese Größe scheinbar vollkommen ab. Von Christian Lell habe ich aber auch nichts anderes erwartet.
alexbln 31.05.2012
3.
"positiver platzsturm" erfinder richter lorenz ist wieder die "unabhängige" *hüstel* instanz. da bin ich ja mal gespannt- wenn schiri stark seine anzeige vom ordentlichen gericht abgeschmettert wird, wie sich dann der dfb aus der verantwortung stehlen will.
larry_lustig 31.05.2012
4. @Axelbln
Nehmen Sie doch einfach mal die Berlin Brille ab 1) Körperliche Attacke auf den Schiri wird in unteren Liegen teilweise mit lebenslanger Sperre geahndet. 2) Sportgerichtsbarkeit unterscheidet sich von Strafgerichtsbarkeit in Sachen Anforderung an die Beweislage (wie im übriegn die Zivil- von der Strafgerichtsbarkeit auch) Das sich beide Mannschaften nicht mir Ruhm bekleckerten haben ist klar. Was HBSC allerding abzieht ist lächerlich.... Das in der Bundeshaupstadt der Begriff "postiver Platzsturm" nicht bekannt ist ist klar. In Berlin müssen ja sogar die eigenen Spieler Angst vor den Fans haben (wie in Köln auch). Das haben die "Blutbad"-Fortunen, die alle in "Todesangst" versetzten (oder Gedanken an den 2.WK in Essen hervorrufen), noch nichtmal 2010 nach 6 Anfangs-Niederlagen in Folge geschafft.
alexbln 31.05.2012
5.
Zitat von larry_lustigNehmen Sie doch einfach mal die Berlin Brille ab 1) Körperliche Attacke auf den Schiri wird in unteren Liegen teilweise mit lebenslanger Sperre geahndet. 2) Sportgerichtsbarkeit unterscheidet sich von Strafgerichtsbarkeit in Sachen Anforderung an die Beweislage (wie im übriegn die Zivil- von der Strafgerichtsbarkeit auch) Das sich beide Mannschaften nicht mir Ruhm bekleckerten haben ist klar. Was HBSC allerding abzieht ist lächerlich.... Das in der Bundeshaupstadt der Begriff "postiver Platzsturm" nicht bekannt ist ist klar. In Berlin müssen ja sogar die eigenen Spieler Angst vor den Fans haben (wie in Köln auch). Das haben die "Blutbad"-Fortunen, die alle in "Todesangst" versetzten (oder Gedanken an den 2.WK in Essen hervorrufen), noch nichtmal 2010 nach 6 Anfangs-Niederlagen in Folge geschafft.
es gab keinen körperlichen angriff. es gibt eine behauptung des herrn stark. und gegensätzliche aussagen. vor jedem gericht der welt gilt erst mal die unschuldsvermutung, außer bei der sogenannten sportgerichtsbarkeit -die veruteilt gerne auch einfach so.
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