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Ukraine vs. Schweden: "Schewagoal" lässt die Ukraine jubeln

Foto: Srdjan Suki/ dpa

EM-Gruppe D Schewtschenko schenkt Ukraine Sieg gegen Schweden

Es war der große Auftritt von Andrej Schewtschenko: Beim Sieg gegen Schweden schoss der Stürmer der Ukraine zwei Tore, drehte die Partie. Durch den Erfolg führt der Co-Gastgeber die Gruppe D an. Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic traf ebenfalls.

Hamburg - Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung im Olympic Stadion von Kiew bestens, die Fans des Co-Gastgebers fieberten dem ersten Auftritt ihrer Nationalmannschaft entgegen. Über die gesamte Spielzeit schwappte "La Ola" über die Ränge, doch in der 82. Minute erreichte die Euphorie ihren Höhepunkt: Andrej Schewtschenko verließ den Platz.

Der 35-Jährige, seit Jahren schon als Held verehrt und bei der EM im eigenen Land auf großer Abschiedsrunde aus der Nationalmannschaft, hatte seiner Nation einen Sieg geschenkt. Der Angreifer schoss beide Tore (55./61. Minute) zum 2:1 (0:0) gegen Schweden. Die Ukraine, eigentlich nur als Außenseiter hinter England und Frankreich gehandelt, führt nach dem Remis der beiden Kontrahenten (1:1) zum Abschluss des ersten EM-Spieltags die Gruppe D an.

"Ich habe davon geträumt, dass Andrej heute zwei Tore macht", sagte Ukraine-Trainer Oleg Blochin nach dem Spiel. "Das war ein großer Sieg heute für die Ukraine", freute sich der Torschütze selbst: "Ich fühle mich auch nicht wie 35, sondern wie 20. Ich hatte vor dem EM-Turnier viele Verletzungsprobleme. Aber davon spüre ich jetzt nichts. Ich glaube, dass wir noch viel mit unserer Mannschaft erreichen können."

So wie die Hoffnungen der Ukrainer auf Schewtschenko ruhten, hofften die Schweden auf Tore von Zlatan Ibrahimovic. Es sollte bis zur 23. Minute dauern, bis einer der beiden eine erste Chance hatte. Doch Schwetschenkos Schuss aus spitzem Winkel ging deutlich am langen Eck vorbei. Es war zum einen der Höhepunkt einer schwachen ersten Hälfte, zum anderen eine Art Weckruf für die Ukrainer, die in der Folge um etwas mehr Druck nach vorne bemüht waren.

Von Ibrahimovic war auch deshalb wenig zu sehen, weil er nicht nur für Tore sorgen, sondern die meisten Angriffe auch mit einleiten sollte. In der Zeit, in der der 30-Jährige vom Mittelfeld in die Spitze geeilt war, hatte die ukrainische Abwehr genug Zeit, um sich wieder zu organisieren.

Ibrahimovic trifft erst den Pfosten, dann ins Tor

Bei Schweden blieb der ehemalige Bremer Markus Rosenberg ebenfalls ungefährlich, für den Co-Gastgeber griff neben Schewtschenko Andrej Woronin an, früher in der Bundesliga bei Hertha, Leverkusen und Main aktiv. Dessen beste Szene war ein Distanzschuss in der 35. Minute, mit dem Schwedens Torhüter Andreas Isaksson einige Mühe hatte.

Vier Minuten später schaffte es Ibrahimovic dann einmal, sich von seinem Gegenspieler zu lösen. Prompt kam die Flanke, doch der Kopfball des Milan-Stürmers prallte vom Pfosten zurück ins Feld.

Kurz nach der Pause hatte Rosenberg das 1:0 für Schweden auf dem Fuß, doch sein Schuss blieb in der Abwehr hängen (48.). Bei Ibrahimovics Treffer hingegen war die ukrainische Abwehr unsortiert. Kim Källström legte nach einem Abpraller schnell quer - und Schwedens Kapitän schob aus vier Metern ein (52.).

Beim Ausgleich ließ Schewtschenko seine alte Klasse aufblitzen, umringt von drei Verteidigern löste sich der 35-Jährige von seinem 34-jährigen Gegenspieler Olof Mellberg und wuchtete eine Flanke von Andrej Jarmolenko zum 1:1 ins Tor (55.). Sechs Minuten später war es wieder Schewtschenko, der einer Eckballflanke zwei Schritte entgegenlief, sich von seinem Bewacher Ibrahimovic löste und zur Führung traf.

Ibrahimovic versuchte auf eigene Faust, noch das Unentschieden zu retten. Mit einem Gewaltschuss prüfte er Andrej Pjatow im Tor der Ukrainer. In der Schlussminute vergab der eingewechselte Johan Elmander frei vor dem Tor die beste Gelegenheit zum Ausgleich, Mellberg setzte in der Nachspielzeit noch einen Heber über das Tor.

Ukraine - Schweden 2:1 (0:0)
0:1 Ibrahimovic (52.)
1:1 Schewtschenko (55.)
2:1 Schewtschenko (61.)
Ukraine: Pjatow - Gusiev, Michalik, Chatscheridi, Selin - Nasarenko, Timoschtschuk - Konopljanka (90.+3 Devic), Jarmolenko - Schewtschenko (82. Milewski) - Woronin (85. Rotan)
Schweden: Isaksson - Lustig, Mellberg, Granqvist, Olsson - Elm, Källström - Larsson (68. Wilhelmsson), Toivonen (62. Svensson) - Ibrahimovic - Rosenberg (71. Elmander)
Schiedsrichter: Cüneyt Cakir
Zuschauer: 64.290 (in Kiew)
Gelbe Karten: Källström, Elm