Wechsel nach Manchester Anthony Martial ist teuerster Teenager der Fußballgeschichte

Die Vereine der Premier League haben in der abgeschlossenen Transferperiode insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben. Manchester United verpflichtete auf den letzten Drücker einen 19-Jährigen für 50 Millionen Euro.
Stürmer Martial: "Diese Ablösesumme macht die Franzosen sprachlos"

Stürmer Martial: "Diese Ablösesumme macht die Franzosen sprachlos"

Foto: ERIC GAILLARD/ REUTERS

Anthony Martial hat bisher 52 Mal in der ersten französischen Liga Fußball gespielt. Dabei erzielte er elf Tore und gab sechs Vorlagen. Für einen Stürmer ist das eine ziemlich bescheidene Bilanz. Auf seinen ersten Länderspieleinsatz wartet er noch. Trotzdem ist der 19-Jährige seit Dienstag der teuerste Teenager der Fußballgeschichte.

Manchester United hat Martial für umgerechnet rund 50 Millionen Euro vom AS Monaco verpflichtet. Durch Bonuszahlungen könnte die Ablösesumme nachträglich sogar noch steigen, etwa wenn Martial einmal mit dem Goldenen Ball als Weltfußballer ausgezeichnet werden sollte.

"Wir hätten ihn in dieser Saison gerne noch behalten, aber Manchester United hat ein unglaubliches Angebot gemacht, das weder Anthony, noch der AS Monaco ablehnen konnten", sagte der Vizepräsident der Monegassen, Vadim Vasilyev.

In Frankreich wird Martial mit Thierry Henry verglichen, der seine Profilaufbahn einst auch beim AS Monaco begonnen hatte. "Er ist schnell wie der Blitz, hat eine starke Technik und einen guten Abschluss", sagte der französische Journalist Philippe Auclair der BBC. "Aber diese Ablösesumme macht die Franzosen sprachlos."

Bei Manchester United wird Martial das Trikot mit der legendären Nummer neun tragen - so wie einst Vereinslegende Bobby Charlton oder später Andy Cole.

Trainer Louis van Gaal bemühte sich, die Erwartungen zu dämpfen: "Er hat alles, was ein Spitzenfußballer braucht", sagte van Gaal. "Aber wir müssen ihm Zeit geben, damit er sich der neuen Umgebung und dem Rhythmus der Premier League anpasst." Doch nachdem der Verein Robin van Persie, Radamel Falcao und Javier Hernandez abgegeben hat, sind mit Wayne Rooney und Martial nur noch zwei hochkarätige Stürmer im United-Kader. Britische Medien bezeichnen Martials Verpflichtung deshalb als Panikkauf am Deadline Day.

Insgesamt gaben die 20 Vereine der Premier League bis zum Schließen des Transferfensters am Dienstagabend 1,185 Milliarden Euro für neue Spieler aus - so viel wie noch nie. Der Rekord aus dem vergangenen Jahr wurde noch mal um 48 Millionen Euro übertrumpft.

Am meisten investierte Manchester City mit rund 205 Millionen Euro. Uniteds Lokalrivale verpflichtete unter anderem Kevin de Bruyne vom VfL Wolfsburg und Raheem Sterling vom FC Liverpool.

Manchester United gab für die Zugänge Anthony Martial, Memphis Depay, Morgan Schneiderlin und Bastian Schweinsteiger insgesamt fast 140 Millionen Euro aus.

Der FC Liverpool verpflichtete Christian Benteke und Roberto Firmino und gab insgesamt fast 110 Millionen Euro aus.

Meister FC Chelsea hielt sich in dieser Transferperiode auffallend zurück. Teuerste Verpflichtung der Londoner ist Pedro, der für 30 Millionen Euro vom FC Barcelona wechselte.

Noch sparsamer war Lokalrivale FC Arsenal. Einzige Ausgabe der Gunners waren rund 13,7 Millionen Euro für Torwart Petr Cech vom FC Chelsea.

syd/AP/Reuters
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