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12. Juli 2019, 15:29 Uhr

Transferstreit

Barcelona verkündet Griezmann-Deal - Atlético protestiert

Der FC Barcelona hat die Verpflichtung des französischen Weltmeisters Antoine Griezmann bekanntgegeben. Sein Klub Atlético Madrid zweifelt die Rechtmäßigkeit der Einigung ein.

Der FC Barcelona hat die Ausstiegsklausel im Vertrag Antoine Griezmann genutzt und den Angreifer von Atlético Madrid verpflichtet. Dies verkündete der Verein auf seiner Website. Die Katalanen haben demnach eine Ablösesumme in Höhe von 120 Millionen Euro bezahlt und den 28-Jährigen für fünf Jahre an sich gebunden. Barcelona legte eine symbolische Ausstiegsklausel in Höhe von 800 Millionen Euro für den Spieler fest.

Atlético bezweifelt jedoch die Rechtmäßigkeit dieser Einigung und legte Protest ein. Laut dem Klub aus Madrid müsse Barcelona deutlich mehr für den Franzosen zahlen. Die festgeschriebene Ablöse hatte sich erst kürzlich von 200 auf 120 Millionen reduziert. Atlético argumentiert, dass die Einigung zwischen den Katalanen und dem Spieler schon bestanden habe, als die ursprüngliche Ausstiegsklausel noch Bestand hatte.

Zuletzt hatte Griezmann das Training bei seinem aktuellen Klub verweigert, bereits im Mai hatte er angekündigt, den Verein verlassen zu wollen. Laut Atlético habe die Einigung zwischen dem Offensivspieler und dem FC Barcelona schon vor dieser öffentlichen Äußerung bestanden.

Barcelona hat sich seit mehreren Jahren um eine Verpflichtung des Weltmeisters von 2018 bemüht und direkten Kontakt zum Spieler aufgenommen. Es ging so weit, dass sich Atlético 2017 bei der Fifa über das Vorgehen des Konkurrenten beschwerte. Dem Interesse Barcelonas an Griezmann tat das keinen Abbruch, seit Wochen wurde wieder intensiv über einen Wechsel spekuliert.

Griezmann kann im traditionellen Dreierangriff des FC Barcelona alle Positionen besetzen. In der Zentrale könnte er in Konkurrenz zu Luis Suárez treten, aber auch auf dem Flügel und im offensiven Mittelfeld hat er bereits gespielt. Vermutlich wird er, so kann man es der Mitteilung des Klubs entnehmen, den Platz auf der linken Seite einnehmen, um den in der vergangenen Saison Philippe Coutinho und Ousmane Dembélé kämpften. Ihr Verbleib in Barcelona dürfte nach der Verpflichtung des Franzosen nicht mehr als sicher gelten.

2014 war Griezmann von Real Sociedad zu Atlético gewechselt und hatte seinen Vertrag erst im vergangenen Jahr bis 2023 verlängert. Für den Klub aus Madrid schoss er in 257 Pflichtspielen 133 Tore, stand 2016 im Finale der Champions League und gewann 2018 die Europa League. Griezmanns Nachfolger hat Atlético bereits gefunden: Erst kürzlich hatte der Klub den 19 Jahre alten Portugiesen João Félix für 126 Millionen Euro von Benfica verpflichtet.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde Griezmann als Weltmeister von 2014 betitelt.

tip/sid

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