Umstrittenes Löw-Interview ARD-Sportkoordinator verteidigt Wellmer und Schweinsteiger

Mit der Niederlage im EM-Achtelfinale gegen England ging auch die 15-jährige Trainerkarriere von Joachim Löw zu Ende. Das anschließende Interview sorgte jedoch für Kritik, die ARD reagierte.
Joachim Löw nach dem EM-Achtelfinale bei einem seiner letzten Interviews als Bundestrainer

Joachim Löw nach dem EM-Achtelfinale bei einem seiner letzten Interviews als Bundestrainer

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Mike Egerton / imago images/PA Images

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hat Kritik an den Interviews nach dem EM-Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft zurückgewiesen. »Jessy Wellmer und Bastian Schweinsteiger ist es gelungen, respektvoll mit Joachim Löw umzugehen, ohne unkritisch mit der Situation umzugehen«, sagte Balkausky am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. »Das Interview war ja sehr herausfordernd für alle Beteiligten, da dies das Ende der Ära Löw bedeutete und dies auch dem Bundestrainer spürbar naheging.« (Das gesamte Interview können Sie hier sehen ).

Kritik gab es nach dem 0:2 gegen England und dem damit enttäuschenden Ende der Ära Löw unter anderem an Wellmers Formulierung »Ende gut, alles gut«. Der Sportkoordinator sagte dazu: »Sie hat eine Frage formuliert, die hieß: »Ende gut, alles gut – oder eben nicht alles gut?« Dies mag in dem Lärm verkürzt am Fernseher angekommen sein, ist aber von ihr ausdrücklich als Frage formuliert worden.«

Bastian Schweinsteiger und Jessy Wellmer während des EM-Achtelfinals zwischen Deutschland und England

Bastian Schweinsteiger und Jessy Wellmer während des EM-Achtelfinals zwischen Deutschland und England

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Frank Hoermann / imago images/Sven Simon

Für Löw war die Niederlage gegen England das letzte seiner fast 200 Spiele als Bundestrainer. Er hatte bereits vor dem Turnier seinen Abschied von der Nationalmannschaft nach der EM angekündigt.

Mehrere Medien, darunter »Tagesspiegel«  und »Welt« , hatten die Interviewführung Wellmers kritisiert. Auch in den sozialen Netzwerken zeigten sich viele Nutzer irritiert, etwa nach einer Dankesrede von Schweinsteiger an seinen ehemaligen Trainer. Wellmer fragte Löw daraufhin, ob er etwas bereue. Dieser antwortete zunächst nur »Was?«, Wellmer konkretisierte die Frage daraufhin.

Das Aus des DFB-Teams hat die bisher höchste Einschaltquote des Turniers erreicht. Durchschnittlich 27,36 Millionen Menschen sahen die Liveübertragung der 0:2-Niederlage am Dienstagabend in der ARD. Der Marktanteil lag bei 76,5 Prozent. Der bisherige Bestwert der EM waren die 25,74 Millionen (71,4 Prozent) beim Vorrunden-Unentschieden gegen Ungarn im ZDF.

Das Interview selbst hatten dann nicht mehr so viele Zuschauer gesehen. Mehr als zwei Drittel von ihnen schalteten nach Abpfiff um oder aus. Die Berichterstattung über das deutsche Team schauten nur noch 7,89 Millionen Menschen (33,8 Prozent).

ngo/dpa
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