Argentinien Landesweiter Streik der Fußballer

Fans, die Spieler auf dem Platz verprügeln und in den Kabinen mit Waffen bedrohen. Die Gewalt auf Argentiniens Fußballplätzen hat zuletzt so bedauernswerte Zustände angenommen, dass nun die Spieler in den Ausstand treten.


Buenos Aires - Der Fußball in Argentinien hat endgültig vor der zunehmenden Gewalt in den Stadien kapituliert und tritt am kommenden Wochenende in landesweiten Streik. Nachdem es am vergangenen Wochenende zum wiederholten Mal zu Übergriffen von Zuschauern auf Spieler gekommen war, entschloss sich die Gewerkschaft argentinischen Fußballspieler (FAA) zur Absage aller Spiele am kommenden Wochenende.

"Wir haben uns dazu entschlossen, um unsere Solidarität mit den Spielern zu demonstrieren, die Opfer der Gewalt geworden sind", sagte Gewerkschaftssprecher Sergi Marchi. Bereits am Donnerstag hatte der nationale Verband alle Partien der dritten und vierten Liga des Wochenendes abgesagt.

Auslöser der Reaktion der Gewerkschaft war ein Zwischenfall in einem Drittligaspiel, bei dem zehn Profis zum Teil schwer verletzt worden waren, als rund 100 Hooligans das Spielfeld gestürmt hatten. Erst in der letzten Woche hatten sechs Hooligans die Kabine eines Zweitligisten gestürmt, die Spieler mit einem Gewehr bedroht und sie aufgefordert, ihre nächste Begegnung zu gewinnen.

Die Spieler in Argentinien begrüßten die Aktion. Zuletzt hatte ein Gericht 1998 die gesamte Spielsaison der ersten Liga aus demselben Grund abgebrochen. Dieser Entscheid war damals von den Spielern scharf kritisiert worden.



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