Zweite französische Liga Schiedsrichter unterbricht Spiel wegen homophober Fangesänge

Unrühmliche Premiere in der Ligue 2: Wegen schwulenfeindlicher Rufe der Fans der AS Nancy unterbrach der Schiedsrichter die Partie. Unterstützung bekam er von der französischen Sportministerin.

Sportlich lief die Partie auch nicht gerade sauber: Es gab drei Rote und sechs Gelbe Karten
Bertrand Dorian/ imago images

Sportlich lief die Partie auch nicht gerade sauber: Es gab drei Rote und sechs Gelbe Karten


Erstmals ist im französischen Profifußball ein Spiel wegen homophober Fan-Gesänge unterbrochen worden. Beim Zweitliga-Spiel zwischen der AS Nancy-Lorraine und dem FC Le Mans am Freitag pfiff Schiedsrichter Mehdi Mokhtari die Partie in der ersten Hälfte ab, nachdem Fans der Gastgeber lautstark Beleidigungen skandiert hatten. Erst nachdem Spieler von Nancy gegenüber ihren Anhängern intervenierten, wurde das Spiel fortgesetzt.

Wenige Minute vor der Pause stimmten die Nancy-Fans homophobe und beleidigende Gesänge an. Diese richteten sich laut France.tv Sport und dem monegassischen Radiosender RMC Sport sowohl gegen den Lokalrivalen FC Metz als auch gegen die französische Fußballliga (LFP). Nachdem die Fans trotz entsprechender Stadiondurchsagen nicht aufhörten, unterbrach Mokhtari das Spiel für eine Minute.

Der Referee erhielt für sein Einschreiten Lob von Sportministerin Roxana Maracineanu. Die Verantwortlichen hätten Verantwortung übernommen. "Es war eine Premiere. Und die letzte, hoffe ich", schrieb Maracineanu bei Twitter.

Nancy-Präsident Jean-Michel Roussier verurteilte die Vorfälle in einem Statement auf der Klub-Website: "Dieser Lieder haben in einem Fußballstadion keinen Platz", sagte der 64-Jährige. Der Fußball könne aber nicht alle Probleme der Gesellschaft lösen, man solle dem Sport also nicht eine größere Rolle zuweisen als er hat.

ngo/dpa

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