US-Milliardär kauft AS Rom 600 Millionen Euro für einen Fußballklub

Der US-Unternehmer James Pallotta wollte die AS Rom zu einem der größten Klubs Europas machen. Zu Titeln reichte es jedoch nicht, auch das neue Stadion lässt auf sich warten. Nun stößt er den Klub wieder ab.
Dem nächsten US-Milliardär ins Netz gegangen: Der italienische Erstligist AS Rom (hier Aleksandar Kolarov)

Dem nächsten US-Milliardär ins Netz gegangen: Der italienische Erstligist AS Rom (hier Aleksandar Kolarov)

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ALBERTO LINGRIA/ REUTERS

Beim italienischen Fußballerstligisten AS Rom kommt es zu einem spektakulären Besitzerwechsel. Der US-Unternehmer Dan Friedkin einigte sich mit dem bisherigen Haupteigner James Pallotta auf eine Übernahme, der Deal soll ein Gesamtvolumen von rund 600 Millionen Euro haben.

"Wir sind überglücklich, alle notwendigen Schritte unternommen zu haben, um Teil dieses Klubs und der Stadt Rom zu werden", wird Friedkin in einer Klubmitteilung zitiert. Er ist in den USA als Autoimporteur bekannt. Die Führung der Roma soll jedoch sein Sohn Ryan übernehmen. Kontrolliert werden soll der Klub von einer neu gegründeten Gesellschaft mit Sitz in London.

Große Träume, keine Titel

Der an der Mailänder Börse notierte Klub ist seit 2011 im Besitz des US-Unternehmers Pallotta, der auch Klubpräsident und seit 2014 alleiniger Eigentümer ist. Seitdem versuchte Pallotta, die Roma zu einem der größten Klubs Europas zu machen. Doch nicht einmal zu einer italienischen Meisterschaft reichte es. Neunmal gewann Juventus seither den Titel. Die abgelaufene Saison beendete die Roma auf Rang fünf.

Zudem legte sich Pallotta regelmäßig mit den Fans der Roma an. So verweigerte er der damals knapp 40 Jahre alten Klublegende Francesco Totti 2016 eine Vertragsverlängerung, ehe er nach Protesten doch einlenkte. Mit den organisierten Fangruppen soll er sich überworfen haben, weil er die Fankurve familienfreundlicher machen wollte.

Auch einen Stadionneubau forcierte er und machte seinen Verbleib sogar davon abhängig. Die Eröffnung wird er als Roma-Präsident jedoch nicht mehr erleben. Wegen Korruptionsvorwürfen und Bauvorschriften verzögerte sich der Baustart immer weiter hinaus.

Seit Ende 2019 Gespräche über Übernahme

Nun dürfen die Friedkins ihr Glück versuchen. In einer ersten Phase soll Pallotta 200 Millionen Euro erhalten. Danach soll eine Kapitalerhöhung in der Größenordnung von 90 Millionen Euro beschlossen werden. "Dan und Ryan Friedkin haben Entschlossenheit bewiesen, eine Einigung zu erreichen und den Klub zu übernehmen. Sie werden großartige Roma-Eigentümer sein", wurde Pallotta in einer Pressemitteilung zitiert. Bereits seit Ende 2019 war bekannt, dass beide Parteien Gespräche über eine Übernahme führen.

Der kuwaitische Unternehmer Fahad Al Baker, der nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen ein Angebot für die Übernahme des Erstligisten abgegeben hatte, zog seine Offerte zurück. Die Mailänder Börse reagierte positiv auf den Besitzerwechsel bei der Roma. Die Klubaktie legte um 3,7 Prozent auf 0,57 Euro zu.

hba/sid/dpa
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