Asiens Verbandspräsident "Katar wird die Fifa niemals bitten, die WM zu verschieben"

Richtet Katar die WM 2022 im Winter aus? Nein, sagt der Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation, Mohammed Bin Hammam. Er glaubt nicht daran, dass Katar die Fifa um eine Verlegung bittet - genau das hatte aber Fifa-Präsident Joseph Blatter zur Bedingung für ein Turnier im Winter gemacht.
AFC-Präsident Bin Hammam: "Katar wird sein Versprechen halten"

AFC-Präsident Bin Hammam: "Katar wird sein Versprechen halten"

Foto: FADI AL-ASSAAD/ REUTERS

Hamburg - "Katar wird niemals die Fifa bitten, die WM 2022 auf den Winter zu verschieben", sagte Mohammed Bin Hammam, der Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC), der ARD-"Sportschau". Katar habe der Welt versprochen, trotz der Hitze eine komfortable WM im Juni und Juli auszutragen, und Katar werde sein Versprechen halten. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte zur Bedingung für eine Verlegung in den Winter erhoben, dass dies der Wunsch des Ausrichters ist.

Die Aussagen des Kataris Bin Hammams verwundern, hatte er doch noch Anfang Januar die WM im Winter ausdrücklich begrüßt: Die Spieler würden im Falle eines Wintertermins ausgeruhter ins Turnier gehen, da sie noch keine komplette Saison gespielt hätten. Außerdem könne man so der Sommerhitze im Land ausweichen.

Viele Funktionäre hatten sich nicht abgeneigt gezeigt, im Winter bei angenehmen 25 Grad spielen zu lassen. Selbst Fifa-Präsident Joseph Blatter kann sich eine WM im Winter vorstellen: "Ich unterstütze definitiv die Pläne, hier im Winter zu spielen", sagte der Schweizer. "Es sollte bei angemessenen Temperaturen gespielt werden, dabei denke ich vor allem an die Fußballer." Dafür wurde sogar erwogen, die nationalen Ligen künftig von Februar bis November auszutragen.

Die Idee einer Winter-WM hatte zu intensiven Diskussionen geführt. Viele Spieler, wie die deutschen Nationalspieler Philipp Lahm oder Thomas Müller, lehnen ein Turnier in dem Land ab, weil es bis zu 50 Grad heiß werden kann. "Im Sommer bei diesen Temperaturen zu spielen, ist absolut grenzwertig", hatte WM-Torschützenkönig Müller gesagt. "Ich bin froh, dass ich dann als Aktiver nicht mehr spielen muss. Im Sommer bei über 40 Grad macht das nicht wirklich Spaß", so Lahm. Katar hingegen plant, die WM-Stadien herunterzukühlen, um akzeptable Bedingungen zu schaffen.

jar/sid
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