Sieg für Atlético Madrid Juventus nach späten Gegentoren vor dem Aus

Treffer von José Gimenez und Diego Godin haben Atlético Madrid gegen Juventus einen wichtigen Hinspielsieg beschert. Zuvor war viel über die Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer diskutiert worden.

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Atlético Madrid hat Juventus im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League 2:0 (0:0) besiegt. Die Entscheidung fiel spät in der Partie durch Treffer von José Giménez (78.) und Diego Godin (83.).

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Atléti vs. Juventus: Ekstase im Wanda Metropolitano

Große Aufregung in der 27. Minute: Juves Rechtsverteidiger Mattia de Sciglio hatte den enteilenden Diego Costa an der Strafraumkante durch eine leichte Berührung zu Fall gebracht. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf Elfmeter - und erntete heftige Proteste der Juventus-Spieler. Zum Glück für die Italiener ist seit den Achtelfinals auch eine Überprüfung der Videobilder in der Champions League möglich. Der Assistent sah, dass der entscheidende Kontakt außerhalb stattfand, und Zwayer korrigierte sich.

Viele Diskussionen, keine Tore

Torchancen gab es kaum: Juves Cristiano Ronaldo zwang Jan Oblak per Freistoß zu einer guten Parade (9. Minute), Leonardo Bonucci köpfte aus kurzer Distanz über das Tor der Gastgeber (12.), auf der Gegenseite sorgte Antoine Griezman mit einem Freistoß für Gefahr (29.) - das war's. Dafür musste Zwayer viel diskutieren, häufig schlichten und auch zu Verwarnungen greifen: Atlétis Diego Costa und Thomas sahen früh ihre dritte Gelbe Karte im Wettbewerb und werden im Rückspiel fehlen.

Die zweite Hälfte begann mit einer großen Chance für die Gastgeber: Diego Costa war der Juve-Abwehr enteilt, setzte den Ball jedoch freistehend rechts am Tor vorbei (50.). Zwei Minuten später traf Griezman mit einem Lupfer nur die Latte. In der 70. Minute Jubel bei den Fans von Atléti: Der Ex-Turiner Alvaro Morata hatte per Kopf getroffen. Doch auch hier entschied Zwayer nach Ansicht der Videobilder: Foul an Chiellini, kein Treffer.

Späte Treffer für die Gastgeber

Der fiel dann doch noch in der 78. Minute. Nach einem Eckball kam es im Strafraum zu unübersichtlichen Szenen. José Giménez fiel der Ball vor die Füße, und er schoss ins linke Eck. Und es kam noch schlimmer für die enttäuschenden Gäste: In der 83. Minute traf Diego Godin nach einem Freistoß von Griezman. Federico Bernadeschi vergab in der 90. Minute die einzige Möglichkeit der Gäste in der zweiten Hälfte.

Beim Rückspiel (12. März, 21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird erneut Sami Khedira fehlen. Der ehemalige deutsche Nationalspieler musste sich im Vorfeld des Hinspiels wegen Herzproblemen eines operativen Eingriffs unterziehen und fällt mindestens vier Wochen aus.

Atlético Madrid - Juventus 2:0 (0:0)
1:0 Giménez (78.)
2:0 Godin (83.)
Atlético Madrid: Oblak - Juanfran, Giménez, Godìn, Filipe Luis - Saul Niguez, Thomas (61. Lemar), Rodrigo, Koke (67. Correa) - Griezman, Diego Costa (58. Morata)
Juventus: Szczesny - de Sciglio, Bonucci, Chiellini, Alex Sandro - Betancur, Pjanic (72. Can), Matuidi (84. Cancelo) - Dybala (80. Bernadeschi), Mandzukic, Cristiano Ronaldo
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Gelbe Karten: Diego Costa (3), Thomas (3), Griezman / Alex Sandro (3)
Zuschauer: 67.193

mfu



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bcpt8 21.02.2019
1.
Typisches Atlético-Spiel gegen einen Topgegner, ließe sich kurz resümieren: Mit meist sicherer Strafraumbastion im Rücken dem Kontrahenten Spielinitiative und optische Überlegenheit überlassend, um dann, wie aus dem Nichts, vorne entscheidende Wirkungstreffer zu landen. Und einmal mehr untermauernd, welche Statistikwerte letztlich zählen. Juve zeigte sich allerdings nicht in Bestform: Der Nimbus des einstigen Abwehrbollwerks um Chiellini und Bonucci schwindet nicht erst seit gestern ("top" dagegen weiterhin deren Theatralik bei "Feindberührung"); Dybala trat als Faktor für Kreativität und Torgefahr kaum in Erscheinung, während der immer noch antrittsschnelle Ronaldo ohne kongeniale Unterstützung beim souveränen Routinier Godin gut aufgehoben und mit zu wenig Zielwasser bei seinen Abschlüssen ausgestattet war. Somit blieben die z. T. 75% Ballbesitz der Turiner ohne Durchschlagskraft. Im Rückspiel muss Atlético allerdings einige Gelbsperren kompensieren, den heimstarken Rossoneri ist durchaus noch der Turnaround zuzutrauen.
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