Tennis-Spielervereinigung ATP kritisiert Wimbledon-Aus für russische Athleten scharf

Die Wimbledon-Organisatoren haben russische und belarussische Athleten und Athletinnen vom Turnier ausgeschlossen. Darunter auch solche, die sich gegen den Krieg gestellt haben. Die ATP bezeichnet die Entscheidung als »unfair«.
Anastasia Pavlyuchenkova

Anastasia Pavlyuchenkova

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Aurelien Morissard / imago images/IP3press

Die Wimbledon-Organisatoren hatten am Mittwoch beschlossen, Spieler wie den russischen Topspieler Daniil Medwedew und die belarussische Vorjahres-Halbfinalistin Aryna Sabalenka wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine auszuschließen.

Die Spielervereinigung ATP hat diesen Ausschluss russischer und belarussischer Tennisspieler vom Grand-Slam-Turnier scharf kritisiert. Die Entscheidung sei »unfair« und habe »das Potenzial, einen schädlichen Präzedenzfall zu schaffen«, teilte die für Herrenturniere zuständige Organisation mit . Die Frauen-Vereinigung WTA zeigte sich weniger später ebenfalls »sehr enttäuscht« von der scharfen Sanktion.

Umso deutlicher positionierte sich die ATP: »Eine Diskriminierung auf Grundlage einer Nationalität bedeutet eine Verletzung unserer Übereinkunft mit Wimbledon, wonach die Teilnahme von Spielern einzig auf der ATP-Rangliste fußt«, teilte die Spielervereinigung mit.

Wimbledon hat seit dem Zweiten Weltkrieg, als Spielerinnen aus Deutschland und Japan nicht antreten durften, keine Sportler und Sportlerinnen aus anderen Ländern gesperrt.

Andrej Rublev

Andrej Rublev

Foto: DENIS BALIBOUSE / REUTERS

Die ATP betonte zudem, dass Spieler aus Russland und Belarus weiterhin unter neutraler Flagge an Turnieren teilnehmen dürfen. »Bisher wurde diese Position auch vom gesamten Profitennis geteilt«, hieß es in dem Statement. Die ATP verurteile die russische Invasion indes »aufs Schärfste« und stehe »solidarisch an der Seite der Millionen unschuldigen Menschen, die von dem Krieg betroffen sind«.

Neben Medwedew dürften allein bei den Männern aus den Top 30 Andrej Rublew, Karen Chatschanow und Arslan Karazew nicht teilnehmen. Bei den Frauen sind es sechs Spielerinnen unter den Top 40. Unter ihnen auch die Weltranglisten-15. Anastasia Pavlyuchenkova, die sich öffentlich gegen die Invasion gestellt hatte.

Die Russin hatte bereits Ende Februar mitgeteilt: »Ich kann nur öffentlich den getroffenen Entscheidungen nicht zustimmen und offen darüber sprechen. Stoppt die Gewalt, stoppt den Krieg.«

mfu/sid