Aus nach einem Jahr Matthäus als Nationaltrainer Bulgariens abgelöst

Ende der Trainerzeit in Sofia: Der Vertrag von Lothar Matthäus als Nationaltrainer Bulgariens wurde aufgelöst. Das Team hatte die Qualifikation zur EM 2012 deutlich verpasst. Matthäus hatte zuletzt betont, sich schon per Handschlag auf eine Verlängerung des Kontraktes geeinigt zu haben.
Ex-Bulgarien-Coach Matthäus: Nach nur einem Jahr nicht mehr im Amt

Ex-Bulgarien-Coach Matthäus: Nach nur einem Jahr nicht mehr im Amt

Foto: AP

Hamburg - Lothar Matthäus ist nicht mehr länger Trainer der bulgarischen Fußball-Nationalmannschaft. Das teilte Verbandschef Borislaw Michailow am Montag in Sofia mit. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt, sagte er. Unter dem 50-Jährigen, der den Posten erst vor einem Jahr angetreten hatte, hatten die Bulgaren die Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 klar verpasst. Nachfolger ist der Bulgare Michail Madanski.

Der bisherige Vertrag von Matthäus läuft am Ende der EM-Qualifikation im Oktober aus. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hatte aber mehrfach betont, sich mit dem Verband per Handschlag auf eine Verlängerung des Kontraktsgeeinigt zu haben. Zuletzt hatte es jedoch stetig zugenommene Kritik an Matthäus und seiner Arbeit gegeben.

Wenige Stunden nach seinem Rauswurf versicherte Matthäus, dass er sich mit "guten Gefühlen" aus Bulgarien verabschiedet habe. "Ich habe viele Freunde in Bulgarien zurückgelassen und werde mit Sicherheit zurückkommen", sagte Deutschlands Rekordnationalspieler dem Internetmagazin "sportal.bg".

Den Vorwurf von Verbandschef Michailow ("Bulgarien hat unter ihm nur ärmliche Resultate erreicht, und es gibt Spannungen zwischen ihm und den Spielern") wies er zurück: "Ich weiß nicht, über welche Skandale Verbandschef Borislaw Michailow spricht." Es habe keine Skandale in der Mannschaft gegeben.

Matthäus hatte schon am Wochenende in der "Bild"-Zeitung gemutmaßt: "Ich muss nach den letzten beiden Niederlagen damit rechnen, dass im November Schluss ist." Die Bulgaren hatten in der EM-Quali zuletzt 0:3 gegen England und 1:3 gegen die Schweiz verloren. In der Gruppe G liegt Bulgarien mit fünf Punkten auf dem vierten und damit vorletzten Tabellenplatz.

Der Job in Bulgarien war Matthäus' siebte Trainerstation, davon die zweite als Coach einer Auswahlmannschaft. Zuvor hatte er schon Ungarn vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2005 trainiert, mit dem Team aber ebenfalls die Qualifikation für ein großes Turnier (WM 2006 in Deutschland) deutlich verpasst.

Auf Vereinsebene war der ehemalige deutsche Nationalspieler für Rapid Wien (September 2001 bis Mai 2002), Partizan Belgrad (Dezember 2002 bis Dezember 2003), Atlético Paranaense (Februar 2006) und Maccabi Netanya (April 2008 bis Juni 2009) verantwortlich. Zudem war er von Mai 2006 bis Juni 2007 Co-Trainer von Giovanni Trapattoni bei Red Bull Salzburg.

Dabei gelang ihm nur ein Titelgewinn: 2002 holte Matthäus mit Partizan Belgrad die Meisterschaft in Serbien-Montenegro und mit dem Team anschließend die Qualifikation zur Champions League. Kurios war das rund einmonatige Intermezzo beim brasilianischen Club Paranaense, als Matthäus während eines Heimaturlaubes in Europa seinen Rücktritt verkündete.

ham/leh/dpa
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