Ausraster Kahn reißt Schalke-Stürmer um

Bayern-Torwart Oliver Kahn ist berüchtigt für seine Ausraster. Beim Topspiel gegen Schalke 04 war es wieder so weit: Kahn riss Angreifer Sören Larsen zu Boden. Eine nachträgliche Bestrafung muss der Keeper aber nicht fürchten.

München - Larsen ging Kahn nach einer Ecke im Luftduell an, wonach der Schlussmann den dänischen Stürmer in der 67. Minute beim Stand von 1:0 mit einer Mischung aus rechtem Haken und Ringergriff zu Boden stieß. Schiedsrichter Herbert Fandel zeigte dem 37-Jährigem dafür die Gelbe Karte. Aufgrund dieser Tatsachenentscheidung ist eine nachträgliche Bestrafung Kahns ausgeschlossen. "Es war ein Grenzfall. Rot war möglich, ich habe mich für Gelb entschieden", sagte Fandel nach dem Spiel.

Larsen, der ohne Verwarnung davon kam, war anderer Meinung. "Das war klar Rot", sagte der 25-Jährige. Auch für Franz Beckenbauer war der Fall klar. "Ich weiß nicht, was mit ihm los war. Das gehört nicht auf den Fußballplatz, vielleicht zu Maske gegen Hill. Wenn er vom Platz fliegt, muss er sich nicht beschweren", sagte der Bayern-Präsident.

Weniger lustig fanden die Schalker die Aktion. "Herr Fandel hat keinen Mut gehabt, Kahn vom Platz zu stellen. Die Bayern haben einen kleinen Bonus", sagte Manager Andreas Müller: "Unser Keeper Manuel Neuer wäre für so etwas vom Platz geflogen." Auch Trainer Mirko Slomka erklärte, dass "wir dafür Rot gesehen hätten".

Kahn war bereits in der Vergangenheit immer wieder durch Ausraster aufgefallen. Am 2. Oktober 2004 nahm sich Kahn mit Handschuh und Zeigefinger der Nase von Werder-Stürmer Miroslav Klose an. Zuvor hatte Kahn "einen Schlag in die Nieren" gespürt.

Zwei Jahre zuvor war es Thomas Brdaric, der den Zorn des Bayern-Torwarts zu spüren bekam. Durch den damaligen Stürmer von Bayer Leverkusen fühlte sich Kahn so provoziert, dass er die Nummer 23 von Bayer am Hals griff und ordentlich durchschüttelte. Die Folge: Gelb für Kahn und, schlimmer: eine Brdaric-CD, auf der auch der Nationalkeeper verspottet wurde.

Am 3. April 1999 rastete Kahn gleich zweimal aus. Zunächst deutete der Torwart bei Dortmunds Stürmer Heiko Herrlich einen Biss in den Hals an. Kurz vorher hatte Kahn Stephane Chapuisat mit einem Kung-Fu-Tritt nur knapp verfehlt. Legendär ist auch Kahns Schüttelattacke gegen Andreas Herzog aus dem Jahre 1996 in Stuttgart. Obwohl er zu Null spielte, schüttelte Kahn seinen Mitspieler ordentlich durch, weil dieser ihm in der Abwehrarbeit zu unaufmerksam gewesen war.

pav/sid

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