Ausrüsterstreit Bierhoff übergab Nike-Angebot an den DFB

Es ist nur ein Detail im Streit um den möglichen neuen Ausrüster des Deutschen Fußball-Bundes. Doch es sorgt für großen Ärger. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff übergab das millionenschwere Angebot von Nike. Der ehemalige Stürmer war früher als Repräsentant des US-Konzerns tätig.


Frankfurt/Main - DFB-Präsident Theo Zwanziger bestätigte dem Fachmagazin "kicker", dass Bierhoff quasi als "Bote" im November 2006 persönlich das 500-Millionen-Euro-Angebot des US-Konzerns Nike abgegeben habe. Zwanziger betonte allerdings, dass Bierhoff als ehemaliger Repräsentant des US-Sportartikel-Giganten in die laufenden Gespräche mit Nike nicht eingebunden sei. Bereits am vergangenen Dienstag hatte er erklärt: "An Gerüchten und dummem Geschwätz will ich mich nicht beteiligen." Man wirft Oliver Bierhoff zu Unrecht vor, dass noch eine Abhängigkeit zu Nike bestünde. "Oliver Bierhoff hat unser vollstes Vertrauen, und er hat darauf zu achten, dass es zu keiner Interessenkollision kommt."

Briefträger Bierhoff: Keine Abhängigkeit
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Briefträger Bierhoff: Keine Abhängigkeit

Bierhoff hatte das verschlossene Kuvert mit dem Nike-Angebot im Herbst vergangenen Jahres persönlich im Frankfurter Büro von Zwanziger abgegeben, ohne allerdings den Inhalt zu kennen. Zuvor war dem DFB-Präsidenten eigenen Angaben zufolge das lukrative Angebot bereits "mündlich zugerufen" worden. Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte Bierhoff zuletzt unterstellt, sich als ehemaliger Berater ganz bewusst für Nike eingesetzt zu haben: "Man kann sich so ein Angebot anhören, aber man darf es nicht in die Öffentlichkeit tragen. Und eben das wurde gezielt gemacht, um Druck zu erzeugen. Man muss mit diesen Dingen seriös umgehen, und eben das tut Oliver Bierhoff nicht", sagte Rummenigge der "Sport Bild".

Verbands-Boss Zwanziger und der DFB nehmen den Nationalmannschaftsmanager allerdings in Schutz. Schließlich sei es nicht verwerflich, wenn Bierhoff die Gewinnmaximierung des DFB forciere. Vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz am 7. Februar in Düsseldorf (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) will Zwanziger nun das Gespräch mit Rummenigge suchen. "Wir werden uns im Zuge des Länderspiels treffen und atmosphärische Dinge regeln", so der DFB-Chef.

mt/sid



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