Ausschreitungen in Dortmund Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags

Die Ausschreitungen beim Spiel in Dortmund haben Folgen für zahlreiche Fans von Galatasaray Istanbul. Erste identifizierte Personen wurden festgenommen.
Galatasaray-Fans in Dortmund: Alle Personalien aufgenommen

Galatasaray-Fans in Dortmund: Alle Personalien aufgenommen

Foto: AP/dpa

Hamburg - Die sportliche Bilanz fiel aus Dortmunder Sicht nach dem 4:1-Sieg gegen Galatasaray Istanbul erfreulich aus, der Polizeibericht zu den Ausschreitungen rund um das Champions-League-Spiel am Dienstagabend liest sich hingegen erschreckend: zwei verletzte Polizisten, mehrere Festnahmen sowie Ermittlungen wegen versuchten Totschlags, Landfriedensbruchs, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und das Versammlungsgesetz.

Die Begegnung war in der zweiten Halbzeit für einige Minuten unterbrochen worden, weil türkische Fans Pyro-Fackeln in die umliegenden Blöcke warfen und Böller zündeten.

Schon vor dem Anpfiff hatten sich rund 1000 Gästefans auf dem Dortmunder Friedensplatz in der Innenstadt versammelt, heißt es in dem Polizeibericht. Bereits dort seien pyrotechnische Gegenstände gezündet worden. Gegen 18 Uhr setzte sich diese Gruppe zu Fuß in Richtung Stadion in Bewegung, auf dem Weg dorthin sei es vermehrt zum Abbrennen von Pyrotechnik gekommen. Zwei Polizeibeamte wurden dabei verletzt, mehrere Personen in Gewahrsam genommen.

"Eine permanente Provokation"

kicker.tv

Auch innerhalb des Stadions zündeten Anhänger von Galatasaray während der gesamten Begegnung und nach Spielende massiv Böller, Bengalos und Nebeltöpfe. Zudem sei es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Fans im Gästeblock gekommen. Pyrotechnik und herausgerissene Sitzschalen wurden dabei auch in Sitzplatzbereiche der Dortmunder Anhänger geworfen. Diese Vorkommnisse führten schließlich zu einer kurzzeitigen Spielunterbrechung. Laut Michael Zorc habe die Partie sogar vor dem Abbruch gestanden. "Das war eine permanente Provokation", sagte der BVB-Sportdirektor.

Aufgrund der massiven Straftaten stellte die Polizei die Personalien aller im Galatasaray-Block befindlichen Personen fest und leitete entsprechende Ermittlungen ein. Erste identifizierte Personen wurden festgenommen.

Die Phase, als nach dem Abpfiff zuerst die heimischen Anhänger das Stadion verlassen duften, nutzte eine Gruppe Dortmunder Fans und überrannte Ordner und Polizeisperrlinien, um einen Angriff auf die Galatasaray-Fankurve zu starten. Polizeikräfte und Ordner konnten aber eine direkte körperliche Auseinandersetzung zwischen beiden Lagern verhindern.

luk/sid
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