Kuriose Fußball-Wechsel Der Transfer-Witsel des Jahres

Der Belgier Axel Witsel weilte schon bei seinem neuen Klub Juventus, es fehlte nur noch die Transferbestätigung. Doch die blieb aus. Kuriose internationale Wechsel oder Nicht-Wechsel in der Zusammenfassung.

Der belgische Nationalspieler Axel Witsel
AFP

Der belgische Nationalspieler Axel Witsel

Von


Defekte Faxgeräte, verspätet eingereichte Unterlagen, nicht entdeckte Verletzungen - der Fußball-Transfermarkt erlebte in den vergangenen Jahren bereits einige kuriose Pannen. Eine solche hat nun auch der belgische Nationalspieler Axel Witsel erlebt. Der Mittelfeldspieler von Zenit St. Petersburg wollte Russland verlassen, hatte bei seinem auserkorenen Klub Juventus Turin bereits den Medizincheck bestanden - und spielt nun doch weiter bei Zenit.

Wie verschiedene Medien berichten, saß Witsel in einem Turiner Hotel und wartete auf die Bestätigung aus St. Petersburg. So soll die Ablösesumme in Höhe von 18 Millionen Euro bereits ausgehandelt gewesen sein, Zenit-Trainer Mircea Lucescu wollte die Freigabe jedoch erst erteilen, wenn er einen Ersatz verpflichtet habe.

Die Suche gestaltete sich schwierig, die Verhandlungen liefen bis in den späten Abend hinein. In der italienischen Serie A war das Transferfenster am Mittwoch noch bis 22.59 Uhr geöffnet, dann hätten alle Unterlagen beim Verband sein müssen. Wenige Minuten vorher lenkte Zenit dann tatsächlich ein, aber die Zeit reichte nicht mehr, um alles rechtzeitig zu übermitteln.

Witsels Vertrag in St. Petersburg läuft noch bis 2017, dann könnte er den russischen Pokalsieger ablösefrei verlassen. Juventus hat bereits angekündigt, ihn dann oder sogar schon im kommenden Winter verpflichten zu wollen. Eine Stellungnahme des Belgiers ist nicht übermittelt, er soll Turin mittlerweile wieder Richtung belgische Nationalmannschaft verlassen haben.

Cuadrado wieder zu Juventus

Eine Erfolgsmeldung konnte Juve dann aber doch bekannt geben. Juan Cuadrado wird auch im kommenden Jahr für die Turiner spielen. Der Kolumbianer war bereits im vergangenen Jahr vom FC Chelsea ausgeliehen, nun kommt er für weitere drei Jahre zum Team von Trainer Massimiliano Allegri - allerdings weiterhin auf Leihbasis. Juve soll nach einem Jahr eine Kaufoption in Höhe von 25 Millionen Euro ausgehandelt haben. Lassen sie diese verstreichen, verteuert sich die Leihgebühr jährlich um fünf Millionen Euro.

Sissoko lässt Everton warten

Einen wahren Transfer-Krimi erlebte der französische Vize-Europameister Moussa Sissoko. Der Mittelfeldspieler hatte alle Angebote vor der EM 2016 ausgeschlagen, um im Anschluss zu einem Top-Verein wechseln zu können. Deshalb hatte ihn auch der Hamburger SV nicht verpflichten können. Doch die Rechnung wäre fast nicht aufgegangen.

Newcastle United, der Klub mit dem Sissoko in der vergangenen Saison aus der Premier League abgestiegen war, verlangte eine Ablösesumme von umgerechnet 35 Millionen Euro. Noch am Dienstag sah es so aus, als ob kein Verein bereit wäre, diese Summe zu zahlen. Dann kam der FC Everton, akzeptierte die Forderung und stellte einen Privatjet zur Verfügung, um den Medizincheck durchführen zu können.

Allerdings betrat Sissoko das Flugzeug nicht - oder besser: dieses Flugzeug nicht. Denn mittlerweile hatte sich Tottenham Hotspur eingeschaltet. Der Klub aus London lockte den Franzosen mit der Aussicht, Champions League spielen zu können und stellte Newcastle ebenfalls die geforderte Ablöse in Aussicht. Also entschied sich Sissoko für die Spurs - und der FC Everton ging leer aus.

Premier League bricht Rekorde

Insgesamt investierten die 20 Premier-League-Klubs in dieser Transferperiode etwas über 1,4 Milliarden Euro für 254 Spieler - ein neuer Rekord im Vergleich zur vergangenen Saison. Besonders aktiv waren die beiden Klubs aus Manchester mit 213 Millionen Euro (ManCity) und 185 Millionen Euro (ManUnited) sowie der FC Chelsea. Durch die Last-Minute-Einkäufe von PSG-Abwehrspieler David Luiz (38,5 Millionen Euro) und Marcos Alonso vom AC Florenz (23 Millionen Euro) stieg Chelseas Investition auf insgesamt 144 Millionen Euro an.

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
allahhopp 01.09.2016
1. Turnierhotel was ist denn das?
.....wartete Witsel in einem Turnierhotel⚽️
zahnmediziner 01.09.2016
2.
Turiner Hotel wäre die einfachste Erklärung...
c.PAF 01.09.2016
3.
Ich möchte aber nicht die einfachste Erklärung, sondern die richtige Erklärung ;)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.