Nach Suizidversuch Schiedsrichter Babak Rafati tritt zurück

Er will nicht mehr pfeifen: Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati legt sein Amt nieder. Seine Entscheidung steht offenbar im Zusammenhang mit seinem Suizidversuch im vergangenen November.
Schiedsrichter Rafati: Rücktritt nach Suizidversuch

Schiedsrichter Rafati: Rücktritt nach Suizidversuch

Foto: REUTERS

Hamburg - Der Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover wird keine Fußballspiele mehr leiten. "Er ist zurückgetreten", sagte Karl Rothmund, der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für Schiedsrichter zuständige Vizepräsident. Er bedauere es sehr, dass der DFB einen seiner besten Schiedsrichter verloren habe, sagte Rothmund. "Ich kann seine persönliche Entscheidung aber nachvollziehen."

Der Rücktritt Rafatis steht vermutlich im Zusammenhang mit seinem Suizidversuch im November. Der 41-Jährige war kurz vor seinem geplanten Einsatz beim Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 mit aufgeschnittenen Pulsadern in seinem Kölner Hotelzimmer gefunden worden.

Rafati selbst nannte eine zu spät diagnostizierte Depression als Ursache für seine Tat. Wachsender Leistungsdruck für ihn als Schiedsrichter, medialer Druck und die immerwährende Angst, Fehler zu machen, seien zu einer immer größeren Belastung für den Referee geworden. Am Ende habe er sich ihr nicht mehr gewachsen gefühlt, sagte er.

Rafati befindet sich seit seinem Suizidversuch in therapeutischer Behandlung, ein Spiel hatte er seitdem nicht mehr geleitet. Zuvor hatte der Bankkaufmann in sechs Jahren insgesamt 84 Spiele der Bundesliga gepfiffen. Seit 2008 war Rafati Fifa-Schiedsrichter, wurde allerdings im September 2011 vom DFB nicht mehr für internationale Einsätze nominiert.

psk/dpa
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