HSV-Profi Jatta Bremer Migrationsamt hielt Passfälschung für unwahrscheinlich

Angaben der Bremer Innenbehörde scheinen die Version von Fußballprofi Bakery Jatta über seine Identität zu bestätigen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg sieht derzeit keinen Anlass für ein Ermittlungsverfahren.

Im Fokus: Bakery Jatta
Christian Charisius DPA

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Das Wirrwarr um Fußballprofi Bakery Jatta vom Zweitligisten Hamburger SV geht weiter. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" sollen die Angaben in Jattas Reisepass korrekt sein. Der Gambier sei zunächst ohne gültigen Pass nach Deutschland gekommen. Das sagte eine Sprecherin der Bremer Innenbehörde der Zeitung.

Demnach soll er einen Pass in seiner Heimat beantragt haben, der auf dem Postweg nach Deutschland geschickt wurde. Wie das "Abendblatt" weiter erfuhr, soll die Echtheit des Passes vom Bremer Migrationsamt überprüft worden sein. Eine Fälschung wurde für unwahrscheinlich gehalten.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft sieht derzeit keinen Grund, ein Ermittlungsverfahren in dieser Angelegenheit zu eröffnen. "Wir stehen im Austausch mit den Behörden und haben den Vorgang natürlich im Blick", sagte Sprecherin Liddy Oechtering dem SPIEGEL. Man werde aber das Anhörungsverfahren des zuständigen Bezirksamtes Hamburg-Mitte abwarten und erst danach entscheiden, ob man tätig werde. Das Bezirksamt will den Fall noch einmal überprüfen und dabei auch Jatta nochmals anhören.

Schon in Gambia als Bakery Jatta geführt

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Jatta sei seit fünf Jahren im Transfer-Registrierungssystem (TMS) der Fifa gelistet. Vor seiner Flucht aus Gambia soll er für den Erstligisten Brikama United in seiner Heimat gespielt haben. Dort wurde er vom 1. Februar 2014 bis 30. Juni 2016 offiziell als Bakery Jatta geführt.

Jattas Angaben vor Medienvertretern, dass er nie zuvor in einem Verein Fußball gespielt habe, entspräche in diesem Fall zwar nicht der Wahrheit. Allerdings hätte sich dann auch der Vorwurf erledigt, dass Jatta unter falschem Namen nach Deutschland eingereist sei. Die "Sport Bild" hatte von dem Verdacht berichtet, der Spieler habe in Gambia unter dem Namen Bakery Daffeh bereits höherklassig gespielt.

Den Namen Bakary Daffeh gibt es tatsächlich auch, er taucht in dem Fifa-System aber nur bis November 2013 auf. Auch Daffeh spielte bei Brikama United. Danach wird er nicht mehr geführt.

Die Deutsche Fußballliga erklärte auf Nachfrage, dass die Identität Jattas durch den Gambischen Fußballverband bestätigt worden sei. Daraufhin sei ihm die Freigabe erteilt und der Spielerpass ausgestellt worden.

aha/dpa

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