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03. September 2019, 16:02 Uhr

Fall Jatta

Nürnberg, Bochum und Karlsruhe ziehen Einspruch gegen HSV-Spiele zurück

Drei Zweitligisten haben ihre Einsprüche gegen die HSV-Spiele zurückgezogen. Zuvor hatte das Bezirksamt Hamburg keine Anhaltspunkte für einen Identitätsschwindel von Bakery Jatta gefunden.

Im Fall Bakery Jatta halten drei Zweitligisten an ihrem Protest gegen die Spielwertung der Ligaduelle gegen den Hamburger SV nicht länger fest. Dies teilten der 1. FC Nürnberg, der Karlsruher SC und der VfL Bochum mit. Wenig später gab der Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass das Sportgericht des DFB die Einspruchsverfahren abgeschlossen hat. Die Spielwertungen werden bestehen bleiben, hieß es in einer Verbandsmitteilung.

Am Montag hatte das Hamburger Bezirksamt Mitte seine Ermittlungen gegen Jatta eingestellt und ausländerrechtliche Maßnahmen wegen der Zweifel an der Identität des Profis abgelehnt.

Nach einem Medienbericht der "Sport Bild" vom 7. August hatte es Zweifel an der Identität Jattas gegeben, das Bezirksamt hatte ermittelt. Der Profi soll demnach in Wahrheit Bakary Daffeh heißen und zwei Jahre älter sein. Anschließend hatten Nürnberg (0:4), Bochum (0:1) und Karlsruhe (2:4) Protest beim DFB gegen die Wertung ihrer Spiele gegen den HSV eingelegt, weil Jatta weiter zum Einsatz kam.

Hannover 96 hatte auf einen Protest verzichtet

Der DFB hatte bereits am Montag erklärt, dass sich das Sportgericht nur dann mit dem Fall befassen werde, wenn die Klubs ihre Einsprüche aufrechterhalten sollten.

"Mit der Entscheidung der zuständigen Behörde hat sich die sportjuristische Frage für den Club geklärt und wir sehen keine Veranlassung mehr, den Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund gegen die Spielwertung" aufrechtzuerhalten, teilten die Nürnberger mit. Mit ähnlichen Worten äußerten sich auch die beiden anderen Vereine.

Hannover 96 hatte hingegen keinen Protest gegen das 0:3 am vergangenen Sonntag in Hamburg eingelegt. Jatta erzielte dabei den Treffer zum Endstand. Auch Stadtrivale FC St. Pauli hatte mit Blick auf das Derby am 16. September angekündigt, ebenfalls auf einen Widerspruch zu verzichten. Zudem hatten Darmstadt am ersten Spieltag (1:1) sowie der Chemnitzer FC im DFB-Pokal ebenfalls auf einen Protest verzichtet.

Jatta spielt seit 2016 für den HSV und hat noch einen Vertrag bis 2024. Sein Klub hatte stets deutlich gemacht, hinter seinem Spieler zu stehen. Nach fünf Spieltagen ist der Hamburger SV mit 13 Punkten Tabellenführer der zweiten Liga.

jan/sid/dpa

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