Fall Jatta Nürnberg, Bochum und Karlsruhe ziehen Einspruch gegen HSV-Spiele zurück

Drei Zweitligisten haben ihre Einsprüche gegen die HSV-Spiele zurückgezogen. Zuvor hatte das Bezirksamt Hamburg keine Anhaltspunkte für einen Identitätsschwindel von Bakery Jatta gefunden.

Hamburgs Bakery Jatta
Christian Charisius/DPA

Hamburgs Bakery Jatta


Im Fall Bakery Jatta halten drei Zweitligisten an ihrem Protest gegen die Spielwertung der Ligaduelle gegen den Hamburger SV nicht länger fest. Dies teilten der 1. FC Nürnberg, der Karlsruher SC und der VfL Bochum mit. Wenig später gab der Deutschen Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass das Sportgericht des DFB die Einspruchsverfahren abgeschlossen hat. Die Spielwertungen werden bestehen bleiben, hieß es in einer Verbandsmitteilung.

Am Montag hatte das Hamburger Bezirksamt Mitte seine Ermittlungen gegen Jatta eingestellt und ausländerrechtliche Maßnahmen wegen der Zweifel an der Identität des Profis abgelehnt.

Nach einem Medienbericht der "Sport Bild" vom 7. August hatte es Zweifel an der Identität Jattas gegeben, das Bezirksamt hatte ermittelt. Der Profi soll demnach in Wahrheit Bakary Daffeh heißen und zwei Jahre älter sein. Anschließend hatten Nürnberg (0:4), Bochum (0:1) und Karlsruhe (2:4) Protest beim DFB gegen die Wertung ihrer Spiele gegen den HSV eingelegt, weil Jatta weiter zum Einsatz kam.

Hannover 96 hatte auf einen Protest verzichtet

Der DFB hatte bereits am Montag erklärt, dass sich das Sportgericht nur dann mit dem Fall befassen werde, wenn die Klubs ihre Einsprüche aufrechterhalten sollten.

"Mit der Entscheidung der zuständigen Behörde hat sich die sportjuristische Frage für den Club geklärt und wir sehen keine Veranlassung mehr, den Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund gegen die Spielwertung" aufrechtzuerhalten, teilten die Nürnberger mit. Mit ähnlichen Worten äußerten sich auch die beiden anderen Vereine.

Hannover 96 hatte hingegen keinen Protest gegen das 0:3 am vergangenen Sonntag in Hamburg eingelegt. Jatta erzielte dabei den Treffer zum Endstand. Auch Stadtrivale FC St. Pauli hatte mit Blick auf das Derby am 16. September angekündigt, ebenfalls auf einen Widerspruch zu verzichten. Zudem hatten Darmstadt am ersten Spieltag (1:1) sowie der Chemnitzer FC im DFB-Pokal ebenfalls auf einen Protest verzichtet.

Jatta spielt seit 2016 für den HSV und hat noch einen Vertrag bis 2024. Sein Klub hatte stets deutlich gemacht, hinter seinem Spieler zu stehen. Nach fünf Spieltagen ist der Hamburger SV mit 13 Punkten Tabellenführer der zweiten Liga.

jan/sid/dpa



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spon1899 03.09.2019
1.
Typisch Springerpresse. Schämen sollte sich die Sportbild. Sag ich als Werder-Fan. Viel Erfolg für Jatta!
finya-satchmo 03.09.2019
2. ...und was macht BILD?
Nun warte ich gespannt darauf, dass sich die Zeitung und der Verlag entschuldigen. Mindestens das!
hans-rai 03.09.2019
3. Dass sich die Vereine durch diesen Bericht...
...von Sport-Bild überhaupt haben instrumentalisieren lassen, ist ein "Trauerspiel". Ihr Einlenken jetzt aber eine gute Sache, damit bei Jatta und dem HSV wieder Ruhe einkehrt. Die Redaktion von Sportbild aber würde ich auf Schmerzensgeld verklagen.
Lisa_can_do 03.09.2019
4. Sollte am Ende die Vernunft und Menschlichkeit siegen?
Und nicht diese unprofessionellen Vereine wie Nürnberg, Bochum und Co. Krasser geht es ja wohl nicht, erst verlieren, dann Einspruch. Schämen sollten sich alle diejenigen, die so dumm sind anzunehmen, dass es für eine Gesellschaft tatsächlich eine Geburtsurkunde, ein Standesamt und ein Einwohnermeldeamt braucht - braucht es nicht, auch wenn ich das als Deutsche schätze. Aber gute Fußballer und tolle und ehrliche Menschen gibt es dennoch dort. Auch ohne diese Behörden. Überraschung.
elisenstein 03.09.2019
5. was sollen sie auch sonst tun
um sich nicht vollständig lächerlich zu machen. Schade eigentlich, dass Nürnberg den sog. Kronzeugen nicht mehr aussagen lassen muss. Er hätte wahrscheinlich entweder lügen oder sich und seinen Verein belasten müssen. Wer weiß, was es mit diesem Phantom Jaffeh auf sich hat. Die Bild wird uns sicherlich darüber aufklären. Immer schön Öl ins Feuer gießen? Hauptsache die Auflage stimmt? Nicht jeder Betroffene hat das Glück wie Jatta, daß es in solchen Situationen Menschen gibt, die ihm den Rücken stärken und zu ihm halten . Ich befürchte das es noch genügend Menschen gibt, die weiterhin zweifeln. Irgendwas muss da doch dran sein....
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