Ballacks Forderungen Der Kapitän will sich einspielen

Keine Experimente bitte: Im Vorfeld des letzten Testspiels vor Beginn der Europameisterschaft gibt Kapitän Michael Ballack die Linie vor. Um die Favoritenrolle beim Turnier ausfüllen zu können, will Ballack gegen Serbien mit der späteren Startelf auflaufen.


Hamburg - Zehn Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Polen lässt der Kapitän keine Ausreden mehr gelten und erwartet von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei ihrer EM-Generalprobe ein deutliches Zeichen.

Mannschaftskapitän Ballack: "Wir müssen uns in allen Bereichen steigern"
DDP

Mannschaftskapitän Ballack: "Wir müssen uns in allen Bereichen steigern"

"Ich erwarte einen Sieg und und ein gutes Spiel unserer Mannschaft, damit wir mit einem positiven Gefühl und dem nötigen Selbstbewusstsein in unsere zwei freien Tage gehen", sagte Michael Ballack vor dem Länderspiel der DFB-Auswahl am kommenden Samstag in Gelsenkirchen gegen Serbien (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), das Ballack als "Standortbestimmung" bezeichnete.

Der 31-Jährige fordert deshalb von Bundestrainer Joachim Löw, dass gegen Serbien die Elf aufläuft, die auch am 8. Juni gegen Polen spielen soll: "Es ist wichtig, dass der letzte Test vor der EM dazu genutzt wird, dass sich die Mannschaft einspielt." Für Ballack ist auch selbstverständlich, dass die DFB-Auswahl die Rolle als Titelanwärter bei der Euro annimmt.

"Wir sind bei der WM Dritter geworden. Deshalb ist es klar, dass wir als Favorit gehandelt werden. Es muss auch unser Anspruch sein, ins Finale zu kommen", sagte Ballack und verlangte zugleich, dass man man schrittweise vorgeht: "Wir haben eine Gruppe, in der wir weiterkommen können. Es muss unser erstes Ziel sein, in die nächste Runde einzuziehen. Dann sehen wir weiter."

Respekt hat Ballack vor allem vor Auftaktgegner Polen, der bei der WM dank eines Last-Minute-Treffers von Oliver Neuville 1:0 bezwungen wurde. "Da haben wir gesehen, wie schwer dieser Gegner zu spielen ist. Und bei der EM wird das nicht anders sein." Um sich auf diese Aufgabe optimal einzustimmen, kommt dem Kapitän die serbische Mannschaft gerade recht: "Wir brauchen einen Gegner, der uns alles abverlangt."

Löw hatte sich offen gehalten, ob er bereits seine Wunschformation in der Schalke-Arena aufstellt oder erst während der zweiten Trainingsphase ab kommenden Dienstag in Ascona die Startelf für das ersten Gruppenspiel proben lässt.

"Natürlich hat der Trainer das letzte Wort, aber ich glaube schon, dass man am Samstag im Großen und Ganzen die Mannschaft sehen wird, die gegen Polen spielt", sagte Ballack, der mit dem Bundestrainer gegen Ende des Trainingslagers auf Mallorca über dieses Thema allerdings noch nicht gesprochen hat.

Ballack fordert von sich und seinen Kollegen auch eine deutliche Leistungssteigerung zum Weißrussland-Spiel. "Wir müssen uns in allen Bereichen steigern. Es ist zwar grundsätzlich ein gutes Zeichen, dass alle nach den Belastungen der letzten Tage müde sind und jammern", so Ballack. "Aber gegen Serbien müssen wir wieder unsere Tugenden zeigen, die uns auszeichnen. Dazu zählen Willenskraft, Konzentration, Bissigkeit und Aggressivität. Das haben wir am Dienstag vermissen lassen."

Insgesamt sieht Ballack das deutsche Team besser aufgestellt als noch vor zwei Jahren. "Damals waren wir im taktisch-technischen Bereich noch nicht so gut", sagte der Kapitän. "Diesmal ist die Mannschaft eingespielt, weil wir seit vier Jahren ein einheitliches System spielen, das alle verinnerlicht haben und es deshalb viele Automatismen gibt, die zuvor nicht gegriffen haben."

luk/sid



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