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08. Mai 2019, 19:10 Uhr

Champions League

Wie auch ein Balljunge dem FC Liverpool half, ins Endspiel zu kommen

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Nicht nur Jürgen Klopp und sein Team werden nach dem 4:0-Heldenstück gegen den FC Barcelona bejubelt. In England gehören die Schlagzeilen auch einem 14 Jahre alten Balljungen. Er hatte seinen Anteil am entscheidenden Tor.

Die Helden des Abends heißen Divock Origi, Trent Alexander-Arnold, Georginio Wijnaldum und Jürgen Klopp. Immer wieder gepriesen seit gestern Abend, seit diesem jetzt schon historischen 4:0 des FC Liverpool über den FC Barcelona. Dieses Spiel, das seinen Höhepunkt in jenem absurden Eckballtor zum entscheidenden 4:0 fand. Ein Treffer, der eigentlich auf den Bolzplatz gehört oder in die Kreisliga. Der Bauerntrick als Eintrittskarte in das Champions-League-Endspiel.

Es gibt aber auch zwei Nebendarsteller, die ihre Rolle in diesem Heldenstück rund um jenen Eckball in der 79. Minute in Anfield gespielt haben. Der eine heißt Carl Lancaster, der andere ist ein 14-jähriger Junge aus Leeds mit dem schönen für den Fußball fast prädestinierten Namen Oakley Cannonier.

Lancaster arbeitet als Trainer bei der Klubakademie des FC Liverpool in Kirby, er ist unter anderem zuständig für die Einteilung der Balljungen. In dieser Funktion hatte er die Balljungen in Anfield angewiesen, den Ball vor Eckstößen gegen die Katalanen besonders schnell bereitzulegen - weil den englischen Scouts nicht entgangen war, dass die Barça-Profis im Hinspiel bei annähernd jeder Standardsituation erst einmal auf den Schiedsrichter einredeten, statt sich sofort auf die neue Spielsituation zu konzentrieren. Das sollten die Liverpooler ausnutzen. Sie taten es.

Selfie mit Alexander-Arnold

Oakley Cannonier hatte Lancaster offensichtlich sehr gut zugehört. Vor dem entscheidenden Eckball legte er bienenfleißig den Ball parat und winkte sogar Liverpool-Profi Origi zu, er solle einen zweiten Ball, der noch im Feld lag, schleunigst vom Platz entfernen.

Cannoniers jugendlicher Eifer half mit, dass Trent Alexander-Arnold den kuriosen Eckstoß so schnell ausführen konnte, dass die Barça-Abwehr noch vollständig überrumpelt war. Das Ende ist bekannt.

Der "Independent", der diese Geschichte notiert hat, schreibt: "Was auch immer ab jetzt noch in seinem Leben passieren wird - er wird sich an seine Rolle bei diesem bemerkenswertesten Sieg des FC Liverpool in der gesamten Vereinsgeschichte erinnern."

Möglicherweise geht der Traum des Oakley Cannonier auch in die nächste Runde: Ex-Liverpoolstar Graeme Souness hat als TV-Experte von "Virgin Media" angeregt, dem Jungen zwei Saisontickets für die kommende Spielzeit zu schenken - und eine Eintrittskarte fürs Champions-League-Endspiel in Madrid. Die erste Belohnung für ihn gab es noch am selben Abend: Eckballschütze Alexander-Arnold posierte mit Cannonier für ein Selfie.

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