Champions League Wie auch ein Balljunge dem FC Liverpool half, ins Endspiel zu kommen

Nicht nur Jürgen Klopp und sein Team werden nach dem 4:0-Heldenstück gegen den FC Barcelona bejubelt. In England gehören die Schlagzeilen auch einem 14 Jahre alten Balljungen. Er hatte seinen Anteil am entscheidenden Tor.

Nur noch Jubel nach dem 4:0-Tricktor
Oli Scarff AFP

Nur noch Jubel nach dem 4:0-Tricktor

Von


Die Helden des Abends heißen Divock Origi, Trent Alexander-Arnold, Georginio Wijnaldum und Jürgen Klopp. Immer wieder gepriesen seit gestern Abend, seit diesem jetzt schon historischen 4:0 des FC Liverpool über den FC Barcelona. Dieses Spiel, das seinen Höhepunkt in jenem absurden Eckballtor zum entscheidenden 4:0 fand. Ein Treffer, der eigentlich auf den Bolzplatz gehört oder in die Kreisliga. Der Bauerntrick als Eintrittskarte in das Champions-League-Endspiel.

Es gibt aber auch zwei Nebendarsteller, die ihre Rolle in diesem Heldenstück rund um jenen Eckball in der 79. Minute in Anfield gespielt haben. Der eine heißt Carl Lancaster, der andere ist ein 14-jähriger Junge aus Leeds mit dem schönen für den Fußball fast prädestinierten Namen Oakley Cannonier.

Lancaster arbeitet als Trainer bei der Klubakademie des FC Liverpool in Kirby, er ist unter anderem zuständig für die Einteilung der Balljungen. In dieser Funktion hatte er die Balljungen in Anfield angewiesen, den Ball vor Eckstößen gegen die Katalanen besonders schnell bereitzulegen - weil den englischen Scouts nicht entgangen war, dass die Barça-Profis im Hinspiel bei annähernd jeder Standardsituation erst einmal auf den Schiedsrichter einredeten, statt sich sofort auf die neue Spielsituation zu konzentrieren. Das sollten die Liverpooler ausnutzen. Sie taten es.

Selfie mit Alexander-Arnold

Oakley Cannonier hatte Lancaster offensichtlich sehr gut zugehört. Vor dem entscheidenden Eckball legte er bienenfleißig den Ball parat und winkte sogar Liverpool-Profi Origi zu, er solle einen zweiten Ball, der noch im Feld lag, schleunigst vom Platz entfernen.

Cannoniers jugendlicher Eifer half mit, dass Trent Alexander-Arnold den kuriosen Eckstoß so schnell ausführen konnte, dass die Barça-Abwehr noch vollständig überrumpelt war. Das Ende ist bekannt.

Der "Independent", der diese Geschichte notiert hat, schreibt: "Was auch immer ab jetzt noch in seinem Leben passieren wird - er wird sich an seine Rolle bei diesem bemerkenswertesten Sieg des FC Liverpool in der gesamten Vereinsgeschichte erinnern."

Möglicherweise geht der Traum des Oakley Cannonier auch in die nächste Runde: Ex-Liverpoolstar Graeme Souness hat als TV-Experte von "Virgin Media" angeregt, dem Jungen zwei Saisontickets für die kommende Spielzeit zu schenken - und eine Eintrittskarte fürs Champions-League-Endspiel in Madrid. Die erste Belohnung für ihn gab es noch am selben Abend: Eckballschütze Alexander-Arnold posierte mit Cannonier für ein Selfie.

Mehr zum Thema


insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
marius_k 08.05.2019
1.
Wieso bitte gehört dieser Treffer eigentlich auf den Bolzplatz oder in die Kreisliga? Barca hat mächtig gepennt keine Frage, aber zum Tor gehören ja auch noch zu nicht unerheblichen Teilen die präzise geschlagene Hereingabe von TAA, bei der sich jeder Kreisligaspieler wahrscheinlich die Beine gebrochen hätte und auch den Schuss von Origi muss man direkt erstmal so machen.
Widerlich... 08.05.2019
2. Im Grenzbereich
zwischen Schlitzohrigkeit und Unsportlichkeit. Ein 20m Flachpass und ein Abschluss gegen einen unvorbereiteten Torwart sind wirklich keine Leistung, die ain dieser Klasse mit einem Tor belohnt gehört.
k.Lauer 08.05.2019
3. nach dem Spiel ist vor dem Spiel
was nützt der Sieg gegen Barca, wenn Liverpool das Endspiel verliert? Wunder gibt nicht so häufig, schon gar nicht im Fußball. Und die anderen können auch Fußball spielen und auch mal ein Wunder schaffen.
der_dr_Nickel 08.05.2019
4. Naja hast ja...
Zitat von marius_kWieso bitte gehört dieser Treffer eigentlich auf den Bolzplatz oder in die Kreisliga? Barca hat mächtig gepennt keine Frage, aber zum Tor gehören ja auch noch zu nicht unerheblichen Teilen die präzise geschlagene Hereingabe von TAA, bei der sich jeder Kreisligaspieler wahrscheinlich die Beine gebrochen hätte und auch den Schuss von Origi muss man direkt erstmal so machen.
...recht, dass die Ausführung und Schusstechnik in der Kreisliga nicht überall zu finden sind. Aber geht es darum? Das von Barca keiner mit zur Eckfahne läuft um wenigstens die Ausführung zu verzögern bis der 16'ern (defensiv) besetzt ist, ist auf jeden Fall unprofessionell, und eigentlich schon fast Kreisklassen(!) würdig. Zum Thema: Was jetzt aber diese rührselige Geschichte mit dem Balljungen an geht; wäre es vielleicht angebrachter der pakistanischen (Kinder?-)Näherin des eingesetzten (ok, gut, es sind immer mehrere) Fußballs den Rupienbetrag dieser Tickets zukommen zu lassen? War ja noch vor dem Balljungen am Spielgerät! Ernsthaft, dieser (Medien)Hype nach dem Spiel für Nebensächlichkeiten ist nervig, m. M.
halverhahn 08.05.2019
5. @ Marius: du scheinst der prädestinierte Couch-Fußballer zu sein
Selbst in der Kreisklasse kicken Leute, die mit dem Ball umgehen und einen Pass oder Eckball über 20m und mehr genau auf den Mann bringen können. Und sehr viele heutige Profis haben auch zu Ihrer Anfangszeit in unterklassigen Mannschaften, sogar häufiger in der Kreisklasse, mal angefangen. Und by the way... dieser Trick mit der schnell ausgeführten Ecke wurde auch von den Profis aus Liverpool vorher zig Male geübt. Und Übung macht den Meister, auch in der Kreisklasse. Gelle?! :D
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.