Fifa-Gala Preise für Heynckes, Angerer und Neid

Den Weltfußballer stellt Deutschland zwar nicht, dafür aber die beste Fußballerin der Welt: Nadine Angerer gewann die Wahl der Fifa. Bei den Trainern wurden Jupp Heynckes und Silvia Neid mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet. Einen besonderen Preis erhielt Pelé.
Bundestrainerin Neid, Ex-Bayern-Coach Heynckes: Höchste Fifa-Auszeichnung

Bundestrainerin Neid, Ex-Bayern-Coach Heynckes: Höchste Fifa-Auszeichnung

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Hamburg - Jupp Heynckes hat in seiner Trainer-Karriere viele Erfolge gefeiert. Den Höhepunkt seiner Laufbahn bildete aber erst seine wohl letzte Saison als Vereinscoach. Mit dem FC Bayern gewann der 68-Jährige das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Dafür ist Heynckes bei der Fifa-Gala zur Verleihung des Ballon d'Or als Welttrainer 2013 ausgezeichnet worden.

"Ich freue mich, dass ich meine Laufbahn mit so einer Auszeichnung krönen kann. Es ist etwas, dass ich mir vor zehn Jahren nicht erträumt habe", sagte Heynckes, der sich gegen Jürgen Klopp und Sir Alex Ferguson durchsetzte. Dortmund-Trainer Klopp hatte bereits vor der Wahl gesagt, dass er Heynckes den Preis von Herzen gönne. "Ich hoffe, dass die Leute so viel Sachverstand bewiesen haben und ihm diesen Preis verliehen haben", so Klopp. Ferguson, der seine Karriere nach 27 Jahren bei United im Sommer beendet hatte, fehlte aus persönlichen Gründen bei der Verleihung in Zürich.

Im Bereich Frauenfußball gab es gleich zwei deutsche Erfolge. Als Welttrainerin wurde Bundestrainerin Silvia Neid geehrt. Die 49-Jährige hatte bereits 2010 bei der Wahl triumphiert. "Jetzt stehe ich hier allein, obwohl so viele Menschen daran beteiligt waren. Ich freue mich über diese Auszeichnung, sehe sie aber auch als Anerkennung für den gesamten deutschen Frauenfußball", so Neid. Nominiert waren zudem Ralf Kellermann, Coach von Triple-Sieger VfL Wolfsburg, und Schwedens Nationaltrainerin Pia Sundhage.

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Gala in Zürich: Roter Teppich, roter Messi

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Neid hatte Deutschland im vergangenen Jahr zum EM-Titel geführt. Entscheidenden Anteil daran hatte auch Nadine Angerer mit zwei gehaltenen Elfmetern im Finale. Die Nationaltorhüterin setzte sich bei der Wahl zur Weltfußballerin gegen Vorjahressiegerin Abby Wambach aus den USA und die Brasilianerin Marta durch.

"Ich bin überrascht und stolz und dankbar, eigentlich alles im Moment. So einen Erfolg schafft man niemals allein. Ich bin sehr dankbar in dieser phantastischen Mannschaft gespielt zu haben, die es mir sehr leicht gemacht hat, meine Leistung abzurufen", sagte Angerer, die als zweite deutsche Fußballerin nach Birgit Prinz zur Weltfußballerin gekürt wurde. Am Rande der Gala hatte Angerer zudem ihren Wechsel zu US-Meister Portland Thorns verkündet, für den sie ab April spielen wird. Bis Ende Februar spielt die 35-Jährige noch für Brisbane Roar in Australien.

In die Mannschaft des Jahres wurden erstmals deutsche Profis berufen. Manuel Neuer und Philipp Lahm schafften den Sprung ins Team, ebenso wie ihr Teamkollege Franck Ribéry. Vom FC Barcelona wurden Lionel Messi, Andrés Iniesta, Xavi und Dani Alves gewählt, von Real Madrid Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos. Die PSG-Stars Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva rundeten die Elf ab. Die Wahl wird von der Fifa und der Profivereinigung FiFPro seit 2005 durchgeführt. Bislang hatte es kein Bundesliga-Akteur in die Weltauswahl schafft.

Den Puskas-Preis für das Tor des Jahres erhielt wie erwartet Zlatan Ibrahimovic. Im Test-Länderspiel gegen England (4:2) hatte er mit einem spektakulären Fallrückzieher aus rund 30 Metern getroffen. Die Partie hatte bereits am 14. November 2012 stattgefunden, damit aber zu spät, um für die Wahl im vergangenen Jahr berücksichtigt worden zu sein.

Ein Sonderpreis wurde Pelé verliehen - der Goldene Ball für sein Lebenswerk. Als einziger Spieler gewann er dreimal die WM. "Es ist an der Zeit, dass man einen besonderen Spieler erwähnt. Es ist der erste Ehrenpreis. Es gibt viele Namen, aber wenn man an Fußball denkt, gibt es einen, der alle turmhoch überragt", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter in seiner Laudatio. Den Ballon d'Or, der damals nur an europäische Spieler vergeben wurde, hatte Pelé als Spieler nie erhalten können.

max/dpa