Austragung eines Testspiels Barça-Boss Rosell wegen Betrugs angeklagt

Schwere Vorwürfe gegen Sandro Rosell: Der Präsident des FC Barcelona soll mit seiner Vermarktungsfirma in Brasilien illegale Geschäfte gemacht haben. Dort wurde er nun angeklagt, ihm droht eine lange Haftstrafe.
Barcelonas Präsident Rosell: Anklage in Brasilien

Barcelonas Präsident Rosell: Anklage in Brasilien

Foto: LLUIS GENE/ AFP

Hamburg - Sandro Rosell ist offenbar in einen brasilianischen Korruptionsskandal verwickelt. Das behaupten zumindest die Staatsanwälte in São Paulo, die den Präsidenten des FC Barcelona wegen Betrugs angeklagt haben. Dem 49-Jährigen wird vorgeworfen, mit seiner Vermarktungsfirma Ailanto die Ausrichtung eines Testspiels illegal zugesprochen bekommen zu haben.

Demnach habe die Firma 2008 den Auftrag bekommen, die Partie zwischen Brasilien und Portugal zu veranstalten, ohne dass es dafür eine reguläre Ausschreibung gab. Zudem soll Ailanto durch gefälschte Dokumente an den entsprechenden Vertrag gekommen sein. Laut der Staatsanwaltschaft hat die Firma vier Millionen Dollar (gut drei Millionen Euro) für die Ausrichtung des Spiels in der brasilianischen Hauptstadt Brasília erhalten. Im schlimmsten Fall droht Rosell eine Haftstrafe von acht Jahren.

Ein Gericht hat die Vorwürfe mit dem Hinweis auf ausreichendes Beweismaterial bereits akzeptiert, will nun allerdings zunächst Rosell anhören. Dessen Anwalt in Brasilien, Antenor Madruga, hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen. Madruga sagte der Nachrichtenagentur AP: "Die Vorwürfe sind lächerlich, es gibt keine rechtliche Grundlage für die Anklage." Madruga sagte weiter, dass zuvor bereits die Polizei ohne Ergebnis ermittelt habe.

Die Staatsanwaltschaft erhob zudem Anklage gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten des Hauptstadtsdistrikts, José Roberto Arruda. Der 59-Jährige soll die Austragung der Partie mit öffentlichen Geldern unterstützt haben, obwohl Ailanto dafür bezahlt worden war.

leh/AP
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