DFB-Kapitän Schweinsteiger tritt aus Nationalmannschaft zurück

Bastian Schweinsteiger hat Bundestrainer Löw gebeten, ihn in der Nationalmannschaft nicht mehr zu berücksichtigen. In England gibt es zudem Gerüchte, dass der 31-Jährige bei Manchester auf dem Abstellgleis steht.

Bastian Schweinsteiger
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Bastian Schweinsteiger


Kapitän Bastian Schweinsteiger hat seinen Rücktritt aus der deutschen Fußballnationalmannschaft erklärt. Das gab der 31-Jährige via Twitter bekannt. Er habe den Bundestrainer Joachim Löw gebeten, nicht mehr nominiert zu werden.

Schweinsteiger hat seit 2004 insgesamt 120 Länderspiele für Deutschland bestritten und belegt damit Rang vier der ewigen Länderspielliste hinter Lothar Matthäus (150 Länderspiele), Miroslav Klose (137) und dem noch aktiven Lukas Podolski (129). Er bestritt sieben Turniere und wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister. Nach der WM hatte er vom zurückgetretenen Philipp Lahm das Kapitänsamt übernommen.

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Schweinsteigers Karriere: Höhepunkt in Rio

"Mein Dank gilt den Fans, der Mannschaft, dem DFB, den Trainern und dem Team um die deutsche Nationalmannschaft. In 120 Länderspielen durfte ich für mein Land auflaufen und Momente erleben, die unbeschreiblich schön und erfolgreich waren", schrieb Schweinsteiger.

Mit dem WM-Titel 2014 sei "historisch und auch emotional etwas gelungen, was sich in meiner Karriere nicht mehr wiederholen lässt. Deshalb ist es richtig und vernünftig, nun Schluss zu machen und der Mannschaft für die Qualifikation und die WM 2018 das Allerbeste zu wünschen."

Zur EM in Frankreich war Schweinsteiger angeschlagen gereist, hatte im Auftaktspiel gegen die Ukraine kurz nach seiner Einwechslung zum 2:0-Endstand getroffen. Bei der Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich (0:2) hatte der Kapitän von Beginn an auf dem Feld gestanden und das erste Gegentor, einen Strafstoß, durch ein Handspiel im Strafraum verschuldet.

Aufgrund mehrerer Verletzungen war Schweinsteiger in der vergangenen Saison auch bei seinem Verein Manchester United nur auf 13 Liga-Spiele gekommen. Gut möglich, dass kein weiteres hinzukommt: Englische Medien, darunter der "Guardian" und die "Daily Mail" berichten, dass Schweinsteiger zu einer Gruppe von insgesamt neun Spieler gehöre, die nicht mehr am Training der ersten Mannschaft mit Zlatan Ibrahimovic und Co. teilnehmen dürfen. Trainer José Mourinho habe Schweinsteiger aussortiert.

Schweinsteigers Karriere im Überblick:

Laufbahn als Spieler: FV Oberaudorf (1987-1992/Jugend), TSV 1860 Rosenheim (1992-1998/Jugend), Bayern München (1998-2002/Jugend), Bayern München (2002-2015), Manchester United (seit 1. Juli 2015)
Erfolge in der Nationalmannschaft (120 Länderspiele): Weltmeister 2014, WM-Dritter 2006 und 2010, Vize-Europameister 2008
Erfolge im Verein: Champions-League-Sieger 2013, Klub-Weltmeister 2013, Champions-League-Finalist 2010 und 2012, Deutscher Meister 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2015, Pokalsieger 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014
Auszeichnungen: Deutschlands Fußballer des Jahres 2013, Silbernes Lorbeerblatt 2006, 2010, 2014

luk/dpa/sid



insgesamt 67 Beiträge
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Dr. Cooper 29.07.2016
1. Man darf sagen:
Erstens: Gott sei Dank, und zweitens, durchaus ernst und versöhnlich gemeint: Vielen Dank für alles! Er hat eine Zeit mitgestaltet, in der man sich gerne die Spiele der DFB-Mannschaft angeschaut hat. Persönlich halte ich ihn zwar für überschätzt, aber da gab's über die Jahre wirklich auch noch ganz andere Gurken. Mach's gut und viel Spaß im Ruhestand! :)
ironcock_mcsteele 29.07.2016
2.
Sind nicht viele Worte, aber er hat alles Wichtige gesagt. Ein WM-Finale gewinnt man nicht mit Technik oder Können, ein WM-Finale ist wie ein Boxkampf: nur wer am Ende noch stehen kann, gewinnt. Schweinsteiger hat an dem Abend gezeigt, wie man kämpft, steht und gewinnt. Das werde ich nie vergessen.
Bernie59 29.07.2016
3. Kein Gefallen
Mit dem Wechsel zu ManU tat er sich keinen gefallen. Danach ging es sportlich kontinuierlich bergab. Vielleicht wäre 2014 der bessere Zeitpunkt dafür gewesen. Siehe Philip Lahm. Wr aber mit Bastian Schweinsteiger eine schöne Zeit in der Nationalmannschaft. Ein schöneres Finale hätte ich ihm schon gegönnt.
ex2012 29.07.2016
4. Nachvollziehbare, ehrenwerte Entscheidung!
In Frieden gehen, in Dank an die Spieler, Fans und Trainer. Und anderen, eine neue Chance lassen. Er war und ist ein Spitzenspieler, der ganz Deutschand und das Ausland begeister hat und zieht sich jetzt zufrieden zurück. Es sei Basti und seiner Familie gegönnt.
multilateral 29.07.2016
5.
Tja, ein trauriges Beispiel für einen ganz großen Fußballer, der erst Schluße machte, als es für alle Welt sichtbar wurde, dass seine Leistung unwiederbringlich im freien Fall war. Hätte Müller bei der EM nicht derart durchgehend völlig versagt, dann wäre Schweinsteiger zurecht der Buhmann des deutschen EM-Teams geworden. Aber Kopf hoch! In ein paar Jahren wird man sich an die großen Leistungen in seiner gesamten Laufbahn erinnern und über das klägliche Ende hinwegsehen.
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