Bau-Pannen Wirbel um das neue Wembley-Stadion

Die Engländer haben einfach kein Glück mit dem Neubau ihres Wembley-Stadions: Immer wieder gab es Pannen auf der Baustelle. Jetzt müssen sogar Länderspiele und das englische Pokalfinale verlegt werden - die Kosten bewegen sich inzwischen im Milliardenbereich.


London - Wegen Bauverzögerungen im neuen Wembley-Stadion wird das diesjährige englische Fußball-Pokalfinale nach Cardiff verlegt. Das teilte die zuständige Baufirma Multiplex in einer Erklärung an die australische Börse mit. Die australische Firma bestätigte damit einen Bericht der Londoner Zeitung "Evening Standard" vom Montag. Zwei Vorbereitungsspiele der englischen Nationalmannschaft auf die Fußball-WM werden nun in Manchester ausgetragen.

Arbeiter vor Wembley-Baustelle: Kosten schossen in die Höhe
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Arbeiter vor Wembley-Baustelle: Kosten schossen in die Höhe

Ursprünglich sollte das 90.000 Zuschauer fassende Stadion am 31. März von Multiplex an den englischen Fußballverband übergeben werden. Mit dem Pokalfinale am 13. Mai sollte Wembley eingeweiht werden. Der englische Fußballverband entschied nach einer Begehung der Baustelle, dass das Pokalfinale nun wie in den Vorjahren im Millennium-Stadion von Cardiff ausgetragen wird.

Englands WM-Testspiele gegen Ungarn am 30. Mai und gegen Jamaika am 3. Juni sind ins "Old Trafford"-Stadion von Manchester United verlegt worden. Heute soll bekannt gegeben werden, ob die für Juni geplanten Konzerte von Bon Jovi und Take That stattfinden werden. Für jede Woche Verzögerung muss Multiplex eine Strafe von umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro zahlen.

Seit dem begonnenen Abriss des englischen Nationalstadions im Jahr 2000 gab es zahlreiche Pannen. Unter anderem sorgten der Streit um einen Fußweg und die Arbeitsniederlegung einer Feuerschutzfirma für Verzögerungen. Die Kosten für den Neubau schossen in die Höhe und werden sich auf mindestens 1,1 Milliarden Euro belaufen.

jto/dpa



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