Bayer-Pleite gegen Barça Messi, Messi, Messi, Messi, Messi

Das gab es noch nie in der Champions League: Weltfußballer Lionel Messi hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fünf Tore geschossen. Bayer bot gegen Barcelona eine peinliche Vorstellung und kassierte eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Königsklasse.

AFP

Von Jan Reschke


Hamburg - Weltfußballer Lionel Messi hat es wieder einmal geschafft, er hat für einen neuen Superlativ gesorgt: Fünf Tore in einem einzigen Champions-League-Spiel. Noch dazu im Achtelfinale. Leidtragender war Bundesligist Bayer Leverkusen, das im Rückspiel gegen den FC Barcelona 1:7 (0:2) regelrecht vorgeführt wurde und aus dem Wettbewerb ausschied. Es war eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Champions League und die höchste Pleite in einem K.o.-Rundenspiel.

Messi blieb trotz seiner Glanzleistung bescheiden: "Ich bin sehr zufrieden. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich fünf Tore in einem Spiel geschossen habe." Zugleich lobte er seine Mannschaftskollegen. "Wichtig ist, wie wir es als Team gemacht haben und dass wir die Runde überstanden haben. Wir wollen die Champions League gewinnen", so Messi.

Barcelona hatte trotz des komfortablen 3:1-Erfolgs im Hinspiel gegen Leverkusen die derzeit stärkste Elf aufgeboten. Weil der Club in der Liga bereits zehn Punkte Rückstand auf Real Madrid hat, wollte Trainer Josep Guardiola in diesem Wettbewerb kein Risiko eingehen. Ein Triumph in der Champions League ist die wohl einzige Option, die Saison noch zu einem zufriedenstellenden Ende für die erfolgsverwöhnten Spanier zu bringen. Bei Leverkusen liefen im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen Bayern München am vergangenen Wochenende Simon Rolfes und Eren Derdiyok für Manuel Friedrich und André Schürrle auf.

Die Erwartungen nach der Pleite aus dem Hinspiel waren ohnehin nur gering. "Barcelona ist die beste Mannschaft der Welt, gegen die kann man verlieren", sagte Stefan Kießling vor dem Anpfiff. Trainer Dutt sprach davon, dass "eine Niederlage uns ganz sicher nicht zurückwerfen wird". Optimismus geht anders.

Barcelona von Beginn an deutlich überlegen

Das zeigte sich auch auf dem Platz. Barcelona hatte wesentlich größere Spielanteile als Bayer und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Leverkusen war sichtlich bemüht, das Spiel der Gastgeber zu unterbinden, stand dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte. Doch an diesem Abend hätten wohl auch 20 Leverkusener auf dem Platz nicht ausgereicht, um Wirbelwind Messi zu stoppen.

Bereits nach elf Minuten wären die ohnehin nur zarten Hoffnungen der Leverkusener bereits früh zerstört gewesen: Fabregas spielte einen gefühlvollen Pass auf Weltfußballer Lionel Messi, der zunächst an Bernd Leno scheiterte und den Ball anschließend auf Pedro ablegte. Dessen Schuss wurde aber geblockt. In der 24. Minute rettete Leno sein Team erneut vor dem Rückstand, den Kopfball von Piqué nach einem Freistoß lenkte er mit einer Parade am Tor vorbei.

Bayer, so viel war zu diesem Zeitpunkt klar, würde allenfalls zu Chancen nach Standardsituationen oder Kontern kommen. Zu deutlich war die Dominanz der Spanier im Mittelfeld. So auch in der 26. Minute als Messi nach einem brillanten Pass von Xavi im Alleingang auf Keeper Leno zulief und den Ball gefühlvoll an ihm vorbei hob - 1:0. Wenige Minuten später umspielte Messi im Bayer-Strafraum gleich mehrere Bayer-Profis, scheiterte aber mit seinem Schuss.

Eine Demonstration der Stärke Barças

Viel war vor dem Spiel geredet worden, vom umstrittenen Trikot-Tausch mit Lionel Messi aus dem Hinspiel, Bayers Aufschwung in der Bundesliga, die neue starke Position von Bayer-Trainer Robin Dutt, doch das Spiel konnte letztlich unter nur einem Begriff zusammengefasst werden: Demonstration. Eine Demonstration der Stärke Barças und eine Demonstration des Ausnahmefußballers Messi.

"Ich glaube, man tut der Mannschaft unrecht, wenn man sagt, sie hat sich aufgegeben", sagte Dutt. Stürmer Stefan Kießling erklärte: "Es bringt ja nichts, jetzt jemanden in die Pfanne zu hauen. Wir müssen das abhaken."

So sehr sich die Leverkusener Profis auch mühten, sie kamen praktisch nie wirklich gefährlich vor das Tor der Spanier. Allenfalls lange, hohe Bälle fanden den Weg in den Strafraum - doch dort nicht den Mitspieler. Besser machte es in der 43. Minute wieder Messi, er ließ gleich drei Bayer-Spieler stehen und schoss am machtlosen Leno vorbei zum 2:0 ins Tor. Und nur wenige Sekunden später bewahrte Leno sein Team gleich zweimal vor dem drohenden dritten Treffer.

An der Dominanz Barcelonas änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff wollte es Cesc Fabregas zu schön machen und spielte einen Pass zu viel. Besser machte es zum dritten Mal an diesem Abend Messi, nach einem hohen Ball von Fabregas hob er den Ball erneut über Leno ins Tor zum 3:0 (50.).

Guardiola nutzte die Partie nun, um auch Ersatzspielern die Möglichkeit zu geben, sich in der Champions League auszuzeichnen. Cristian Tello ließ sich das nicht nehmen und traf nur drei Minuten nach seiner Einwechslung zum 4:0 (56.). Und es kam noch bitterer für Bayer, Messi gelang sein vierter Treffer nur zwei Minuten später. Peinlich für Bayer wurde es spätestens nach Tellos zweitem Treffer zum 6:0 (62.).

"In der zweiten Halbzeit haben wir uns richtig abschießen lassen", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Das 7:0 durch Messi (85.), dessen fünfter Treffer, fiel dann ebensowenig ins Gewicht wie der Ehrentreffer von Karim Bellarabi. "Auch wenn es Barcelona ist, eine solche Niederlage tut gegen jede Mannschaft der Welt weh", sagte Bayer-Trainer Dutt.

FC Barcelona - Bayer Leverkusen 7:1 (2:0)
1:0 Messi (25.)
2:0 Messi (42.)
3:0 Messi (49.)
4:0 Tello (55.)
5:0 Messi (59.)
6:0 Tello (62.)
7:0 Messi (85.)
7:1 Bellarabi (90.+1)
Barcelona: Valdes - Alves, Pique, Mascherano, Adriano (63. Muniesa) - Busquets - Xavi (53. Keita), Iniesta (53. Tello) - Fabregas - Pedro, Messi
Leverkusen: Leno - Castro, Schwaab, Toprak, Kadlec - Renato Augusto (67. Oczipka), Reinartz, Rolfes, Lars Bender (55. Schürrle) - Derdiyok (55. Bellarabi), Kießling
Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen (Norwegen)
Zuschauer: 75.632
Gelbe Karten: - Rolfes (2), Castro (3)

insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
stefansaa 07.03.2012
1.
Zitat von sysopAFPDas gab es noch nie: Weltfußballer Lionel Messi hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fünf Tore geschossen. Bayer bot gegen Barcelona eine peinliche Vorstellung und kassierte eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Champions League. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,819993,00.html
Na wenn jetzt nochmal jemand sagt, dass der Auftritt des BVB in der CL peinlich war. Das war irgendwie gar nichts. 2:0 nach 45min ok aber so ist das wirklich peinlich. Schade.
4waystreet 07.03.2012
2. Ballack
Zitat von sysopAFPDas gab es noch nie: Weltfußballer Lionel Messi hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fünf Tore geschossen. Bayer bot gegen Barcelona eine peinliche Vorstellung und kassierte eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Champions League. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,819993,00.html
hat alles richtig gemacht. Es wäre ein blödes Abschiedsspiel für ihn gewesen. Peinliche Vorstellung von Bayer07
yoghurt_lx 08.03.2012
3. Welthandballer ?
Zitat von sysopAFPDas gab es noch nie: Weltfußballer Lionel Messi hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fünf Tore geschossen. Bayer bot gegen Barcelona eine peinliche Vorstellung und kassierte eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Champions League. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,819993,00.html
Wie kann man einen Spieler der bei einer Weltmeisterschaft (Argentinien gegen Deutschland) den Ball 2 mal absichtlich mit der Hand spielt als Weltfußballer bezeichnen ? Spieler welche unter allen Umständen gewinnen müssen und dazu wenn notwendig auch unerlaubtes einsetzen sollte man sperren, nicht bejubeln. Bedeutet nicht das Messi keine sportliche Leistung bringen würde, aber der Charakter welchen er zeigt und das Vorbild welches Messi für junge Fußballer darstellt ist falsch und schlecht. Solchen Spielern sollte man nicht derartig zujubeln in den Medien.
stanislaus2 08.03.2012
4. Doller Titel
Kompliment.
AMC 08.03.2012
5. Ganz klar Bayern...
Zitat von sysopAFPDas gab es noch nie: Weltfußballer Lionel Messi hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Leverkusen fünf Tore geschossen. Bayer bot gegen Barcelona eine peinliche Vorstellung und kassierte eine der höchsten Niederlagen in der Geschichte der Champions League. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,819993,00.html
...ist natürlich auf "Augenhöhe" mit Barca, vor allem, weil Bayern Bayer04 ja wegklatscht... oh Moment! ;)))
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