Bayern AG "Mitglieder zweiter Klasse"

Über 90 Prozent waren eine überwältigende Mehrheit. Aber einzelne Vorbehalte der Mitglieder des FC Bayern gegen die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft waren nicht zu überhören.


"Nein"-Stimmzettel: Der "Demagogie" unterworfen
DDP

"Nein"-Stimmzettel: Der "Demagogie" unterworfen

München - "Diejenigen, die mit Nein stimmen, sind die, die dem Präsidium nicht vertrauen", rief Beckenbauer am späten Donnerstagabend den 1513 Mitgliedern auf der Außerordentlichen Jahreshauptversammlung des FC Bayern München warnend zu - und fand Gehör.

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 1356 Stimmen (92 Prozent) gaben die Bayern-Mitglieder in der Münchner Olympiahalle ihre Zustimmung zur bereits eingeleiteten Umstrukturierung. Zur Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die FC Bayern München AG wäre eine Dreiviertelmehrheit der Stimmberechtigten nötig gewesen.

Bei den Wortmeldungen zuvor hatte allen voran das Vereinsmitglied Thomas Stobbe aus München die Bayern-Bosse in Rage gebracht. "Ihr alle seid Mitglieder zweiter Klasse", warnte Stobbe vor einem "Ja". Ängste wurden geschürt, dass der FC Bayern eines Tages in die Hand von Konzernen fallen könnte.

Beckenbauer sah sich schließlich gezwungen, den Mitgliedern sein "Ehrenwort" zu geben, dass bei einem Börsengang "sie in erster Linie bedacht werden". Für die Behauptung, Redner wie Stobbe seien wohl "hergeschickt" worden, um "etwas zu untergraben", erntete er laute Proteste. Aber auch Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge nannte Leute wie Stobbe "gefährlich". Von "Demagogie" sprach Manager Uli Hoeneß.



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