Fotostrecke

Bayern vs. Dortmund: Spektakulär, spannend, sehenswert

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images

Spitzenspiel Bayern gegen Dortmund Ohren zu und durch

FCB gegen BVB, was für ein Spiel: Ausgerechnet Reus traf für Dortmund, ausgerechnet Lewandowski zum Ausgleich. Bayern-Trainer Guardiola wechselte den Sieg ein, BVB-Coach Klopp die Niederlage. Alles Wichtige zum Topspiel.

Ausgangslage: Bayern gegen Dortmund, was soll man dazu noch sagen? Das Duell der deutschen Fußballgiganten ist eines der ganz großen Bundesliga-Highlights - und doch war da vor dem Anpfiff das seltsam ungewohnte Gefühl, dass sich die zwei Teams erstmals seit langer Zeit nicht auf Augenhöhe begegneten.

Rein tabellarisch empfing der Meisterfavorit (noch ohne Saisonniederlage) einen Abstiegskandidaten (vier Pleiten in Serie), der bei einer entsprechend hohen Niederlage am Sonntag sogar auf den letzten Platz durchgereicht werden konnte. Und dann war da noch das Dauerthema Marco Reus. Das öffentlich erklärte Interesse der Münchner an dem Nationalspieler hatte die Wochen vor dem Spiel bestimmt - und sollte auch währenddessen noch Wirkung zeigen.

Aufstellungen:

Bayern München: Neuer - Benatia, Boateng, Alaba - Lahm, Alonso - Robben, Götze (70. Ribéry), Bernat - Müller (81. Pizarro), Lewandowski (88. Rode).

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Sokratis, Hummels (46. Subotic), Durm - Kehl - Bender, Mchitarjan - Kagawa (71. Großkreutz) - Aubameyang (81. Ramos), Reus.

Ergebnis: 2:1 (0:1) - den Spielbericht finden Sie hier, die Analyse im High-Liveticker hier.

Die erste Halbzeit: Dortmund von Beginn an mit dem gewohnten extrem hohen Pressing. Bayerns defensiver Mittelfeldspieler Xabi Alonso ließ sich als Reaktion darauf ebenfalls schon früh verstärkt in Bayerns Dreierkette zurückfallen, um eine zusätzliche Abspielstation zu bieten. Die oft fehlerfreie Befreiung der Münchner aus dem Dauerdruck war dabei mindestens genauso bemerkenswert wie die Intensität des Spiels: Chance Robben nach Hackentrick Lahm (6. Minute), Pfostenschuss Mchitarjan (9.), artistischer Schuss Müller (16.), Aubameyang frei vor Neuer (29.).

Fotostrecke

Bayern in der Einzelkritik: Stille Genießer

Foto: Adam Pretty/ Bongarts/Getty Images

So ging das weiter, bis zum ersten Highlight des Spiels: Nach einer schnellen Umschaltaktion lief Aubameyang auf dem rechten Flügel David Alaba davon, im Strafraum ließ Benatia Reus aus den Augen, der in der 31. Minute zur Dortmunder Führung traf. Reus! Ausgerechnet.

Geste des Spiels: Kam von Torschütze Reus. Nachdem der BVB-Angreifer zum 1:0 getroffen hatte, ließ er sich zunächst von den Kollegen feiern - und hielt sich dann die Ohren zu. Ein deutliches Statement des Protagonisten in der nervigen Wann-wechselt-Reus-zu-Bayern-Diskussion: Reus kann (oder will) es nicht mehr hören.

Zahl des Spiels: 688. So viele Minuten war Manuel Neuer ohne Bundesliga-Gegentor geblieben, die fünftlängste Serie der Liga-Geschichte. Dann traf Reus und beendete Neuers Jagd auf Oliver Kahn. Der hatte 1998/99 seinen Bayern-Kasten 736 Minuten sauber gehalten. Weiter einsamer Rekordmann bleibt der Stuttgarter Timo Hildebrand (885 Minuten).

Paukenschlag des Spiels: Kam von Roman Weidenfeller. Griff sich Mitte der ersten Hälfte beherzt den Ball zum Abschlag, zog mit voller Kraft ab - und traf den armen Henrich Mchitarjan. Der am Hinterkopf Getroffene konnte glücklicherweise nach kurzer Unterbrechung weiterspielen.

Die zweite Halbzeit: Konnte aus Bayern-Sicht nur besser werden, schließlich hatten die Münchner in der ersten lediglich 37 Prozent (!) ihrer Zweikämpfe gewonnen. Und es wurde besser. Die FCB-Profis deutlich druckvoller und klarer in den Duellen, Dortmund mit immer weniger Entlastung. Erster Beleg für die neue Stärke: In der 50. flankte Benatia auf Lewandowski, der Pole nahm den Ball im Strafraum mit der Brust an und schloss artistisch ab. Nur der überragende Weidenfeller stand im Weg.

Fotostrecke

Dortmund in der Einzelkritik: Nachhilfe für Durm

Foto: Lukas Barth/ dpa

Aus Dortmund-Sicht konnte die zweite Hälfte nicht viel besser werden, schließlich hatte der BVB in der ersten lediglich zwei Mal (!) Foul gespielt. Und sie wurde tatsächlich schlechter. Das hing auch mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Hummels zusammen, für den Subotic kam, den Bayern-Trainer Pep Guardiola sofort als Schwachstelle identifizierte. In der 72. Minute fälschte Subotic einen Steilpass des eingewechselten Franck Ribéry auf Lewandowski ab, der zum Ausgleich traf. Und dann verschuldete der Verteidiger noch den Elfmeter (auch an Ribéry), den Robben zum 2:1 verwandelte.

Erkenntnisse des Spiels: Bayerns hochgelobter Stratege Alonso spielte in der ersten Halbzeit lediglich einen einzigen Pass ins Angriffsdrittel. Der Spanier wirkte überfordert durch das aggressive Dortmunder Gegenpressing und fing sich erst, als Josep Guardiola ihm in Halbzeit zwei Philipp Lahm zentral zur Seite stellte. Der bessere Alonso in diesem Top-Spiel war Jérôme Boateng. Der deutsche Nationalspieler und zentrale Mann in der Dreierkette kam auf 115 Ballkontakte (20 mehr als Alonso) und brachte sich mit klugen Pässen mehrfach in den Angriff ein. Ganz nebenbei gewann Boatang 70 Prozent seiner Zweikämpfe.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.