Bayern vs. Barça Guardiola siegt bei Wiedersehen mit dem Ex-Club

Zwischen Bayerns neuem Coach Josep Guardiola und seinem alten Verein FC Barcelona hatte es zuletzt Misstöne gegeben. Beim direkten Testspiel-Duell in München herrschten jedoch Friede und Harmonie. Die Siegesserie der Bayern hielt - auch weil der Gegner nur eine B-Elf präsentierte.

Bongarts/Getty Images

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Hamburg - Testspiele haben dann ihren Reiz, wenn Bayern München daran beteiligt ist. Und wenn der Trainer des FC Bayern, Josep Guardiola auf den Verein trifft, der ihn groß gemacht hat und den er anschließend noch größer gemacht hat: auf den FC Barcelona. Stoff für Geschichten. Das Sportliche solcher Partien überzubewerten - diesen Fehler sollte man allerdings nicht machen. Letztlich sind viele dieser Spiele bessere Sommerkicks. Immerhin: Die Bayern setzten ihre Testspiel-Siegesserie auch gegen Barcelona fort und siegten in München 2:0.

Philipp Lahm erzielte das Führungstor bereits nach 13 Minuten per Kopf - für den 1,70 Meter kleinen Nationalspieler in jedem Fall ein Ereignis, an das er sich erinnern wird. Selbst Clubhistoriker des FC Bayern dürften es nicht schaffen, auf der Suche nach Lahm-Kopfballtreffern in ihren Archiven fündig zu werden. Mario Mandzukic setzte nach 87 Minuten den Schlusspunkt.

Ein Sieg, den Guardiola und die Bayern nicht überbewerten werden. Barcelona war mit einer besseren B-Elf plus Weltfußballer Lionel Messi nach München zu dem Spiel gekommen, das offiziell als Uli-Hoeneß-Cup firmiert. Ein Geschenk des FC Bayern an seinen Präsidenten aus den seligen Zeiten, als von der Steueraffäre noch nicht die Rede war. Hoeneß kam von daher nicht umhin, ein paar offizielle Worte zu sprechen, wurde mit freundlichem Beifall empfangen und hielt sich ansonsten angesichts der schwebenden Ermittlungen gegen ihn zurück.

Barcelona ohne Xavi, Iniesta und Neymar

Anders als die Mannschaft, die von Anfang an Druck ausübte. Guardiola hatte Lahm wieder ins Mittelfeld beordert, für ihn verteidigte Rafinha auf der rechten Abwehrseite. Die ersten Chancen gebührten dann auch den Münchnern, erst vergab Robben, dann hielt Lahm seinen Hinterkopf in eine Flanke von Franck Ribéry und erzielte so die Führung.

Barcelona, ohne Mittelfeldregisseur Xavi, ohne seinen kongenialen Nebenmann Andre Iniesta, ohne Neymar, den neuen Superstar aus Brasilien, erspielte sich trotzdem in der Folgezeit ebenfalls einige Möglichkeiten, so dass sich ein relativ munterer Kick vor den 70.000 Zuschauern in der Münchner Arena entwickelte. Tore fielen allerdings bis zur Pause nicht mehr.

Nach dem Wechsel machte der FC Barcelona Guardiola vor, was wahre Rotation bedeutet: Der spanische Meister, der noch ohne den neuen Trainer Gerardo Martino angereist war, tauschte die komplette Mannschaft aus, von nun an spielte die dritte Garde der Katalanen. Auch Messi durfte sich ab jetzt ausruhen. Der Bayern-Coach nahm dagegen subtilere operative Eingriffe vor: Mario Mandzukic ersetzte Thomas Müller in der Spitze, Arjen Robben verließ zugunsten von Xherdan Shaqiri den Platz, und Ersatz-Keeper Tom Starke durfte auch wieder einmal aufs Feld.

Dem Spiel hat das fußballerisch nicht unbedingt weitergeholfen. Viel Quergeschiebe, viel Hin und Her ohne großen Nährwert - die zweite Hälfte plätscherte dahin, auch wenn Ribéry und Manduzkic noch gute Einschusschancen vergaben. Nach einer Stunde gingen dann auch Dante und Lahm, Luiz Gustavo und Daniel van Buyten durften danach noch eine halbe Stunde locker mitkicken, wie später auch noch Bastian Schweinsteiger. Mehr als eine erweiterte Übungseinheit war es aber auch für sie nicht mehr. Manduzkic sorgte mit seinem späten Treffer immerhin noch für einen Höhepunkt.

Nach dem Abpfiff hatten Guardiola - allen Misstönen zum Trotz, die es zwischen ihm und seinem früheren Verein zuletzt gegeben hatte - und Bayerns Barça-Zugang Thiago viele Hände ihrer alten Bekannten zu schütteln. Und das war dann eventuell noch die anstrengendste Übung an diesem Sommerabend in München.



insgesamt 76 Beiträge
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to5824bo 24.07.2013
1. Sommerkick
Zitat von sysopBongarts/Getty ImagesZwischen Bayerns neuem Coach Josep Guardiola und seinem alten Verein FC Barcelona hatte es zuetzt Misstöne gegeben. Beim direkten Testspiel-Duell in München herrschte jedoch Friede und Harmonie. Die Siegesserie der Bayern hielt - auch weil der Gegner nur eine B-Elf präsentierte. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bayern-gewinnt-beim-uli-hoeness-cup-gegen-barcelona-a-912955.html
Ein eher ruhiger Sommerkick, wer will es den Akteuren verdenken? Als zahlender Zuschauer hätte ich mich freilich geärgert, dass die Gäste in der 1. Halbzeit eine verstärkte B-Elf auf den Platz schickte und die nach 45 Minuten auch noch komplett gegen eine C-Elf auswechselte. Die Bayern haben sich da hinsichtlich des Einsatzes ihrer Stars wesentlich zuschauerfreundlicher gezeigt.
menschzweiterklasse 24.07.2013
2. Absolute Frechheit
Das ZDF bricht mal eben die Übertragung vor Ende des Spiels ab und schaltet auf Frauenfussball um. Das ist bisher der Gipfel der sogenannten "Gleichberechtigung" und wäre nicht mal verständlich, wenn das Frauengekicke nicht sowieso parallel auf dem frei empfangbaren Sender Eurosport übertragen worden wäre.
roflxd 24.07.2013
3.
Immerhin haben die Bayern bei diesem Spiel keine 3 irregulären Tore geschossen (man erinnere sich an das CL-Hinspiel gegen Barca).
kriros 24.07.2013
4. Unredlicher Uli Hoeneß gibt sich
Mir wird schlecht, dass man solche Kann-alles-und-jeden-kaufen-Typen als "Vorbilder" präsentiert. Gerade für junge Menschen sollte im Sport und im Leben FAIR PLAY gelten. Außerdem wird mit diesem Bayern-Anspruch jedes Bayern-Spiel langweiliger. Man freut sich ja sogar schon über jedes Tor einesr Bayern-Gegners.....
RedEric 24.07.2013
5.
Zitat von menschzweiterklasseDas ZDF bricht mal eben die Übertragung vor Ende des Spiels ab und schaltet auf Frauenfussball um. Das ist bisher der Gipfel der sogenannten "Gleichberechtigung" und wäre nicht mal verständlich, wenn das Frauengekicke nicht sowieso parallel auf dem frei empfangbaren Sender Eurosport übertragen worden wäre.
was hat das mit "Gleichberechtigung" zu tun, dass eine EM einem Freundschaftsspiel bevorzugt wird? Ich danke da hat eher jemand Interessenkonflikte oder sogar Probleme mit Frauenfußball.
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