Bayern in Dubai Die Spaßvögel werden seriös

Die Hinrunde war durchwachsen, nur selten zeigten sich Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski so unbekümmert wie bei der WM. Nun soll alles besser werden, Schweinsteiger ordnete diesem Ziel im Urlaub alles unter - und zeigt sich im Trainingslager der Bayern in Dubai gereift.

Dubai - Manager Uli Hoeneß erklärte, er hoffe, Podolski und Schweinsteiger hätten ihren Weihnachtsurlaub gut genutzt, denn jetzt sollen beide "nach einer gezielten Vorbereitung das bringen, was sie können". Podolski räumt ein, dass er "eine gewisse Eingewöhnungszeit" gebraucht habe, denn es sei ja schon eine Umstellung, "wenn man mit 21 Jahren alleine mit der Freundin von zu Hause weg ist".

Jetzt aber fühle er sich "immer wohler" in der neuen Umgebung, und deshalb hat er für die Rückrunde der Fußball-Bundesliga auch klare Ziele: "Ich will noch mehr angreifen, und ich denke, dass ich mehr spielen und auch treffen werde." In der Hinrunde hatte der Stürmer mit Verletzungsproblemen zu kämpfen gehabt und kam nur zu neun Einsätzen (ein Tor).

Podolski ist ernster geworden seither, aber bei seinem Freund und Bruder Leichtfuß im Geiste Schweinsteiger ist diese Entwicklung noch offensichtlicher. Der 22-Jährige wirkt plötzlich erstaunlich seriös, während der kurzen Winterpause hat er sich zurückgenommen nach 66 Pflichtspiel-Einsätzen im Jahr 2006 und ist nur ein bisschen Ski gefahren. Auch Schweinsteiger will sich steigern 2007, doch im Gegensatz zu Podolski wird das bei ihm vorausgesetzt - die Erwartungen an den Mittelfeldspieler sind vereinsintern ungleich höher.

Dokumentiert wurde das in der Vorrunde, als er von Trainer Felix Magath von der linken Seite hinter die Spitzen beordert wurde, um den Mangel an Kreativität im Spiel der Münchner zu beheben. "Die Mannschaft hat gesagt, ich mache das gut, und der Trainer war auch zufrieden, also wird es so schlecht nicht gewesen sein", sagt Schweinsteiger. Ob das einen Stammplatz auf dieser Position bedeutet, entscheidet Trainer Felix Magath erst nach dem Trainingslager, in dem er "einige Varianten" testen wolle. Schweinsteiger, der so gerne eine "Mischung aus Zinedine Zidane, Stefan Effenberg und Lothar Matthäus" sein möchte, bittet zudem um Geduld: "Ich brauche noch ein bisschen Zeit. In der Rückrunde wird es sicher besser."

Training beim Scheich

Heute nutzte der deutsche Rekordmeister als erste Sport-Mannschaft überhaupt die exklusive Sportanlage von Scheich Mohammed Bin Rashid und darf das auch bis zur Abreise am Samstag. "Wir haben uns offensichtlich gut benommen", sagte Münchens Mediendirektor Markus Hörwick zum Angebot des neuen Herrschers von Dubai. Das Entgegenkommen gründet sich vermutlich auf eine Geste der Bayern aus dem Jahr 2004, als sie bei einem Testspiel während ihres ersten Aufenthalts in Dubai einen der zwei Söhne von Bin Rashid für eine Viertelstunde lang mitspielen ließen.

Die Bayern-Profis waren heute jedenfalls sehr angetan von der weitläufigen Anlage. "Das war schon erstaunlich, wenn man das sieht", sagte Podolski. Einem Vergleich mit den Anlagen des Emirs halte nicht einmal das Trainingsgelände des FC Bayern stand, sagte Hörwick, "da können wir nicht mithalten."

goe/sid

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