Bayern - Lautern 2-2 Blaues Auge für die Bayern

Giovane Elber hat den FC Bayern München vor dem Verlust der Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga bewahrt. Mit seinen Saisontoren zehn und elf rettete der Brasilianer dem deutschen Meister ein 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern.


München - Zwei Punkte verloren, Tabellenführung behauptet und die Meisterschaft weiter im Visier - bei Bayern München herrschte auch dem 2:2 (1:2) gegen den 1. FC Kaiserslautern große Gelassenheit. "Wir sind mit einem blauen Augen davongekommen", stellte Trainer Ottmar Hitzfeld lapidar fest. Und Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge ergänzte: "Wir sind jetzt in der heißen Phase der Meisterschaft. Da wird es noch einige Resultate geben, mit denen kaum jemand rechnet. Trotz allem stehen wir aber immer noch an der Tabellenspitze und wollen Meister werden."

Bei den Bayern, die nur dank eines Patzers von Verfolger Bayer Leverkusen (1:1 gegen Freiburg) weiter an der Spitze thronen, war nach dem Remis die Erleichterung groß. Bedanken konnte sich der Rekordmeister zudem bei Giovane Elber. Mit seinen beiden Treffern (22., 61.) egalisierte der Brasilianer zweimal einen Vorsprung des FCK - und heimste dafür eine Menge Sonderlob ein. Schließlich hatten die Münchner während zweiten Halbzeit sogar acht Minuten auf Rang zwei gelegen. Youri Djorkaeff (20.) und Marco Reich (30.) hatten für die Gäste getroffen.

"Wie Giovane die Treffer gemacht hat, das war einfach fantastisch. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", meinte Rummenigge zur Gala-Vorstellung seines Stürmers. Und Manndecker Markus Babbel schwärmte: "Das war Weltklasse". Nur Elber selbst konnte die Lobeshymnen kaum genießen. Der 27-Jährige hetzte umgehend nach Ende der Partie - bereits im adretten Anzug gekleidet - zum Flughafen, um vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Kolumbien zur brasilianischen Nationalmannschaft zu stoßen.

Derweil befassten sich Elbers Mitspieler schon wieder mit dem Thema Meisterschaft und der Konkurrenz aus Leverkusen. "Wir haben Punkte verloren. Aber Leverkusen hat uns nicht überholt. Das zeigt, dass die auch Nerven zeigen. Ich glaube, dass wir Meister werden", sagte Nationalspieler Jens Jeremies. "Auch Leverkusen macht Fehler", erklärte Kapitän Stefan Effenberg und fügte im Scherz hinzu: "Wir hatten gehofft, dass Freiburg in Leverkusen mit 9:1 gewinnt. Den gefallen haben sie uns leider nicht getan."

Zum Kampf um den Titel äußern wollte sich schließlich unbedingt auch noch Mario Basler, bis Oktober mehr oder weniger aktives Mitglied des Star-Ensembles, dann aber wegen seiner zahlreichen Eskapaden ausgemustert. "Ich habe schon immer gesagt, dass ich es dem FC Bayern gönne, wenn sie alle Titel holen. Wir haben ein 2:2 geholt und können hochzufrieden sein. Aber das hat den Bayern nicht weh getan", sagte Basler, der sich gegen seinen Ex-Klub mit einer ausgezeichneten Leistung präsentierte.

Kaiserslauterns Trainer Otto Rehhagel, ebenfalls früher einmal bei den Münchnern unter Vertrag, lobte sein Team. "Natürlich bin ich hoch zufrieden", sagte der Fußball-Lehrer, forderte von seinen Profis zugleich aber auch in den kommenden Spielen entsprechende Leistungen: "Unsere Motivation ist der vierte Platz. Die Jungs müssen sich zusammenreißen. Wir müssen in der kommenden Saison international spielen, um konkurrenzfähig zu bleiben."



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