Bayern München und Arsène Wenger Wer hat wem abgesagt?

Hat Arsène Wenger beim FC Bayern angerufen? Oder hat Karl-Heinz Rummenigge versucht, den Franzosen zu erreichen? Der Trainer hat jetzt der Darstellung der Münchner widersprochen.

Arsène Wenger: Wer hat wen angerufen?
Mike Egerton/DPA

Arsène Wenger: Wer hat wen angerufen?


Rätsel um die Trainersuche beim FC Bayern München: Der "Bild"-Zeitung hatte der Verein am Donnerstag mitgeteilt: "Arsène Wenger hat Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochnachmittag angerufen und grundsätzlich Interesse am Trainerposten beim FC Bayern signalisiert." Der Klub habe dem langjährigen Arsenal-Coach aber abgesagt.

Jetzt hat Wenger sich zu Wort gemeldet und eine ganz andere Version der Verhandlungen präsentiert. In einem Interview mit dem TV-Sender beIN Sports sagte Wenger, Rummenigge sei es gewesen, der ihn angerufen habe: "Er hat mich gefragt, ob ich Interesse hätte, weil sie nach einem Trainer suchten". Nach zwei Spielen mit Übergangstrainer Hans-Dieter Flick sei der Job des Bayern-Cheftrainers zu haben.

Das Gespräch habe "maximal vier bis fünf Minuten gedauert", so Wenger. "Ich habe ihm gesagt, dass ich darüber nicht nachgedacht habe und dass das ein wenig Zeit braucht. Wir haben zusammen entschieden, in der kommenden Woche wieder zu telefonieren."

Die Öffentlichkeitsarbeit des FC Bayern war in manchen Medien als stillos kritisiert worden, weil man Wenger mit der ursprünglichen Darstellung bloßgestellt habe.

Wie ist es nun wirklich gelaufen? Englische Medien wollen wissen, dass die Gespräche, von wem auch immer sie ausgingen, daran gescheitert seien, dass Bayern Wenger nur einen Vertrag bis Saisonende angeboten habe - diese Befristung habe Wenger abgelehnt. So oder so scheint das Thema inzwischen erledigt zu sein. Keine der beiden Parteien könnte wohl ohne Gesichtsverlust mit der anderen zusammenarbeiten.

rae/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 67 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tafka2937981 08.11.2019
1. Raten
Wie es wirklich abgelaufen ist, werden wir wohl nie sicher wissen. Aber mit einem hat Wenger definitiv recht (siehe sein Statement z.B. im Kicker): bei Bayern laufen diese Dinge aktuell nicht mehr so diskret wie früher. Das ist a) etwas peinlich und b) ein Problem. Daran müssen sie dringend arbeiten.
bullfrog63 08.11.2019
2. Unvorstellbar dilettantisch
Äußerst dilettantisch: stimmt die Rummenigge-Variante, dann wird sich ein Trainerkandidat gut überlegen, ob zu so einem indiskreten Haufen geht; stimmt die Wenger-Variante, dann wird sich auch jeder Trainerkandidat überlegen, ob er zu so einem lügnerischen Vorgesetzten will... So etwas gehört nicht an die Öffentlichkeit, wenn man professionell einen geeigneten erfahrenen Trainer sucht...
skeptikerjörg 08.11.2019
3. Peinlich
Wenger, Absage. Tuchel öffentliche Absage. Rangnick, öffentliche Absage. Ter Haag nicht zu haben. Im Angebot Mourinho. Oder doch Slomka? Aber nachdem, wie man mit Van Gaal, Ancelotti und besonders jetzt Kovac umgegangen ist, ist verständlich, dass sich jeder dreimal überlegt, ob er in München Trainer werden will. Und die Art und Weise, wie nun Rummenigge medial versucht hat, das Szenario auszulegen - oder glauben zu machen - wird die Attraktivität nicht gerade steigern. Gut für Hansi Flick, denn Alternativen sind nicht in Sicht. Außer eben Mourinho oder Slomka.
gammoncrack 08.11.2019
4. Ist doch klar, was gelaufen ist.
Wenn Rummenigge Wenger angerufen hat, ist doch die Motivation für Flick augenblicklich bei Null. Hinzu kommt, dass sich jeder andere Trainer, der gefragt wird, sicher sein kann, dass er nur zweite Wahl ist. Also, wird Rummenigge Wenger angerufen haben, nicht umgekehrt. Warum sollte Wenger dort anrufen? Er weiß doch, dass man sich ganz sicher bei ihm melden wird.
thomasrauber58 08.11.2019
5. Und wo ist der sportdirektor?
Hat Hasan S denn so wenig einfluss die moeglichen Trainer schon vorab zu sondieren ? Diletantisch wie der ( selbst dargestellte) 'Weltclub' FCB hier vorgeht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.