Bayern München Basler und Scheuer suspendiert

Im Anschluss an das Bundesligaspiel gegen Hertha BSC Berlin hat sich der Deutsche Meister mit sofortiger Wirkung von seinem Mittelfeldspieler und seinem Ersatztorwart getrennt. Baslers wie erleichtert: "Diesen Schwachsinn muss ich mir Gott sei Dank in Zukunft nicht mehr anhören."

München - Bayern München hat sich im Unfrieden von Mittelfeldspieler Mario Basler und Ersatztorwart Sven Scheuer getrennt. Der deutsche Rekordmeister suspendierte beide Spieler am Samstag mit sofortiger Wirkung vom weiteren Spielbetrieb und forderte sie auf, sich einen neuen Verein zu suchen. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Aber es war klar, dass ein Exempel statuiert werden musste. Dem Verein passte es gut, dass er dies an mir tun konnte", reagierte Basler in einem Interview mit dem Pay-TV-Sender "Premiere" mit Unverständnis auf die vom Bayern-Vorstand gefällte Entscheidung.

Manager Uli Hoeneß begründete den drastischen Schritt damit, dass Basler "sein Privatleben überhaupt nicht im Griff" habe. "Er und Sven Scheuer haben fast nie so gelebt, wie man es von einem Profi erwarten kann. Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Jetzt ist er gebrochen", machte Hoeneß deutlich, dass für den FC Bayern das Maß endgültig voll war. Basler, der 1996 für acht Millionen Mark von Werder Bremen an die Isar gewechselt war und in 78 Bundesliga-Spielen 18 Tore für die Bayern erzielt hatte, reagierte darauf mit harscher Kritik: "Diesen Schwachsinn muss ich mir Gott sei Dank in Zukunft nicht mehr anhören."

Die Eskalation des schon seit Monaten zerrütteten Verhältnis zwischen dem Meister und seinem Angestellten war durch einen nächtlichen Ausflug von Basler und Scheuer in der Nacht zum vergangenen Dienstag in Regensburg ausgelöst worden. Beide Profis waren in einer Pizzeria gegen 03.00 Uhr von der alarmierten Polizei angetroffen worden, nachdem Scheuer zuvor in eine Handgreiflichkeit mit einem Gast verwickelt war. "Der Mann hat mich angepöbelt und wurde daraufhin vom Lokalchef rausgeworfen. Als wir das Restaurant gegen 1.00 Uhr verließen, kam er erneut auf mich zu und pöbelte weiter. Als er die Hand erhob, hat ihm Sven Scheuer eine Ohrfeige verpasst", schilderte Basler den Vorfall.

Scheuer, der seit 1988 beim FC Bayern spielte, zeigte sich ebenfalls uneinsichtig. "Ich kann das nicht nachvollziehen. Uns ist nicht geglaubt worden, dabei liegt keine Anzeige vor und die Polizei ermittelt auch nicht", erklärte der 28-Jährige, der sich kürzlich wegen wiederholter Trunkenheit am Steuer vor dem Münchner Landgericht verantworten musste.

Unklar ist, wie sich die Zukunft von Basler gestalten wird. Der 30-jährige Mittelfeldspieler soll über seinen Manager Roger Wittmann in Verhandlung mit dem spanischen Club Atletico Madrid stehen. "Ich werde irgendwo weiter Fußball spielen", erklärte Basler dazu. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld ließ offen, ob Basler den Verein ablösefrei verlassen könne.

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