Von Benfica bis Red Bull Die Europa-Meister

Ajax Amsterdam und Olympiakos Piräus sind es gewohnt, für Atlético Madrid dagegen ist es ein Traum: Sie alle sind Fußball-Meister geworden. Der Überblick über Europas Ligen.

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An das schöne Salzburg dieser Tage wird Roger Schmidt womöglich noch oft zurückdenken. Wenn er als Trainer von Bayer 04 in Leverkusen an der Linie steht und sich an den Marktführern FC Bayern und Borussia Dortmund abarbeiten muss. In Salzburg war alles leichter, vor allem das Titelholen - eine Tätigkeit, mit der Bayer Leverkusen nicht zwingend verknüpft wird.

Schmidt hat sich am Sonntag mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal von RB Salzburg verabschiedet. Er ist einer der Erfolgstrainer Europas, auch wenn es nur die österreichische Liga ist. Andere können davon nur träumen.

Brendan Rodgers zum Beispiel. Der 41-jährige Nordire ist zweifellos auch einer der Coaches der Saison, dennoch gehörte der Mann, der den FC Liverpool betreut, am Ende der Premier-League-Spielzeit zu den Unglücklichsten. Manchester City schnappte den "Reds" den Titel im letzten Moment weg. Manuel Pellegrini war der große Triumphator, und die Liverpool-Fans trauerten.

Spannung in England und Spanien

Auch mal wieder Grund zur Freude hatte Kollege Arsène Wenger. Der Franzose, von seinem missgünstigen Chelsea-Kollegen José Mourinho als "Fachmann fürs Scheitern" bezeichnet, holte sich am Wochenende den englischen Pokal. Unterm Strich für Arsenal eine gute Saison, auch für die Champions League sind die Wenger-Boys wieder qualifiziert.

Die Premier-League-Spielzeit gehörte zu den spannendsten in Europa dieses Jahres, getoppt nur von dem Zieleinlauf in der spanischen Primera División. Fast wöchentlich verschoben sich die Konstellationen an der Spitze, die drei Top-Klubs Real Madrid, Stadtrivale Atlético und der FC Barcelona lieferten sich am Ende ein Schneckenrennen, bevor Atlético im Titel-Endspiel bei Barça das rettende Remis gelang.

Was für ein Triumph für Trainer Diego Simeone, den zwei Großklubs Real und Barcelona in der Liga voraus zu sein. Und die Krönung des Ganzen wartet noch, wenn die beiden Madrider Clubs am kommenden Samstag Europas Fußballkönig in der Champions League ausspielen (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Gepflegte Langeweile in Frankreich und Deutschland

Spannung in England und Spanien, eher gepflegte Langeweile in Deutschland, Frankreich und Italien. Zu dominant gestalteten Paris St. Germain in der Ligue 1, der FC Bayern in der Bundesliga und Juventus Turin in der Serie A ihre Spielzeiten, zu viele Ausrutscher erlaubte sich die Konkurrenz. Juve gönnte sich die Genugtuung, die Spielzeit mit 102 Punkten abzuschließen. Eine Wiedergutmachung dafür, das Europa-League-Endspiel in der eigenen Stadt knapp versäumt zu haben.

Der Einzug in das Finale gelang stattdessen Benfica Lissabon - überhaupt: Was für ein Jahr für den Traditionsklub, der in Portugal so lange im Schatten des FC Porto gestanden hatte. Das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Ligapokal: Die Machtverhältnisse im portugiesischen Fußball sind neu geordnet.

Andere sind das Meister-Feiern dagegen längst gewohnt. Ajax Amsterdam feierte in den Niederlanden den vierten Eredivisie-Titel in Folge, der Vater des Erfolges heißt Frank de Boer und wird mittlerweile europaweit als Trainer-Kandidat für die Premium-Vereine gehandelt.

In Basel gehen wieder die Besten

Der FC Basel in der Schweiz gewann die Meisterschaft bereits zum fünften Mal hintereinander - und wie jedes Jahr verlassen anschließend zahlreiche Spieler den Klub in Richtung renommierterer Ligen. In Basel, wie übrigens auch in Amsterdam, sind sie das gewohnt. Bisher haben sie es immer geschafft, dies national wieder aufzufangen. Der Abstand zu den internationalen Topvereinen wird dadurch allerdings nicht kleiner.

Den Anschluss drohten zuletzt gar die Spitzenklubs aus Griechenland und der Türkei zu verlieren. Im Anbetracht schwierigster ökonomischer Begleitumstände im Land steht Olympiakos Piräus unter den griechischen Vereinen noch am besten da. Der Verein wurde griechischer Meister - wie in den vergangenen vier Jahren auch.

In der Türkei ist Fenerbahce wieder einmal an der Reihe gewesen. Der Club, dessen letzter Titel 2011 den Beigeschmack der Korruption hatte, setzte sich souverän gegen die Stadtrivalen Galatasaray und Besiktas sowie Trabzonspor durch. Der Makel von 2011 scheint damit getilgt.

Ein Makel bleibt auf jeden Fall an der ukrainischen Meisterschaft haften. Schachtjor Donezk gewann zwar wie zuletzt gewohnt den Titel, die Rückrunde jedoch stand ganz im Zeichen der politischen Auseinandersetzungen um die Krim und die Ostukraine. Die Endphase der Saison wurde teilweise in leeren Stadien gespielt, Schachtjor trug seine Partien zuletzt nicht in Donezk, sondern in Tscherkassy aus. Eine chaotische Saison - mit einem politisch hochbrisanten Abschluss: Am Donnerstag duellieren sich Dynamo Kiew und Schachtjor im Endspiel des Pokals.

Ein Überblick im Bild über Europas Titelsammler gibt es hier.

insgesamt 3 Beiträge
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TSunami61 19.05.2014
1. Tief enttäuscht von SPON
SPON holt wo immer möglich immer öfters die Moralkeule raus unddrischt auf alles ein, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Aber hier wird dann plötzlich ein Verbrechen auf nicht nachvollzihebare Art und Weise trivialisiert! Was heißt den bitte "Der Club, dessen letzter Titel 2011 den Beigeschmack der Korruption hatte..."? Sowohl die UEFA, als auch der internationale Sportgerichtshof hat Fenerbahces Manipulation bestätigt. In der Saison 2011/2012 hat nicht Fenerbahce an der Champions League teilgenommen, sondern Trabzonspor. Fenerbahce wird auch nächste Saison trotz dieser Meisterschaft nicht an der Champions League teilnehmen, weil sie weiterhin von der UEFA gesperrt sind. Wie kann man da noch als SPON behaupten es sei nur ein "Beigeschmack" von Manipulation? Der letzte Titel von Fenerbahce war nicht im Jahr 2011, sondern im Jahr 2007, auch wenn das der orrupte türkische Verband leugne!
hfftl 19.05.2014
2. .
"Unterm Strich für Arsenal eine gute Saison, auch für die Champions League sind die Wenger-Boys wieder qualifiziert." Auch wenn SPON noch so allergisch gegen sachliche Richtigstellungen ist, versuche ich es zum dritten Mal: Arsenal ist noch nicht für die Champions League qualifiziert, sondern muss zuvor die Playoffs überstehen, genau wie Leverkusen.
katerala 20.05.2014
3. Roger Schmid
Uns in Salzburg ist leid um Roger Schmid - er war der "Papa" seiner Mannschaft - alles Gute in Leverkusen!
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