Bayern München Hoeneß schaltet in den Angriffsmodus

Die milden Zeiten sind vorbei: Der FC Bayern München nimmt wieder die Konkurrenz aufs Korn. Uli Hoeneß fordert in einem Interview, "wieder mehr die anderen zu attackieren" - das habe den Rekordmeister jeher ausgemacht. Auch gegen Ex-Trainer Louis van Gaal tritt der Präsident nach.

Bayern-Präsident Hoeneß: "Das war nicht gerade eine gute Idee von mir"
dapd

Bayern-Präsident Hoeneß: "Das war nicht gerade eine gute Idee von mir"


"Unsere große Stärke bei Bayern war immer, dass wir die anderen attackiert haben", sagte Uli Hoeneß in einem Interview mit "Sport Bild". Zudem erwarte er, dass der Rekordmeister in Zukunft wieder geschlossen auftrete. In der Vergangenheit seien Attacken und Strategien gegen Konkurrenten teilweise geplant gewesen, gab der Präsident des FC Bayern München zu. Dies aber sei ihm in den vergangenen zwölf Monaten zu kurz gekommen: "Wir müssen wieder mehr die anderen attackieren."

Früher, sagte Hoeneß, habe der FC Bayern die Probleme des Gegners aufgedeckt und angesprochen. In der vergangenen Saison jedoch "waren wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Dabei hätten wir besser Dortmund und Leverkusen attackiert".

Selbst die wenigen Versuche hätten nicht den gewünschten Effekt erzielt, gab er zu. Vor dem 3:1 von Borussia Dortmund bei den Münchnern tönte er, "dass wir denen gleich zwei Tore einschenken und es dann gut ist", so der Präsident. "Dies aber war nicht gerade eine gute Idee von mir". Dortmund habe ein stabiles Fundament, auf den BVB müsse der FC Bayern aufpassen.

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Noch einmal trat Hoeneß gegen Trainer Louis van Gaal nach. Hoeneß erinnerte daran, dass den Niederländer in der Champions-League-Vorrunde 2009/2010 nur ein 4:1 gegen Juventus Turin am letzten Gruppenspieltag gerettet habe, ohne diesen Erfolg " hätte er schon damals die Winterpause nicht überlebt". Das anschließend gewonnene Double und das Erreichen des Endspiels der Champions League sei dann für van Gaal "offenbar der Startschuss gewesen", den FC Bayern zu übernehmen. Er habe in der Zeit unter van Gaal gelernt: "Du kannst den besten Fachmann haben. Aber wenn es keinen Spaß macht, dann will ich ihn nicht."

Für die kommende Saison gab Hoeneß den Gewinn der Meisterschaft als oberstes Ziel nach einer titellosen Spielzeit aus. Wegweisend sei die Verpflichtung von Nationaltorhüter Manuel Neuer gewesen. Neuer habe er schon vor zwei Jahren haben wollen, sagte der heutige Präsident und damalige Manager. "Ich bin ein Verfechter der Philosophie, dass Schlüsselpositionen gut besetzt sein müssen. Du brauchst dafür jeweils einen guten Torwart, einen starken Abwehrspieler, zentralen Mittelfeldspieler und Stürmer. Wenn du diese Kette hast, ist das die Basis für große Erfolge."

Neuer bestand am Nachmittag den obligatorischen Medizincheck und unterschrieb anschließend einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2016. Neuer war am frühen Mittwochmorgen erst vom EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft in Aserbaidschan (3:1) zurückgekehrt und direkt von Frankfurt nach München weitergereist, um die routinemäßigen Untersuchungen zu absolvieren. Künftig wird Neuer mit Toni Tapalovic zusammenarbeiten. Der 31-Jährige Kroate wird im Stab von Coach Jupp Heynckes der neue Torwarttrainer des FC Bayern. Tapalovic unterschrieb einen Zweijahresvertrag. "Toni stammt wie ich aus Gelsenkirchen, wir kennen uns aus unserer gemeinsamen Zeit bei Schalke 04. Ich bin überzeugt, dass ich mich unter ihm weiterentwickeln werde", so Neuer.

luk/dpa/sid

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