Bayern-Boss Rummenigge "Wünsche mir, dass Guardiola bleibt"

Karl-Heinz Rummenigge ist auch nach dem Aus in der Champions League und im Pokal ein großer Fan von Josep Guardiola und will den Trainer halten. Das sagte Rummenigge in einem Zeitungsinterview - und kündigte große Transfers an.
Karl-Heinz Rummenigge: Schwärmt von Josep Guardiola

Karl-Heinz Rummenigge: Schwärmt von Josep Guardiola

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat nach dem wiederholten Halbfinal-Aus von Bayern München in der Champions League unter Josep Guardiola ein klares Bekenntnis zum Startrainer abgelegt.

"Ich wünsche mir, dass er bleibt", sagte Rummenigge im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung"  zu den für die zweite Jahreshälfte geplanten Verhandlungen mit dem Spanier über eine Verlängerung des bis 2016 laufenden Vertrages. Guardiola selbst hatte bisher nur angekündigt, seinen bestehenden Vertrag erfüllen zu wollen.

Die Kritik an Guardiola nach Münchens Ausscheiden gegen den FC Barcelona (0:3 und 3:2) wies Rummenigge kategorisch zurück: "Wir dürfen uns glücklich schätzen, einen Trainer mit einem derart präzisen Plan zu haben. Dieser Trainer ist extrem flexibel, und er macht sich extrem Gedanken, wie er die Elf auf- und einstellt. Er erfüllt alle Kriterien, die wir an einen guten Trainer richten."

Guardiolas spontane Änderungen der Bayern-Taktik will Rummenigge als Qualitätsmerkmal des Coaches gewertet wissen: Wenn wie im ersten Duell mit Barcelona "die Dreierkette ein gewisses Problem hatte, ist es doch richtig, wenn der Trainer umstellt. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Das wird in Deutschland oft etwas eindimensional gesehen." In anderen Ländern begreife man es "als Stärke, wenn ein Trainer mit einem Eingriff das Spiel verändert. Ich finde es richtig, dass unser Trainer aktiv coacht."

Rummenigge fordert von Götze, Verantwortung zu übernehmen

Rummenigge führte die Unterlegenheit der Bayern gegen Barcelona nicht zuletzt auch auf die Verletztenmisere des Rekordmeisters zurück: "Ich hätte die Spiele gegen Barcelona gerne mal mit unserer besten Besetzung gesehen." Würde man "die Details unserer Krankenakten kennen", würde man auch "die Gedanken- und Emotionswelt des Trainers besser verstehen. Er musste gegen Barcelona einen hohen Preis bezahlen."

Nur bedingt hingegen nahm Rummenigge Mario Götze gegen Attacken der vergangenen Wochen in Schutz: "Der Bursche ist noch wahnsinnig jung, er muss noch lernen, mit dem Erwartungshorizont beim FC Bayern zurechtzukommen. Wir sind alle hilfsbereit, aber am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss."

Rummenigge kündigte für die Zukunft außerdem neue Top-Spieler an - deren Transfersummen auch oberhalb von Münchens Bundesliga-Transferrekord von 40 Millionen Euro für Javier Martinez liegen können: "Wir werden auch wieder Stars in die Stadt locken. Das wird eher nicht preiswerter als früher", sagte Rummenigge. Dimensionen wie beim entthronten Champions-League-Sieger Real Madrid lehnt der 59-Jährige aber ab: "Ich weigere mich, einen 100-Millionen-Transfer zu machen, nur weil Real Madrid einen macht. Wir wollen nicht jeden Wahnsinn mitgehen, werden nicht dem Herdentrieb folgen."

"Nicht dauerhaft von Monopolisten abhängig machen"

Perspektivisch strebt Rummenigge die Refinanzierung hoher Transferausgaben auch mittels höherer Einnahmen aus dem TV-Rechte-Verkauf durch eine Auflösung des Pay-TV-Monopols von Sky auf dem Bundesliga-Markt an.

Wenn es dem deutschen Profifußball nicht gelinge, das Monopol im Pay-TV-Markt aufzulösen, "werden wir uns weiterhin unter Wert verkaufen. Es müssen neue Spieler aufs Feld. Nur der Konkurrenzkampf treibt den Preis, so funktionieren Märkte. Deshalb wäre ich dafür, unterschiedliche Pakete für unterschiedliche Anbieter zu schnüren. Wir dürfen uns nicht dauerhaft von einem Monopolisten abhängig machen."

Der FC Bayern spielt am Samstag um 15.30 Uhr beim SC Freiburg, alle Partien des 33. Bundesliga-Spieltags im Liveticker bei SPIEGEL ONLINE.

Zusammengefasst: Josep Guardiola hat schon angekündigt, seinen Vertrag in der kommenden Saison zu erfüllen. Wenn es nach Karl-Heinz Rummenigge geht, bleibt der Spanier auch darüber hinaus. Das sagte der Bayern-Boss in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Guardiolas Taktik trage keine Schuld am Ausscheiden aus der Champions League, im Gegenteil.

luk/sid
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