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Rekordgewinn So reich ist der FC Bayern

Nicht nur sportlich erlebt der FC Bayern eine Rekordsaison. Auf der Jahreshauptversammlung präsentierte der Klub auch die besten Geschäftszahlen seiner Geschichte.

Der FC Bayern München hat auf der Jahreshauptversammlung sein Konzernergebnis vorgestellt. In der nur halb gefüllten Rudi-Sedlmayer-Halle, der Spielstätte des Basketball-Bundesligateams der Münchner, präsentierte der Klub das nach eigenen Angaben "beste Ergebnis in der 115-jährigen Vereinsgeschichte".

Der Umsatz der Bayern lag im Geschäftsjahr 2014/2015 mit 523,7 Millionen Euro jedoch knapp unter der Marke des Vorjahrs von 528,7 Millionen Euro. Ein "stabil hohes Niveau" in den Worten von Jan-Christian Dreesen, dem stellvertretenden Vorstandvorsitzenden der Münchner. Das operative Ergebnis der FC Bayern München AG, das sogenannte "Ebitda", also der Gewinn vor Abzug von Steuern, Zinszahlungen und Abschreibungen, hingegen lag zum ersten Mal im dreistelligen Millionenbereich, bei 111,3 Millionen Euro.

Den "Gesamtpersonalaufwand", also die Gehaltskosten, gab der FC Bayern mit 227,3 Millionen Euro an. Das klingt viel, aber Personalkosten, die weniger als die Hälfte des Umsatzes verschlingen, gelten im Profifußball noch nicht als bedenklich. Die Münchner dürfen sich mit den veröffentlichten Zahlen als drittreichster Fußballklub der Welt fühlen, hinter Real Madrid und dem FC Barcelona, die jeweils über 600 Millionen Euro umsetzten.

Im Vergleich mit den beiden spanischen Großklubs nimmt der FC Bayern viel Geld durch Eintrittskarten (137,6 Millionen Euro), Sponsoren und Vermarktung (zusammen 215,6 Millionen Euro) ein, aber relativ wenig durch die Fernsehverträge (58,6 Millionen Euro). Die TV-Gelder könnten in den kommenden Jahren auch dazu führen, dass die Topklubs aus England an den Bayern vorbeiziehen, denn der neue Fernsehvertrag der Premier League lässt die Einnahmen auf der Insel sprunghaft ansteigen.

Aktuell aber trübte kaum ein pessimistischer Blick die Stimmung auf der Jahreshauptversammlung. Das Eigenkapital der AG wurde mit 411,5 Millionen Euro angegeben. Das entspricht fast exakt der Summe, die Real Madrid vor zwei Monaten für sich veröffentlichte. Das Gesamtsteueraufkommen der Münchner lag in der vergangenen Saison bei 162,5 Millionen Euro.

Auch die Mitgliederentwicklung stellt sich sehr positiv dar. Mit 270.000 zahlenden Vereinsmitgliedern hat sie sich in acht Jahren verdoppelt. Stolz stellte Präsident Karl Hopfner schließlich das neue Nachwuchs-Leistungszentrum des Klubs vor, mit dem die Effizienz der eigenen Nachwuchsarbeit verbessert werden soll. Der FC Bayern investiert demnach 70 Millionen Euro in die Anlage. Hopfners Vorgänger Uli Hoeneß war nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" bei der Jahreshauptversammlung nicht vor Ort.

rae
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