Erster Guardiola-Auftritt in München "Das System ist egal"

Pep Guardiola hat seine erste Pressekonferenz für Bayern München gegeben - auf Deutsch. Der 42-Jährige Startrainer schwärmte von seinem neuen Verein, dessen Geschichte er bewundere. Auf Taktikdebatten wollte er sich zunächst nicht einlassen, sagte aber: "Ich liebe es, anzugreifen."

AP/dpa

Hamburg - Um 12.08 Uhr war es soweit: Im schmalgeschnittenen dunkelgrauen Anzug, weißen Hemd und mit roter Krawatte trat Pep Guardiola erstmals als Trainer von Bayern München vor die Kameras und Mikrofone der Presse.

Der 42-Jährige, eingerahmt von Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, sprach Deutsch - und das sehr gut: "Guten Tag und Grüß' Gott, meine Damen und Herren! Bitte verzeihen Sie mir mein Deutsch", war sein erster Satz. Dann fügte er mit einem Lächeln an: "Alles auswendig gelernt."

Es sei ein Geschenk, dass Bayern München bei der Trainersuche überhaupt an ihn gedacht habe, so der ehemalige Coach des FC Barcelona, der die Spanier zu 14 Titeln innerhalb von vier Jahren geführt hatte. Er habe sich vor allem wegen der Spieler und der Geschichte des Vereins für den Club entschieden: "Wenn Bayern München dich ruft, ist das eine Riesenehre."

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Bayerns neuer Startrainer Guardiola: "Es ist ein Geschenk, hier zu sein"
Er sei bereit für diese neue Herausforderung, sagte Guardiola, der ohne Angst das Erbe seines Vorgängers Jupp Heynckes antritt. Der 68-Jährige hatte die Bayern in der vergangenen Saison zum Triple geführt: "Diese Herausforderung nehme ich an, die Vergleiche muss ich akzeptieren." Die Bundesliga habe er während seiner Auszeit in New York regelmäßig verfolgt, jedes Wochenende die Spiele geschaut und auch die Partien der Nachwuchsteams habe ein Vertrauter für ihn analysiert. Die nächsten sechs Monate werde er auf dem Vereinsgelände "an der Säbener Straße leben".

Dankbarer Guardiola, stolze Bayern-Bosse

Auf die Frage, ob er sich bereits Gedanken zur Bayern-Taktik gemacht habe, antwortete Guardiola: "Der Fußball gehorcht den Spielern, ich muss mich zu 100 Prozent anpassen. Die Spieler bei Barcelona sind anders als die Spieler bei den Bayern. Das System ist egal." Eine Aussage zu seinen Taktikvorlieben machte er dann aber doch: "Ich liebe es, anzugreifen."

Zu möglichen Zu- und Abgängen von Spielern wollte sich Guardiola nicht äußern. Seiner Meinung nach sei die Mannschaft sehr stark, zudem müssten bei Transfers Sportdirektor Matthias Sammer und Geschäftsführer Rummenigge mitentscheiden.

Die Bayern-Offiziellen ließen kaum eine Gelegenheit aus zu betonen, wie stolz sie darauf sind, den Startrainer nach München geholt zu haben. Präsident Hoeneß erklärte, warum er Guardiola für den Richtigen hält: "Jetzt sind wir ganz oben - aber oben zu sein ist das eine, oben zu bleiben das andere. Und deswegen bin ich überzeugt, dass Pep Guardiola der richtige Mann ist, dies zu schaffen. Wer, wenn nicht er", so Hoeneß.

Nach der Pressekonferenz präsentierte sich Guardiola noch in der Arena, posierte unter anderem für die Fotografen auf der FCB-Trainerbank. Später wurde ihm noch sein neues Dienstfahrzeug überreicht.

luk



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Seite 1
roflxd 24.06.2013
1.
15 Millionen Jahresgehalt? Das ist ein Armutszeugnis für die Bayern. Man ist weit weg von den Zeiten, in denen klug investiert und gewirtschaftet wurde. Was ist nur aus dem FC Bayern geworden? Ein FC BUYern.
williamb. 24.06.2013
2. zweigleisig
Heynckes bekommt von Bayern weiterhin Gehalt bezahlt, um sicherheitshalber eingreifen zu können ,fall das Projekt-Guardiola scheitern wird. Aus diesem Grund hat Heynckes kein anderes Angebot angenommen. Wir sehen uns nach der Winterpause Jupp! Bayern wird mit solcher Menschlichkeit,Sympathie ,Stil, Fachwissen und Charismatik nicht umgehen können. Diese 5 Werte vereinbaren sich nicht mit denen der Münchner !!!!
stefansaa 24.06.2013
3.
Zitat von roflxd15 Millionen Jahresgehalt? Das ist ein Armutszeugnis für die Bayern. Man ist weit weg von den Zeiten, in denen klug investiert und gewirtschaftet wurde. Was ist nur aus dem FC Bayern geworden? Ein FC BUYern.
Bekommen Sie nicht gleich Schnappatmung! Es sind 15 Mio. in drei Jahren. Nicht 15 Mio pro Jahr... Das erscheint mir jedoch für ein Trainer dieses Kalibers (2x CL gewonnen und an sich alles was es zu holen gibt) schon "normal". Ich möchte nicht wissen was Mourinho bei Chelsea verdient.
bigkahoona 24.06.2013
4. Frustrierter BVB-Fan?
Zitat von roflxd15 Millionen Jahresgehalt? Das ist ein Armutszeugnis für die Bayern. Man ist weit weg von den Zeiten, in denen klug investiert und gewirtschaftet wurde. Was ist nur aus dem FC Bayern geworden? Ein FC BUYern.
Sind sie einer der zahlreichen frustrierten BVB-Fans? Die Annahme drängt sich auf. Es gibt derzeit wenig, was man an den Amerikanern bewundern kann, aber eines sollte man sich als Vorbild nehmen: Den Erfolg anderer als Ansporn zu verstehen, statt ihn zur Quelle des Neides und der Missgunst werden zu lassen. Das ist eine furchtbare urdeutsche Eigenschaft. Und sympathisch ist sie nicht.
sponegy 24.06.2013
5. optional
wo steht denn in dem spon-artikel, dass er 15mio jahresgehalt bekommt? ich bezweifel stark, das ein guardiola mehr als schweinsteiger bekommt, der wohl circa 10mio jahresgehalt hat. und man muss dazu sagen, dass sich die bayern solche gehälter leisten können, ohne Schulden zu machen. Da sollte man sehr genau unterscheiden, ob die Topklubs den besten Spielern sehr hohe Verträge anbieten, aber kopfüber verschuldet sind, oder den spielern/trainern verträge anbieten, die sie auch auf jedenfall einhalten können.
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