Bayern München Ribéry bewundert Barça und unterstützt Klinsmann

Der Traum eines jeden Spielers: Das ist laut Bayern-Regisseur Ribéry der FC Barcelona. Seinem aktuellen Club empfiehlt er einen größeren Kader und erfährt in dieser Frage Unterstützung von Mitspielern. Für Trainer Klinsmann will er sich in den kommenden Partien "zusammenreißen".


Hamburg - Franck Ribéry flirtet weiter mit dem FC Barcelona: In einem Interview mit der Münchner "tz" verriet der französische Spielmacher von Bayern München, was er seinem Landsmann Thierry Henry nach der 0:4-Niederlage beim FC Barcelona im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zugeflüstert habe. "Ich habe nur gesagt, dass ich nun verstehe, warum er dort unter Vertrag steht und so viel Spaß hat. Nicht mehr und nicht weniger", so Ribéry.

Bayern-Profi Ribéry in Barça-Trikot: "Welcher Spieler würde nicht gerne dort spielen?"
AFP

Bayern-Profi Ribéry in Barça-Trikot: "Welcher Spieler würde nicht gerne dort spielen?"

Auf die Frage, ob er nicht auch Lust habe, dort zu spielen, sagte der Mittelfeldspieler: "Natürlich, aber welcher Spieler würde nicht gerne bei Barça spielen?" Allerdings habe er mit den Bayern noch viel vor, sagte Ribéry. Zuletzt hatte es Barcelonas Präsident Joan Laporta als Tabu bezeichnet, sich um Ribéry und auch um Philipp Lahm zu bemühen. Man wolle das gute Verhältnis zu den Bayern nicht gefährden, sagte Laporta. Doch Trainer Josep Guardiola und Sportdirektor Txiki Begiristain sollen laut "SZ" "geradezu besessen sein" von der Idee, Ribéry und Lahm zu verpflichten. Im Gegenzug könnte Aleksander Hleb nach München gehen.

Ribéry sicherte dem in der Kritik stehenden Trainer Jürgen Klinsmann unterdessen Unterstützung zu. "Klinsmann macht derzeit eine schwere Phase durch. Die ganzen Attacken treffen ihn persönlich, aber auch uns Spieler und den gesamten Verein", sagte der 26-Jährige und kündigte an: "In den letzten sieben Partien werden wir uns für ihn zusammenreißen. Um deutscher Meister zu werden, müssen wir alle zusammenhalten."

Um auch international auf Titeljagd gehen zu können, fehlt den Münchnern laut Ribéry "ein größerer Kader. Wenn wir zwei oder drei verletzte Spieler haben, haben wir sofort ein Problem. Solange das so bleibt, wird es schwer, mit den Besten mitzuhalten", sagte der Franzose.

Zustimmung erfährt er in dieser Frage von Mitspieler Zé Roberto: "Wir haben eine Mannschaft, die in der Bundesliga Meister werden kann. Für die Champions League aber reicht es nicht", so der Brasilianer im "Kicker". "Wenn wir die Champions League gewinnen wollen, brauchen wir neue Top-Spieler, zwei bis drei." Auch sein Landsmann Lúcio hofft auf Verstärkungen. "Über neue Spieler muss man immer nachdenken, da wird sich bestimmt noch was tun", sagte der Abwehrchef.

Für die kommende Saison hat Bayern bislang Angreifer Ivica Olic vom Hamburger SV, Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann von Borussia Mönchengladbach und Anatolij Timoschtschuk von Zenit St. Petersburg verpflichtet.

Abwehrspieler Lahm glaubt derweil, dass man sich in allen Bereichen verbessern müsse, um wirklich auf Augenhöhe mit Barcelona zu kommen. Sie seien nicht allein bei den Spielern besser besetzt. "Auch taktisch sind sie uns voraus, weil sie seit Jahren mit dem gleichen System spielen, wir mit einem neuen Trainer auch viele neue Dinge probiert haben. Es braucht Zeit, um wieder eine ganz große Mannschaft in Europa zu sein", sagte Lahm der "Bild"-Zeitung.

In Italien wird unterdessen Carlo Ancelotti, Trainer des AC Mailand, als möglicher Nachfolger von Jürgen Klinsmann beim FC Bayern München gehandelt. "Ancelotti gefällt den Bayern", sagte Milans-Berater Ernesto Bronzetti in einem Radiointerview, aus dem die Zeitung "La Gazzetta dello Sport" zitierte. Auch Real Madrid, der FC Chelsea, Manchester City und der AS Rom seien an dem Coach interessiert, behauptete Bronzetti. Eine Entscheidung über Ancelottis Zukunft, der bei Milan noch einen Kontrakt bis 2010 hat, werde erst Ende Mai fallen.

Ob er den Vertrag erfüllen wird, ist unklar, da Milan auch in dieser Saison ohne Titel bleiben wird. Derzeit rangiert der Club von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten Juventus Turin in der Serie A auf Rang drei. Auf Tabellenführer und Lokalrivale Inter sind es zwölf Punkte.

Bayerns italienischer Stürmer Luca Toni, in der "Bild"-Zeitung auf den früheren Inter-Coach Roberto Mancini als potentiellen Klinsmann-Nachfolger angesprochen, sagte: "Es ist klar, wenn ein italienischer Trainer kommen würde - so gut wie Mancini - ich denke, es kann dem Ganzen nur gut tun und auch den Bayern."

fsc/sid/dpa



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