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Bayern gegen Dortmund: Fünf Watschn zur Wiesn

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Bundesliga-Top-Spiel Bayern München deklassiert den BVB

Achtes Spiel, achter Sieg: Bayern München bleibt das Maß aller Dinge in der Fußball-Bundesliga. Der Rekordmeister siegte auch im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund souverän 5:1. Der BVB konnte nur in der ersten Hälfte mithalten.

Es ist das Spiel, dem fast sämtliche Hoffnungen dieser Bundesliga-Saison angehängt wurden. Erster gegen Zweiter - gelingt es Borussia Dortmund, so etwas wie Spannung im Titelkampf aufrecht zu erhalten? Die Antwort lautet am Ende: Nein. Der BVB hat sich in der Partie, die manche den Klassiker nennen, in der ersten Halbzeit noch gut und teuer verkauft - und wurde dann in der zweiten Halbzeit überrollt. Die Punkte beim 5:1 (2:1)-Erfolg bleiben ganz souverän in München, und der Rekordmeister hat nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf seine "Verfolger".

Wenn es jemanden gibt, der eventuell den Namen "Klassiker" jetzt schon verdient, dann ist es wohl Bayern-Angreifer Thomas Müller. Der Nationalspieler entschied auch diese Partie mit seinen Saisontoren sieben und acht, der Anschlusstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang, wem sonst, machte das Spiel noch einmal interessant. Es half dem BVB letztlich jedoch nicht mehr, weil Robert Lewandowski direkt nach der Pause das Spiel vorentschied.

Dortmunds Coach Thomas Tuchel hatte sich viel überlegt, um die Bayern zu überraschen. Die Aufstellung der Dortmunder kam so spät wie möglich und war in dieser Form wohl von niemandem erwartet worden. Matthias Ginter und Marco Reus mussten zunächst auf der Bank Platz nehmen, stattdessen rückte Sven Bender in die Abwehr, und auch Gonzalo Castro durfte von Anfang an spielen und die Mittelfeldzentrale stärken. Außenverteidiger Marcel Schmelzer war zudem kurzfristig wegen einer Zerrung ausgefallen.

Nur die Anfangsphase gehörte Dortmund

Tuchels Schachzug schien sich zunächst auszuzahlen, der BVB war in der Anfangsphase das reifere Team, die Bayern, bei denen der frühere Dortmunder Mario Götze in der Startelf stand, brauchten bis zur 26. Minute bis zu ihrer ersten richtigen Torchance. Aber das war dann auch sofort das 1:0.

Müller wandte sich nach einem öffnenden Pass von Jérome Boateng wie ein Schlangenmensch um den herauslaufenden Torwart Roman Bürki herum, drehte sich noch einmal, bis er die richtige Richtung zum Tor gefunden hatte und schob zum 1:0 ein. Von diesem Moment an waren die Bayern plötzlich das dominante Team und belohnten sich zehn Minuten später mit dem nächsten Treffer.

Henrich Mchitarjan ging im Strafraum extrem ungeschickt gegen Bayerns Thiago zu Werke, Schiedsrichter Marco Fritz blieb keine Wahl, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Eine klare Angelegenheit für Müller. Im Stadion war da schon das Gefühl von Vorentscheidung zu spüren, aber die Dortmunder kamen noch einmal zurück. Nur drei Minuten nach dem Elfmeter nutzte Aubameyang einen schläfrigen Augenblick der Bayern-Abwehr und staubte zum 2:1 ab. Achtes Saisonspiel für den Gabuner - zum zehnten Male traf er. Wenn Müller ein Phänomen in München ist, dann ist es Aubameyang in dieser Spielzeit beim BVB.

Die zweite Halbzeit war dann gerade einmal 20 Sekunden jung, da waren die Dortmunder Hoffnungen schon zerstoben. Wieder ein langer Ball von Boateng, und diesmal nutzte Lewandowski das Durcheinander in der Dortmunder Abwehrzentrale, auch Torwart Bürki sah alles andere als souverän aus. Es war das elfte Saisontor des Polen. Das Wettschießen mit Aubameyang geht in die nächste Runde.

Die Spannung aus der Partie war anschließend raus. Noch einmal zurückzukommen, das gelang den Gästen dann nicht mehr. Als Lewandowski nach einem ganz starken Zuspiel von Götze das 4:1 nachlegte, war ohnehin alles entschieden. Götze selbst durfte dann auch mal: Er legte Bürki nach 66 Minuten den Ball ins Tor, spätestens jetzt war es ein Debakel.

Und die ersten Glückwunschkarten zum nächsten Meistertitel der Münchner können vorformuliert werden.

Bayern München - Borussia Dortmund 5:1 (2:1)
1:0 Müller (26.)
2:0 Müller (Foulelefmeter 35.)
2:1 Aubameyang (39.)
3:1 Lewandowski (46.)
4:1 Lewandowski (56.)
5:1 Götze (66.)

Bayern München: Neuer - Lahm, Javi Martínez, Boateng, Alaba - Götze, Xabi Alonso (76. Kimmich), Thiago (67. Vidal) - Müller (81. Coman), Lewandowski, Douglas Costa
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Bender, Hummels, Sokratis - Gündogan, Weigl - Castro (52. Januzaj), Kagawa (52. Reus), Mkhitaryan - Aubameyang
Zuschauer: 75.000
Schiedsrichter: Fritz
Gelbe Karten: Alaba, Boateng / Aubameyang