Bayern München mit Kantersieg über Mainz Endlich nur noch Bundesliga

Was in der Champions League zu schwer war, klappt in der Liga wunderbar: Der FC Bayern feiert sein drittes Schützenfest in Folge. Nur Fan-Ärger stört die Rückkehr an die Tabellenspitze.

Leon Goretzka (links) und Alphonso Davies
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Leon Goretzka (links) und Alphonso Davies

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Auftakt: Wer nach dem Achtelfinal-Aus des FC Bayern in der Champions League mit einer Trotzreaktion gegen Mainz rechnete, wurde schnell bestätigt. Dritte Minute: Flanke David Alaba, Robert Lewandowski hielt den Fuß hin - Tor. In den K.-o.-Spielen der Königsklasse gelang das dem Polen zuletzt nur noch selten, besser klappt es für ihn in der Fußball-Bundesliga: Die Führung gegen Mainz war bereits sein 18. Saisontreffer.

Ergebnis des Spiels: Bayern München hat 6:0 (3:0) gegen Mainz 05 gewonnen, erzielte zum dritten Mal in Serie mindestens fünf Treffer in der Bundesliga (Rekord) und ist wieder Tabellenführer vor dem punktgleichen BVB, der das schlechtere Torverhältnis hat. Hier lesen Sie den Spielbericht zum Bayern-Sieg.

Willkommen im Liga-Alltag: Mit Juventus hatte am Nachmittag auch der letzte Klub aus den großen europäischen Ligen seine erste Saisonniederlage kassiert. Auch, weil Superstar Cristiano Ronaldo und weitere Stammspieler geschont wurden. Stichwort: Champions-League-Viertelfinale. Dort ist der FC Bayern erstmals seit der Saison 2010/2011 nicht mehr vertreten und muss niemanden mehr für den Titelkampf mit Dortmund schonen.

Erste Hälfte: Und das merkte man. In bestmöglicher Besetzung dominierte der FC Bayern klar. Nach dem schnellen 1:0 spielte der Rekordmeister zunächst etwas ruhiger, geriet aber nie Gefahr. Im Gegenteil: In der 33. Minute legten die Münchner durch einen Treffer von James Rodríguez nach, Joshua Kimmich hatte aus dem Halbfeld geflankt und Leon Goretzka legte den Ball mit einer Brustannahme perfekt auf. Kingsley Coman erhöhte in der 39. Minute auf 3:0. Wo am Mittwoch Abwehrschrank Virgil van Dijk die Räume noch verdichtete, hatten die Bayern nun herrlich viel Platz.

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Bayern-Sieg gegen Mainz: King James

Kritikpunkt Klatschpappe: Im Handball sind sie Kult, Klatschpappen, das weiß man seit der WM im Januar. Auch der FC Bayern hatte gegen Liverpool auf einen Ratsch-Ratsch-Ratsch-Effekt gehofft: Eine Agentur (nicht die eigenen Anhänger) organisierte für den Spielbeginn eine Fan-Chorographie mit Papptafeln, danach konnten die Fans diese als Klatschpappen nutzen. Bei Uli Hoeneß kam das gut an, er hatte Karl-Heinz Rummenigge beim zwischenzeitlichen Ausgleich gegen Liverpool (Eigentor Joel Matip) sogar mit seiner Pappe gehauen - vor Freude natürlich. Was die Bayern-Fans aber von der Idee hielten, zeigten sie gegen Mainz:

Zweite Hälfte: Die Bayern glänzten, dominierten, trafen wie sie wollten - alles, was am Mittwoch gegen einen zu starken Gegner nicht gelang. Den zweiten Abschnitt eröffnete James mit dem 4:0 in der 51. Minute, vier Minuten später traf der Kolumbianer erneut. Sollte am Ende das Torverhältnis über die Meisterschaft entscheiden, der FC Bayern hätte nach den jüngsten Kantersiegen gegen Mönchengladbach (5:1), Wolfsburg (6:0) und Mainz aktuell die Oberhand. Ach, ein sechstes Tor gab es auch noch, dazu gleich mehr.

Behalten oder nicht? Dem FC Bayern steht ein Umbruch bevor - angeblich schon im fortgeschrittenen Stadium. "Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die kommende Saison", sagte Präsident Hoeneß zuletzt im "Doppelpass" ohne Namen zu nennen. Wie es bei James weitergeht, ist offiziell nicht bekannt. Sein Leihvertrag endet im Sommer, die Kaufoption für den 27-Jährigen beträgt 42 Millionen Euro. Sein erster Bundesliga-Hattrick war jedenfalls ein Bewerbungsschreiben, und den Fans dürfte eine feste Verpflichtung wohl gefallen. Sie verabschiedeten den Leihprofi von Real Madrid mit stehenden Ovationen bei seiner Auswechslung. Aber: Auch er war gegen Liverpool kein Faktor.

Tor Nummer sechs: Dürfen wir vorstellen, Alphonso Davies. 18 Jahre, Kanadier, Offensivspieler, in der laufenden Saison für 10 Millionen Euro aus Vancouver gekommen, große Hoffnung. Ja, auch dieser Davies durfte jubeln, er traf wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 6:0. Es war Davies fünfter Kurzeinsatz, und er ist nun der erste Bayern-Torschütze, der im Jahr 2000 geboren ist.

Alphonso Davies
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Alphonso Davies

Und Mainz? Bleibt Mainz. Auch von der höchsten Bundesliga-Pleite der Vereinsgeschichte ließen sich die Fans die Stimmung nicht verderben, sie sangen nach dem sechsten Gegentreffer: "Wer wird Deutscher Meister, BVB Borussia." Zuvor hatte auch die Münchner Südkurve den Song höhnisch angestimmt.

Erkenntnis des Spiels: Gegen Liverpool schoss der FC Bayern in 180 Minuten keinen eigenen Treffer. Immerhin: Die Mannschaft kann Bundesliga, und es ist gut vorstellbar, dass auch einige der nächsten Ligagegner - darunter Freiburg, Düsseldorf, Nürnberg und Hannover - untergehen werden. München also schon sicher zum siebten Mal in Serie Bundesliga-Champion? Die Antwort gibt womöglich schon der 28. Spieltag. Dann empfängt der FC Bayern den BVB zum Meisterduell.

FC Bayern München - Mainz 05 6:0 (3:0)
1:0 Lewandowski (3.)
2:0 James (33.)
3:0 Coman (39.)
4:0 James (51.)
5:0 James (55.)
6:0 Davies (70.)
München: Neuer - Kimmich, Boateng, Süle, Alaba (59. Davies) - Thiago, Goretzka - Müller, Rodríguez (73. Rafinha), Coman (66. Ribéry) - Lewandowski
Mainz: Müller - Bell, Hack, Niakhaté - Gbamin, Latza - Brosinski, Öztunali (75. Donati), Boëtius (46. Kunde), Onisiwo - Mateta (63. Martin)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Frank Willenborg
Gelbe Karten: Süle / -

Wir haben die Information ergänzt, dass auch die Südkurve "BVB Borussia" gesungen hat.

insgesamt 128 Beiträge
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Seite 1
andreasm.bn 17.03.2019
1. tja, die Fans von Mainz...
haben schon ein feines Gespür und richtig Ahnung vom Fussball! :-D
viceman 17.03.2019
2. das Stadion war max
3/4 voll , ausverkauft ist anders... aber egal, wer meint mit einer Mannschaft wie Mainz in München ?mitspielen?zu wollen, der hat wohl als Trainer versagt, zumindest heute...
tairen 17.03.2019
3. Spielen für due Zukunft
Das verdiente Aus in der CL wird den Bayernbossen sehr bitter aufgestoßen sein. Der Umbruch wird im Sommer dementsprechrnd radikal ausfallen. Ich kann mit gut vorstellen, dass nicht nur 2-3 altstars gehen werden sondern 5-7. Neben Ribery, Robben und Rafinia denke ich dabei vor allem an Boateng, Hummels, Müller, Lewandowski und James. Dabei ist es auch egal wie gut die Spieler (z.B. James) jetzt in der Bundesliga performen, denn keiner der oben genannten hat in letzter Zeit Klasse von internationalen Niveau bewiesen und das ist alles was zählt für die Bayern.
Levator 17.03.2019
4. Eins, zwei, drei
Und sie werden wieder jammern, die Gelbschwarzen oder wegen mir auch die Schwarzgelben.. Herrlich!
don.pedro. 17.03.2019
5. Schade...
für den Reporter, das der Song Deutscher Meister wird nur der BVB - ausschließlich von den Bayern -Fan's wie schon seit Jahren aus Häme gesungen wurde. Ich komm grad aus der Arena... Peinlich...
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