Hoeneß über Investoren "Uns müssten Lobeshymnen gesungen werden"

Bayerns Präsident Uli Hoeneß glaubt, Investoren hätten schon bald "die Schnauze voll" von Millionentransfers im Fußball. Zukunft habe nur das Geschäftsmodell des FC Bayern. Natürlich.
Uli Hoeneß

Uli Hoeneß

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Neymar für 222 Millionen Euro zu PSG - Rekord: Diese Nachricht gehörte zu den wichtigsten des Transfersommers. In Zukunft werde es solche Deals seltener geben, sagt zumindest Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß.

"Es wird der Zeitpunkt kommen, wo alle, die jetzt so viel Geld rausdonnern, kleinere Brötchen backen werden, weil der sportliche Erfolg sich nicht so einstellt, wie es sich die Geldgeber vorgestellt haben", sagte Hoeneß vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: Sky und ZDF) bei Neymars neuem Arbeitgeber Paris Saint-Germain dem "Kicker".

Weil die Champions League "immer nur eine Mannschaft gewinnen" könne, erwartet Hoeneß einen gewissen Frust bei Investoren: "Die Geldgeber werden sagen: Jetzt haben wir so viel Geld reingesteckt und erreichen nicht, was wir erreichen wollen, jetzt haben wir die Schnauze voll! Und dann ist unsere Zeit da."

Derzeit sei der Markt "viel zu heiß". Die Vereine würden sich "gegenseitig hoch schaukeln". Dennoch sei es für den deutschen Rekordmeister weiterhin "nicht akzeptabel", so Hoeneß, für einen Spieler an die 100 Millionen Euro zu zahlen. Bayerns teuerster Transfer in diesem Sommer war Corentin Tolisso, der für geschätzte 41,5 Millionen Euro von Olympique Lyon verpflichtet wurde. Bei den teuersten Deals des Sommers spielten die Münchner keine Rolle.

Corentin Tolisso

Corentin Tolisso

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images

Man werfe dem FC Bayern vor, mit dieser Strategie "völlig am Markt vorbei und damit dem Untergang entgegen" zu steuern, sagte der Bayern-Präsident, merkte aber an: "Stattdessen müssten uns Lobeshymnen gesungen werden, weil wir mit unserer eigenen Arbeit und aus eigener Kraft erfolgreich sind."

Auch mit der aktuellen Vereinspolitik hält der 65-Jährige einen Sieg in der Königsklasse für möglich: "Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen und die Spieler in der entscheidenden Phase gesund sind, was haben wir da für Möglichkeiten! Dann haben wir auch die Chance, in dieser Saison die Champions League zu gewinnen. Damit das klar ist." Das Spiel am Mittwoch bei PSG könnte bereits richtungweisend sein.

jan/sid